Die großen Browser-Hersteller korrigieren ihren Kurs: Statt auf immer mehr künstliche Intelligenz setzen die neuesten Updates von Firefox und Chrome auf praktische Werkzeuge und umfassende Nutzerkontrolle. Diese strategische Wende kommt vor allem Unternehmen und datenbewussten Nutzern entgegen, die stabile und sichere Arbeitsumgebungen fordern.
Firefox 148.0: Der große KI-Ausschalter ist da
Mozilla reagiert mit Firefox 148.0 direkt auf die wachsende Skepsis gegenüber der KI-Flut in Browsern. Das Update, das ab dem 25. Februar ausgerollt wird, bringt einen zentralen Schalter im Einstellungsmenü. Mit einem Klick lassen sich damit alle KI-Funktionen des Browsers komplett deaktivieren – inklusive Tools, Pop-ups und Werbehinweise.
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Die neue version bietet zwar durchaus fortschrittliche KI-Hilfen, etwa für automatische Bildbeschreibungen in PDFs oder einen Sidebar-Chatbot. Doch Mozilla priorisiert klar die Nutzerautonomie. Für IT-Abteilungen ist der „Kill-Switch“ ein wichtiges Werkzeug, um die Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben auf Firmengeräten durchzusetzen und unerwünschte Datenverarbeitung zu unterbinden.
Chrome setzt auf native Produktivitätstools
Parallel dreht auch Google bei Chrome den Spieß um. Statt weiter aggressive KI-Integration voranzutreiben, konzentriert sich das Update vom 23. Februar auf handfeste Arbeitserleichterungen. Im Fokus stehen drei neue Funktionen: Ein natives Split View, erweiterte PDF-Bearbeitung und direkte Cloud-Speicherung.
Das Split View teilt ein Browser-Fenster in zwei Hälften für verschiedene Webseiten – ein Ende des Fenster-Chaos. Noch bedeutender ist das integrierte PDF-Tool. Nutzer können Dokumente nun direkt in Chrome digital signieren, kommentieren und bearbeiten. Das macht externe Programme wie Adobe Acrobat in vielen Fällen überflüssig. Für Unternehmen reduziert dies die Sicherheitsrisiken durch Drittanbieter-Add-ons erheblich.
Sicherheits-Patches und neue Bedrohungen
Unter der Haube gab es im Februar kritische Aktualisierungen. Google schloss mit Chrome 145 insgesamt 11 Sicherheitslücken, darunter eine kritische Zero-Day-Schwachstelle (CVE-2026-2441). Die Investitionen in das Bug-Bounty-Programm zeigen, wie ernst die Bedrohungslage ist.
Diese ist real: Ein aktueller Report von Malwarebytes warnt vor bösartigen Browser-Erweiterungen. Kampagnen wie „GhostPoster“ schleusten Schadcode in scheinbar harmlose Add-ons ein und kompromittierten Hunderttausende Geräte. Der Trend zu nativen Funktionen – wie dem PDF-Signer in Chrome – ist daher auch eine Antwort auf diese wachsende Gefahr.
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Enterprise-Browser-Management wird zum Muss
Die Updates kommen zur rechten Zeit. Das Management von Browsern entwickelt sich zur zentralen Säule der Unternehmenssicherheit. Moderne Verwaltungsplattformen geben IT-Abteilungen heute zentrale Kontrolle über Konfigurationen ganzer Geräteflotten. Sie können Richtlinien durchsetzen, die etwa KI-Funktionen firmenweit deaktivieren – genau wie mit Firefox‘ neuem Schalter.
Unternehmen stehen vor der Wahl: Setzen sie auf spezielle, hochsichere Enterprise-Browser oder auf stark abgesicherte Mainstream-Anwendungen? Experten sind sich einig: Entscheidend für die Akzeptanz in Unternehmen werden native, einfach verwaltbare Funktionen und strikte Opt-out-Möglichkeiten für datenhungrige KI-Tools sein.
Ausblick: Modularität und Kontrolle statt KI-Hype
Die Entwicklung der kommenden Monate zeichnet sich bereits ab. Browser werden modularer, privatsphärenorientierter und unterliegen strengerer administrativer Kontrolle. Gleichzeitig zwingen Hersteller wie Mozilla mit dem Aus für Updates auf alten Windows-Systemen zu notwendigen Hardware-Migrationen.
Der Wettbewerb wird sich daran entscheiden, wer nahtlose Produktivität mit robusten Management-Optionen verbinden kann. Für Nutzer bleibt es ein Balanceakt: zwischen dem Komfort automatisierter Helfer und dem grundlegenden Recht auf digitale Privatsphäre. Die Updates dieser Woche zeigen, dass die Hersteller diesen Konflikt endlich ernst nehmen.





