Im Rahmen des 18. BRICS-Gipfels in New Delhi hat der chinesische Staatspräsident Xi Jinping eine umfassende Initiative zur technologischen Zusammenarbeit präsentiert. Im Zentrum seiner Vision steht der Aufbau eines offenen KI-Ökosystems innerhalb der Staatengruppe.
China plane demnach die Gründung einer „BRICS AI Open Source Community“, um die Entwicklung von Large Language Models (LLM) zu fördern und den Austausch durch spezialisierte Forschung, Seminare und Trainingsprogramme zu intensivieren.
Ausbau der technologischen Kooperation innerhalb der Staatengruppe
Die Vorschläge des chinesischen Staatschefs sind Teil einer erweiterten Kooperationsstrategie für die „Greater BRICS“-Gemeinschaft, die mittlerweile 11 Mitgliedstaaten sowie 10 Partnerländer umfasst. Die Erweiterung der Gruppe schließt Nationen wie den Iran, Indonesien, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein.
Xi Jinping formulierte fünf zentrale Säulen für die künftige Zusammenarbeit: Künstliche Intelligenz, die Erleichterung von Handel und Investitionen, die Digitalindustrie, intelligente Fertigung (Smart Manufacturing) sowie die Talententwicklung.
Konkret sieht die chinesische Initiative die Schaffung einer „BRICS AI Open Source Zone“ vor. In diesem Rahmen soll China die Partnerstaaten bei der LLM-Entwicklung unterstützen.
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Ergänzend dazu schlug Xi die Einrichtung einer „BRICS Digital Industry Cloud Platform“ vor, um ein gemeinsames digitales Ökosystem zu etablieren. Im Bereich der industriellen Produktion zielt die Initiative auf den Aufbau von „Smart Factories“ und die Festlegung gemeinsamer technischer Standards ab.
Um die personellen Ressourcen für diese Transformation zu sichern, wurde die Gründung einer BRICS-Ingenieurallianz sowie ein Programm für den Innovationsaustausch unter Jugendlichen angeregt. In diesem Zusammenhang verwies der chinesische Staatschef auch auf die bereits bestehende World AI Cooperation Organization mit Sitz in Shanghai, der 29 Länder angehören, jedoch kein EU-Mitgliedstaat.
Globale Standards und nationale Datenregulierung
Parallel zu den internationalen Vorstößen treibt China die Standardisierung im Bereich der KI auch auf nationaler Ebene voran. Die National Data Administration (NDA) erarbeitet derzeit Richtlinien für sogenannte „embodied AI“. Diese Standards betreffen die Erhebung, Kennzeichnung, Speicherung und Weitergabe von Daten sowie Governance-Leitlinien für regionale Behörden.
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Bereits im Frühjahr 2026 hatte ein Standardisierungskomitee des Ministeriums für Industrie und Informationstechnik (MIIT) ein nationales Rahmenwerk für die Robotik veröffentlicht, das auch den Lebenszyklus von Daten umfasst. Branchenberichten zufolge sind seit Juni 2026 Benchmarking-Standards für diesen Bereich in Kraft.
Die nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) hatte zudem Ende August Maßnahmen für Trainings- und Pilotstandorte auf den Weg gebracht. Das Ziel dieser Bestrebungen sei eine Kommerzialisierung entsprechender Technologien bis zum Ende des Jahres 2026, wobei Unternehmen bereits Datensätze im Umfang von mehr als einer Million Stunden aufbauen.
Geopolitische Einordnung und wirtschaftliche Relevanz
Xi Jinping betonte während des Gipfels die Bedeutung der BRICS-Kooperation, die nun seit 20 Jahren bestehe. Die Gruppe repräsentiere fast 50 Prozent der Weltbevölkerung, rund 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und ein Fünftel des Welthandels.
Vor diesem Hintergrund forderte Xi eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) und der Vereinten Nationen sowie die Etablierung eines globalen Rahmens für die KI-Governance. Er sprach sich gegen Doppelstandards und das Prinzip des Rechts des Stärkeren aus.
Während des Gipfels kam es zudem zu einem bilateralen Treffen zwischen dem indischen Premierminister Narendra Modi und Xi Jinping. China wird im Jahr 2027 den Vorsitz der BRICS-Staaten übernehmen und den 19. Gipfel ausrichten. Trotz der umfangreichen KI-Vorschläge Chinas fand die Initiative in der am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Gipfels keine Erwähnung.
Flankierend zu den diplomatischen Bemühungen innerhalb der BRICS-Staaten wurde bekannt, dass Xi Jinping noch in diesem Monat in die USA reisen wird, um Gespräche mit Donald Trump zu führen. Im Hinblick auf die Entwicklungszusammenarbeit verwies China zudem auf die gewährten Nulltarife für Exporte aus 53 afrikanischen Ländern.

