BSI warnt vor dauerhaftem WLAN: Gefälschte Hotspots können Passwörter stehlen

Das BSI rät zum gezielten Einsatz drahtloser Verbindungen und nennt Schutz vor Datenabgriff, Standortverfolgung und unnötigem Akkuverbrauch.

•

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Smartphone-Nutzern dazu, drahtlose Schnittstellen wie WLAN, Bluetooth und NFC nicht dauerhaft aktiviert zu lassen. Wie aus Berichten hervorgeht, sollten diese Funktionen im Alltag nur bei tatsächlichem Bedarf eingeschaltet werden.

Die Maßnahme diene sowohl dem Schutz der persönlichen Daten als auch der Schonung des Smartphone-Akkus. Auch Verbraucherschützer schließen sich dieser Einschätzung an und raten dazu, Verbindungen wie WLAN unterwegs zu trennen.

Risiken durch gefälschte Hotspots und Standortverfolgung

Für das Deaktivieren der Funkmodule nennt das BSI mehrere sicherheitsrelevante Gründe. Neben der reinen Stromeinsparung verringert das Abschalten die Gefahr, Passwörter an bösartige, manipulierte Hotspots zu übertragen. Solche gefälschten Netzwerke können darauf ausgelegt sein, Zugangsdaten von Geräten abzugreifen, die sich automatisch mit bekannten oder offenen Funknetzen verbinden.

Zudem warnt die Behörde vor Risiken für die Privatsphäre, die durch gespeicherte Netzwerkprofile entstehen. Smartphones suchen kontinuierlich nach bekannten Verbindungen und senden dabei Kennungen aus. Über öffentlich kartierte Netzwerkverzeichnisse lässt sich anhand dieser ausgelesenen Listen unter Umständen die exakte Wohnadresse der Nutzer nachvollziehen.

Technische Umsetzung unter iOS und Android

Die praktische Handhabung unterscheidet sich je nach mobilem Betriebssystem. Auf Apple-Geräten können Anwender das WLAN ortsbasiert über die interne Kurzbefehle-Automation regulieren. Als Auslöser dienen Einstellungen wie das Verlassen des aktuellen Orts mit der Option zur sofortigen Ausführung, verknüpft mit der Aktion zum Abschalten des WLANs.

Für die spätere Rückkehr kann eine entsprechende Gegenautomation eingerichtet werden. Zu beachten ist dabei, dass Apple das WLAN am folgenden Tag standardmäßig wieder eigenständig aktiviert.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit seines Mobilgeräts befasst, sollte auch die grundlegenden Schutzmechanismen des Betriebssystems beherrschen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone wirksam gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Unter Android finden Nutzer in den Netzwerkeinstellungen die Option, das WLAN automatisch aktivieren zu lassen. Eine einheitliche, standortbasierte Abschaltautomatik ist im Betriebssystem ab Werk jedoch nicht integriert. Wer das Funksignal bei Verlassen der Wohnung nicht manuell deaktivieren möchte, kann auf Hilfsmittel wie beschreibbare NFC-Tags oder Automatisierungsdienste wie IFTTT zurückgreifen.

Weitere Basisschutzmaßnahmen für Mobilgeräte und Heimnetzwerke

Über den Umgang mit Funkschnittstellen hinaus formuliert das BSI weitergehende Ratschläge für die mobile IT-Sicherheit. Nutzer sollten App-Berechtigungen bereits vor der Installation sowie nach jeder Programmaktualisierung kontrollieren. Für den Fall eines Verlusts empfiehlt die Behörde, die individuelle Gerätekennung IMEI über die Tastenkombination *#06# abzurufen und zu notieren, um sie bei einer Diebstahlanzeige direkt griffbereit zu haben.

Bereits bei der Ersteinrichtung sollten grundlegende Sicherheitsregeln beachtet werden:
– Die sofortige Installation anstehender Softwareupdates (auf dem iPhone unter „Allgemein“ und „Softwareupdate“, unter Android über „System“ und „Softwareupdates“).
– Die Vergabe eines mindestens sechsstelligen Sperrcodes in Kombination mit biometrischen Verfahren wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruck anstelle einfacher Kombinationen wie 123456, 000000 oder dem eigenen Geburtsdatum.
– Die frühzeitige Aktivierung von Backups über iCloud oder die Google-Sicherung sowie das Einschalten der Ortungsdienste („Wo ist?“ beziehungsweise „Mein Gerät finden“).
– Die Absicherung des Apple-Accounts oder Google-Kontos mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Anzeige

Die Sicherheit Ihres Smartphones hängt entscheidend von den richtigen Einstellungen ab, doch viele Nutzer lassen wichtige Schutzfunktionen ungenutzt. Ein kostenloser PDF-Ratgeber erklärt Ihnen verständlich und ohne Fachjargon, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Gerät dauerhaft schützen. Gratis-Ratgeber für Smartphone-Sicherheit herunterladen

Auch für das Heimnetzwerk mahnt das BSI zu Vorsicht. Besitzer von Fritzbox-Routern werden vor der dauerhaften Nutzung des MyFRITZ!-Fernzugriffs gewarnt. Da die Funktion den Zugriff von außerhalb über das Internet ermöglicht, stellt sie ein potenzielles Einfallstor für Angreifer dar. Der Fernzugriff sollte daher lediglich bei konkretem Bedarf kurzzeitig aktiviert und im Anschluss wieder abgeschaltet werden.