Die Open-Source-Zahlungsplattform BTCPay Server steht nach der Entdeckung einer kritischen Sicherheitslücke unter erheblichem Druck. Nachdem am vergangenen Freitag die Version 2.4.2 zur Behebung eines schwerwiegenden Fehlers veröffentlicht wurde, folgen nun Berichte über neue, getarnte Angriffsmuster. Aktuellen Informationen zufolge wurde ein sogenannter Windows-Crash-Angriff beobachtet, der unmittelbar auf die Bereitstellung des Sicherheitspatches folgte und darauf abzielt, die Schwachstellen in der Lightning-Infrastruktur weiter auszunutzen.
Kritische Sicherheitslücke in der Greenfield-API
Der Kern der Problematik liegt in einer Schwachstelle, die es nicht authentifizierten Angreifern ermöglichte, einen Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Bypass (2FA) der Greenfield-API auszunutzen. Durch diesen Fehler konnten unbefugte Dritte LND-Macaroon-Zugangsdaten entwenden. Diese digitalen Schlüssel gewähren weitreichende Befugnisse über Lightning-Nodes, was im aktuellen Fall dazu genutzt wurde, die betroffenen Nodes vollständig zu leeren.
Branchenberichten zufolge sind von dieser Sicherheitslücke potenziell Hunderttausende aktive Instanzen weltweit betroffen. Während die On-Chain-Wallets laut Entwicklerangaben nicht von der Schwachstelle gefährdet sind, konzentriert sich das Risiko explizit auf die Lightning-Nodes. Um den Diebstahl von Geldern zu stoppen, wurde der Remote-Lightning-Zugriff vorübergehend deaktiviert.
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Prominente Opfer und bestätigte Verluste
Die Tragweite des Vorfalls wird durch die Betroffenheit namhafter Akteure deutlich. Unter anderem wurden die Nodes der Foundation sowie von Citadel21 kompromittiert. Foundation-CEO Zach Herbert bestätigte bereits am Freitag, dass die Node der Organisation geleert wurde. Auch bei Citadel21 kam es zu bestätigten Verlusten von Guthaben.
Parallel zu der technischen Schwachstelle im BTCPay Server wurde ein weiterer schwerwiegender Vorfall bekannt, der im Zusammenhang mit einer gefälschten Trezar-Anzeige bei Google steht. Über eine professionell gestaltete Phishing-Seite gelang es Angreifern, rund 24,04 BTC zu entwenden, was einem Gegenwert von etwa 1,6 Mio. USD entspricht. Infolge dieser Ereignisse intensivierten die Entwickler die Bemühungen, die Nutzer zur sofortigen Aktualisierung ihrer Systeme zu bewegen.
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Dringende Handlungsempfehlungen für Betreiber
Die Entwickler von BTCPay Server fordern alle Betreiber von Instanzen auf, umgehend auf die Version 2.4.2 zu aktualisieren. Dieses Update installiert automatisch LND 0.21.1 und löst eine Neugenerierung der Macaroon-Zugangsdaten aus, um kompromittierte Schlüssel ungültig zu machen.
Zusätzlich zur Aktualisierung der Hauptsoftware werden folgende Schritte für Administratoren als zwingend erforderlich eingestuft:
* Die Aktualisierung von NBXplorer auf die Version 2.6.10.
* Eine manuelle Rotation aller Macaroons und die Änderung sämtlicher Zugangsdaten.
* Die Überprüfung der Transaktionshistorie auf unautorisierte Zahlungen oder verdächtige Kanalschließungen.
* Die vorsorgliche Verschiebung von Hot-Wallet-Geldern auf sichere Cold-Storage-Lösungen.
Trotz der Dringlichkeit der Lage gab es Berichte, wonach die offizielle GitHub-Releaseseite am Montagmorgen weiterhin die ältere Version 2.4.1 als aktuellste Fassung listete. Betreiber sollten daher genau prüfen, ob sie den neuesten Sicherheitspatch bereits korrekt implementiert haben, um sich vor weiteren Angriffen, wie dem neu gemeldeten getarnten Windows-Crash-Angriff, zu schützen.

