Der chinesische Hersteller Boox rüstet sein 6-Zoll-E-Book auf und bringt erstmals Stiftbedienung in die kompakte Geräteklasse.
Der Markt für digitale Notizbücher und E-Reader erlebt einen regelrechten Innovationsschub. Gleich mehrere Hersteller haben in diesen Tagen neue Modelle vorgestellt – allen voran Boox mit der zweiten Generation seines Go 6. Das Besondere: Der kleine, nur 160 Gramm leichte Reader bekommt erstmals Unterstützung für den InkSense Plus-Stift und eine native Notiz-App. Damit zielen die Hersteller gezielt auf Berufstätige und Studierende, die sich ein konzentrationsfreies Arbeitsgerät ohne Ablenkungen wünschen.
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Technische Aufwertung im Detail
Das Display bleibt mit sechs Zoll und 300 Pixeln pro Zoll unverändert. Doch unter der Haube hat sich einiges getan: Der Arbeitsspeicher wuchs von zwei auf drei Gigabyte RAM. Der interne Speicher von 32 Gigabyte lässt sich per microSD-Karte erweitern. Das Gerät läuft auf Android 11 und bietet Zugriff auf den Google Play Store – ein entscheidender Vorteil gegenüber den geschlossenen Systemen der Konkurrenz.
Boox bietet das Go 6 Gen II in vier Farbvarianten an: Plum, Stone, Shell und Custard. Der Preis für den Reader liegt bei umgerechnet rund 185 Euro. Der Stift kostet etwa 43 Euro extra, im Bundle schlägt das Set mit rund 216 Euro zu Buche. Der Versand startet am 17. Juni.
Praktisch: Einen Tag vor der Reader-Ankündigung brachte Boox mit dem „Tappy“ eine retro-inspirierte Bluetooth-Fernbedienung für das Blättern und die Mediensteuerung auf den Markt.
Amazon erweitert Kindle-Scribe-Palette
Auch der Marktführer bleibt nicht untätig. Amazon hat sein Kindle-Scribe-Sortiment in Großbritannien und Australien ausgebaut. Das Spitzenmodell Colorsoft ist der erste Kindle mit Farb-E-Ink-Display – 150 ppi für Farbinhalte, 300 ppi für Schwarz-Weiß-Texte. Die drei neuen 11-Zoll-Modelle unterscheiden sich in Speicher und Ausstattung; die günstigste Variante kommt sogar ohne Frontlicht.
Neu sind auch KI-gestützte Funktionen: Zusammenfassungen von Dokumenten und die Umwandlung von Handschrift in digitalen Text. In Australien liegen die Preise zwischen 699 und 999 Australischen Dollar – je nach Modell.
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Der Markt für digitale Konzentration
Die Strategie der Hersteller hat Hand und Fuß. Eine aktuelle australische Studie zeigt: 76 Prozent der Menschen haben persönliche oder berufliche Ziele – doch 58 Prozent sehen digitale Ablenkungen als größtes Hindernis. E-Ink-Geräte werden deshalb zunehmend als „Konzentrationswerkzeuge“ vermarktet: kein blaues Licht, keine Push-Benachrichtigungen, keine Social-Media-Versuchung.
Alternative Technologien im Vergleich
Nicht alle setzen auf E-Ink. Der Zeichentablet-Spezialist Huion brachte am 9. Juni das Note E (Modell X50) auf den Markt. Es nutzt ein 8,4-Zoll-LCD mit entspiegelter Oberfläche statt elektronischen Papiers. Das 369 Euro teure Gerät läuft auf Android 15 und bietet einen batterielosen Stift mit 8.192 Druckstufen.
Im High-End-Segment bleibt der ReMarkable Paper Pure ein ernstzunehmender Konkurrent. Das 10,3-Zoll-Gerät überzeugt mit drei Wochen Akkulaufzeit und einem speziellen Schreibgefühl – verzichtet aber auf ein Frontlicht. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 420 Euro, hinzu kommt eine jährliche Abo-Gebühr für Cloud-Synchronisation und erweiterte Software-Funktionen.

