Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät Smartphone-Nutzern dazu, drahtlose Schnittstellen wie WLAN, Bluetooth und NFC außerhalb des eigenen Zuhauses nur bei tatsächlichem Bedarf zu aktivieren. Die Behörde begründet diesen Schritt mit Sicherheits- und Datenschutzbedenken sowie dem Einsparen von Energie. Auch Verbraucherschützer empfehlen mittlerweile, WLAN auf mobilen Geräten unterwegs abzuschalten.
Risiken durch gefälschte Netzwerke und Standortdaten
Nach Angaben des BSI birgt das dauerhafte Aktivieren mobiler Schnittstellen Gefahren durch Kriminelle. Als wesentliche Einfallstore nennt die Behörde manipulierte Funknetzwerke, die offizielle Bezeichnungen imitieren, um Nutzer zur Verbindung zu bewegen und Zugangsdaten abzugreifen.
Zudem warnt das BSI vor Methoden wie Bluesnarfing, bei denen Angreifer über Bluetooth unbemerkt Daten wie Fotos entwenden oder Telefongespräche abhören können. Gleichzeitig betont die Behörde, dass eine aktivierte WLAN-Schnittstelle für sich genommen nicht zwingend eine erfolgreiche Kompromittierung des Geräts bedeutet.
Ein weiteres Risiko betrifft den Schutz persönlicher Standortdaten. Da mobile Endgeräte permanent nach bekannten WLAN-Netzwerken suchen, können eindeutige Bezeichnungen gespeicherter Zugänge in öffentlich zugänglichen Verzeichnissen erfasst werden. Dies ermöglicht potenziell Rückschlüsse auf Wohnadressen oder häufig besuchte Orte.
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Neben den Sicherheitsaspekten führt das BSI auch die Verlängerung der Akkulaufzeit an, wobei das genaue Ausmaß der Ersparnis vom jeweiligen Gerät und den individuellen Einstellungen abhängt.
Internationale Warnungen vor Bluetooth-Angriffen
Ähnliche Hinweise kommen aus dem Ausland. Das australische Cyber Security Centre rät ebenfalls dazu, Bluetooth bei Nichtnutzung konsequent zu deaktivieren. Die Behörde stellt fest, dass Bluetooth zunehmend von Angreifern ins Visier genommen wird, da entsprechende Schnittstellen fortlaufend Signale zur Kopplung aussenden.
Im September ergaben Überprüfungen der Behörde, dass in Australien vertriebene günstige Datenbrillen ohne Passworteingabe über Bluetooth angreifbar waren; der zuständige Datenschutzbeauftragte leitete daraufhin Ermittlungen gegen einen chinesischen Softwareanbieter ein.
Das ACSC empfiehlt Anwendern, regelmäßige Aktualisierungen einzuspielen, unaufgeforderte Kopplungsanfragen abzuweisen, nicht mehr genutzte Verbindungen zu löschen und App-Berechtigungen sorgfältig zu kontrollieren.
Auch Fachberichte verweisen auf spezifische Angriffsvektoren im Bluetooth-Bereich. Berichten zufolge kommt bei Attacken im Ausland mitunter die Methode BlueBorne zum Einsatz, bei der Schadsoftware ohne Interaktion der Nutzer über aktive Bluetooth-Schnittstellen eingeschleust werden kann.
Zwar ist die Reichweite der Nahfunktechnik begrenzt, Experten weisen jedoch darauf hin, dass in dicht gedrängten öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen oder Flughäfen Angriffe in größerem Umfang durchführbar sind.
Vorsichtsmaßnahmen in öffentlichen Funknetzwerken
Für das Arbeiten in öffentlichen WLAN-Umgebungen formulieren Fachmedien zusätzliche Schutzmaßnahmen. Öffentliche Netze sind vielfach unzureichend abgesichert und anfällig für Man-in-the-Middle-Angriffe sowie gefälschte Zugangspunkte.
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Zu den empfohlenen Vorkehrungen gehören das Deaktivieren der automatischen Verbindungsaufnahme zu bereits bekannten Netzwerken, die Verwendung von virtuellen privaten Netzwerken (VPN) sowie der Verzicht auf sensible Vorgänge wie Online-Banking oder Logins in sozialen Netzwerken über offene Hotspots.
Unternehmensorganisationen wird für mobile Teams geraten, Mehrfaktor-Authentifizierung, geschäftliche VPN-Lösungen und klare Richtlinien für mobiles Arbeiten durchzusetzen.

