Boston Dynamics schickt seinen berühmten Atlas-Roboter in die Fabriken. Der neue, vollelektrische Humanoid soll ab sofort in Serie produziert werden und die Industrieproduktion revolutionieren.
Der langjährige Forschungstar wird zum Serienprodukt. Auf der Technologiemesse CES 2026 in Las Vegas stellte das Robotikunternehmen, eine Tochter der Hyundai Motor Group, die Serienversion seines Atlas vor. Damit vollzieht sich der Wandel vom akrobatischen YouTube-Star zum kommerziellen Arbeitsgerät. Die Produktion in Boston hat bereits begonnen, die erste Jahrescharge für 2026 ist laut Unternehmen bereits vollständig an den Mutterkonzern Hyundai und den neuen Partner Google DeepMind vergeben.
Ein Roboter für die harte Industrie-Realität
Der neue Atlas ist eine komplette Neuentwicklung. Er ersetzt den ikonischen, hydraulischen Vorgänger, der jahrelang mit spektakulären Videos für Furore sorgte. Die Umstellung auf vollelektrische Aktuatoren macht den Roboter leichter, kompakter und effizienter. Mit einer Größe von 1,90 Metern und einem Gewicht von 90 Kilogramm ist er für den praktischen Einsatz in Fabrikhallen optimiert.
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Seine Stärke liegt in Beweglichkeit und Ausdauer. Atlas kann Lasten von bis zu 50 Kilogramm heben und bei Temperaturen von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius arbeiten. Mit 56 Freiheitsgraden und voll drehbaren Gelenken übertrifft sein Bewegungsspielraum den des Menschen. So kann er seinen gesamten Oberkörper drehen, um Objekte zu greifen, ohne einen Schritt zu machen – ein entscheidender Vorteil in engen Produktionsumgebungen. Eine Akkuladung reicht für vier Stunden Betrieb, den Batteriewechsel erledigt der Roboter in unter drei Minuten selbstständig.
Sicherheit steht im Vordergrund. Der Roboter erkennt Menschen in seiner Nähe und kann ohne Schutzzaun arbeiten. Er lässt sich autonom steuern, ferngesteuert bedienen oder über ein einfaches Tablet-Interface führen.
Hyundai und Google DeepMind als Schlüsselpartner
Die enge Integration in den Mutterkonzern Hyundai ist ein strategischer Kernpfeiler. Der Automobilbauer will ab 2028 erste Atlas-Flotten in seinen US-Fertigungsstätten einsetzen, beginnend mit dem Werk in Savannah, Georgia. Zunächst sollen die Roborter Teile bereitstellen und sortieren, bis 2030 sollen sie schwere Lasten bewegen und Komponenten montieren. Hyundai plans sogar eine eigene Roboterfabrik mit einer Kapazität von 30.000 Einheiten pro Jahr.
Die zweite Säule ist die erneute Partnerschaft mit Google DeepMind. Die KI-Experten sollen Atlas mit leistungsstarken Foundation Models ausstatten. Das Ziel: Der Roboter soll komplexe Befehle verstehen, dynamische Umgebungen interpretieren und neue Aufgaben extrem schnell erlernen. Berichten zufolge könnte Atlas neue Arbeitsabläufe schon nach etwa 50 menschlichen Vorführungen beherrschen. Diese Zusammenarbeit bringt Boston Dynamics und Google nach dem Verkauf des Robotikunternehmens im Jahr 2017 wieder zusammen.
Gesteuert wird die gesamte Flotte von der Software Orbit. Sie ermöglicht es, dass eine einmal erlernte Fähigkeit sofort allen Robotern im Netzwerk zur Verfügung steht.
Wettlauf um die Fabrik der Zukunft und soziale Fragen
Die Markteinführung stellt eine direkte Herausforderung für Wettbewerber wie Teslas Optimus oder Figure AIs 01 dar. Analysten sehen Boston Dynamics im Vorteil, da das Unternehmen die riesigen Produktionsanlagen von Hyundai für umfangreiche Tests und Datensammlung nutzen kann – ein klarer Vorsprung gegenüber Start-ups.
Doch der Einsatz wirft auch soziale Fragen auf. Gewerkschaften bei Hyundai in Südkorea warnen vor einem „Beschäftigungsschock“ und lehnen den Einsatz in Werken ohne vorherige Vereinbarung ab. Boston Dynamics und Hyundai betonen, die Roboter sollen vor allem gefährliche und monotone Aufgaben übernehmen. Dadurch entstünden neue, höher qualifizierte Jobs für Menschen, etwa als „Robot Wrangler“ für die Überwachung der Flotten.
Die Finanzwelt reagiert positiv. Einige Bewertungen für Boston Dynamics liegen inzwischen bei über 20 Milliarden Euro. Die Partnerschaft mit Google DeepMind gilt als wesentlicher Technologietreiber.
Der lange Weg in die heimische Wohnung
Die Ära des kommerziellen Humanoid-Roboters hat begonnen. Ab 2027 will Boston Dynamics weitere Kunden neben Hyundai und Google gewinnen. Der erste Einsatz findet in kontrollierten Industrieumgebungen wie Fabriken und Lagern statt.
Die Vision eines persönlichen Roboter-Assistenten für zu Hause bleibt dagegen noch fern. Unternehmensvertreter rechnen damit, dass dies frühestens fünf Jahre nach der flächendeckenden Einführung in Fabriken Realität werden könnte. Dennoch markiert der serienreife Atlas einen monumentalen Schritt. Diese Plattform, die fortschrittliche Elektro-Hardware mit leistungsstarker KI-Software vereint, könnte Produktivität und Effizienz neu definieren – und den Weg für die nächste industrielle Revolution ebnen.
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