Briefwahl-System: Whistleblower warnt vor Systemausfällen ab 4. September

Ein Whistleblower kritisiert die hastige USPS-Entwicklung für die Briefwahl. Vor dem Versand am 4. September wachsen technische und rechtliche Zweifel.

Am 1. September 2026 warnte ein Whistleblower vor erheblichen Risiken bei der Einführung neuer elektronischer Werkzeuge für das geplante Briefwahlsystem des United States Postal Service (USPS). Den Berichten zufolge könnten überhastete Entwicklungen zu katastrophalen Systemausfällen führen und die Integrität der Wahlprozesse massiv stören. Die Warnung erfolgt unmittelbar vor dem geplanten Versand der ersten Stimmzettel in mehreren Bundesstaaten.

Technisches Versagen und überhastete Entwicklung

Die Entwicklung des neuen Systems wurde innerhalb von weniger als drei Monaten vollzogen. Branchenüblich ist für Projekte dieser Komplexität ein Zeitraum von neun bis zwölf Monaten vorgesehen. Interne Quellen beschreiben den Prozess als geheimnisvoll, chaotisch und gefährlich beschleunigt. Beamte des USPS sollen die Entwicklung intern in drastischen Worten als gescheitert bezeichnet haben.

Ein besonderer Schwerpunkt der Kritik liegt auf der technischen Fehleranfälligkeit. Im Rahmen der neuen Abläufe führt bereits ein einziger fehlerhafter Barcode innerhalb einer Charge von 10.000 Sendungen dazu, dass die gesamte Charge abgelehnt wird.

Insgesamt kommen drei neue, bislang weitgehend ungetestete IT-Systeme zum Einsatz, darunter das sogenannte Federal Ballot Mail Portal. Obwohl für diese Systeme eine Fehlerquote von Null Prozent ausgegeben wurde, äußern Experten erhebliche Zweifel an der Stabilität der Portale. Zudem fehle dem USPS aktuell die technische Kapazität, um Wählerverzeichnisse effektiv zu verifizieren.

Rechtliche Konflikte und politische Vorwürfe

Das System wurde entwickelt, um eine Exekutivverordnung aus dem März zu erfüllen. Diese schreibt die Nutzung von Bundeslisten und eine obligatorische Übertragung von Stimmzetteln durch den USPS vor. Die Anordnung verlangt zudem, dass Stimmzettel ausschließlich an Wähler versendet werden, die auf speziellen Bundesbürgerlisten geführt werden.

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Senator Blumenthal veröffentlichte am 1. September 2026 eine 20-seitige Beschwerde und bezeichnete das Projekt als gefährlich überhastet sowie potenziell unrechtmäßig. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer Fehlfunktion nach Plan.

In der Beschwerde wird der Postbehörde zudem vorgeworfen, gerichtliche Anordnungen missachtet zu haben. Trotz bestehender Gerichtsbeschlüsse zur Unterbrechung der Arbeiten sei die Entwicklung im Juli wieder aufgenommen worden, um eine interne Frist zum 1. September einzuhalten.

Ein Bundesrichter blockierte die Durchsetzung der zugrunde liegenden Regelung bereits zuvor, wogegen das Justizministerium jedoch Berufung einlegte. Während eine Richterin eine 14-tägige einstweilige Verfügung erließ, hob der Oberste Gerichtshof eine frühere Verfügung auf.

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Ein Antrag der Regierung, die vorübergehende Blockade der Regelung vollständig aufzuheben, wurde von einem Bundesrichter abgelehnt. Bundesstaaten wie Kalifornien gehen bereits gerichtlich gegen die Umsetzung vor.

Zeitdruck vor den anstehenden Wahlen

Die Bedeutung der Briefwahl für das US-Wahlsystem ist erheblich; im Jahr 2024 stimmte fast ein Drittel der Amerikaner per Post ab. Der Zeitplan für die aktuelle Implementierung gilt als äußerst kritisch. Bereits am 4. September 2026 beginnen die ersten Bundesstaaten mit dem offiziellen Versand der Stimmzettel. Die ersten Sendungen sollen am kommenden Freitag an Angehörige des Militärs im Übersee-Einsatz aus North Carolina verschickt werden.

Senator Blumenthal hat die Postbehörde aufgefordert, bis zum 4. September detaillierte Antworten zu den Vorwürfen und den technischen Mängeln vorzulegen. Die Behörde steht nun unter Druck, die Zuverlässigkeit der Systeme nachzuweisen, während die ersten Briefwahlunterlagen bereits den Postweg erreichen.