In einem am 19. August 2026 veröffentlichten Bericht der Federal Reserve Bank of Boston wird dargelegt, dass Produktivitätssteigerungen in der US-Wirtschaft einen signifikanten Teil des inflationären Drucks durch Zölle neutralisieren konnten.
Laut den Berechnungen der Boston Fed trugen Zölle im Jahr 2025 rund 1,4 Prozentpunkte zur Kerninflation bei den persönlichen Konsumausgaben (PCE) bei. Dieser Anstieg wurde jedoch durch Produktivitätsgewinne in Höhe von 0,9 Prozentpunkten teilweise ausgeglichen, sodass der Nettobeitrag der Zölle zur Inflation bei 0,5 Prozentpunkten lag.
Ursachen der Produktivitätsgewinne und aktuelle Inflationslage
Die Analyse der Boston Fed verdeutlicht, dass die beobachteten Produktivitätssteigerungen primär auf eine Reduzierung der geleisteten Arbeitsstunden und nicht auf eine Steigerung der Produktionsmenge zurückzuführen waren. Trotz dieser dämpfenden Effekte liege die Inflation mit rund 3 Prozent weiterhin über dem angestrebten Zielwert von 2 Prozent.
Ergänzend dazu zeigen Daten der Federal Reserve vom 18. August 2026, dass die US-Industrieproduktion im Juli um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stieg.
Besonders die Produktion von Computer- und Elektronikprodukten profitierte vom anhaltenden Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), der für die Hälfte des Wachstums in diesem Sektor verantwortlich war. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal annualisiert um 1,5 Prozent zunahm, verzeichneten die Einzelhandelsumsätze im Juli einen Rückgang von 0,6 Prozent.
Rolle der Künstlichen Intelligenz und globale Investitionstrends
Analysten von Goldman Sachs prognostizierten am 18. August 2026, dass die globalen Investitionen in KI-Infrastruktur bis zum Jahr 2026 die Marke von 1 Billion US-Dollar überschreiten werden. Es wird erwartet, dass KI-gestützte Produktivitätsgewinne über ein Jahrzehnt hinweg ein Wachstum von 15 Prozent ermöglichen und die globale Wirtschaftsleistung um 7 Billion US-Dollar steigern könnten.
Bereits im zweiten Quartal trieben Aktien aus dem Bereich der KI-Infrastruktur die Hälfte des Gewinnwachstums pro Aktie im S&P 500 voran, wobei ein Anstieg von 31 Prozent im Jahresvergleich verzeichnet wurde.
Gleichzeitig warnen Marktbeobachter von CMC Markets, dass der KI-Investitionsboom die US-Gesamtinflation um 0,4 Prozentpunkte erhöhen könnte. Steigende Preise für industrielle Baumaterialien, die im Jahresvergleich um 5,3 Prozent zunahmen, könnten die Inflation nahe der 3-Prozent-Marke halten und Zinssenkungen der Federal Reserve erschweren.
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In Indien beobachten Analysten von ICICI Securities bereits KI-gesteuerte Produktivitätssteigerungen von 50 bis 60 Prozent in Teilbereichen, was jedoch das Umsatzwachstum großer IT-Dienstleister bremsen könnte.
Massive Zollrückerstattungen stützen Unternehmensergebnisse
Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle finanzielle Lage vieler US-Unternehmen sind umfangreiche Zollrückerstattungen, die durch ein Urteil des Supreme Court unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) ausgelöst wurden.
Der Einzelhändler Target meldete für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 3,8 Prozent und einen Nettumsatz von 26,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf 4,11 US-Dollar, worin eine Zollrückerstattung von 1,65 US-Dollar enthalten ist. Insgesamt erhielt Target eine Vorsteuer-Rückerstattung von 994 Millionen US-Dollar.
Auch Home Depot profitierte von dieser Entwicklung und erhielt eine Rückerstattung in Höhe von 730 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatz von 47,86 Milliarden US-Dollar. Weitere Rückerstattungen gingen an Amazon in Höhe von 600 Millionen US-Dollar.
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Für Walmart wird ein potenzielles Volumen von bis zu 10,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Senator Rand Paul forderte am 18. August 2026, dass diese Rückerstattungen an die Verbraucher weitergegeben werden sollten, da US-Unternehmen zuvor rund 160 Milliarden US-Dollar an Zöllen gezahlt hätten, was die Haushalte mit etwa 1.100 US-Dollar pro Jahr belastet habe.
Geldpolitische Einordnung und Ausblick
Aus den am 19. August 2026 veröffentlichten Protokollen der Juli-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) geht hervor, dass die Mitglieder mehrheitlich dafür stimmten, den Leitzins in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen.
Während die mehrheit die Inflation als weiterhin erhöht ansah, sprachen sich einige Mitglieder für eine Anhebung aus, sollte keine Abkühlung eintreten. Drei Mitglieder stimmten gegen die Beibehaltung und favorisierten eine Erhöhung um 25 Basispunkte.
Auch international bleibt die Inflationsentwicklung im Fokus. Der stellvertretende Gouverneur der australischen Zentralbank (RBA) wies am 19. August 2026 darauf hin, dass sowohl geopolitische Konflikte im Nahen Osten als auch der KI-Boom Inflationsrisiken bergen. Die RBA beließ den Leitzins unverändert bei 4,35 Prozent, während der Lohnpreisindex im zweiten Quartal um 0,8 Prozent stieg.

