Die Open-Source-Zahlungsplattform BTCPay Server hat eine dringende Sicherheitswarnung an ihre Nutzerbasis herausgegeben. In allen Versionen vor der aktuellen Version 2.4.2 wurde eine kritische Schwachstelle identifiziert, die laut Berichten bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt wird, um digitale Vermögenswerte zu entwenden. Betreiber von BTCPay-Instanzen werden aufgefordert, umgehend ein Update durchzuführen oder ihre Server bis zur Absicherung vom Netz zu nehmen.
Massive Verluste in der Bitcoin-Community
Die Auswirkungen der Sicherheitslücke sind bereits in erheblichem Maße spürbar. Nach Informationen von Galaxy Research wurden Coldcard-Nutzern bereits 1.719 BTC entwendet, was einem Gegenwert von etwa 111 Millionen US-Dollar entspricht. Analysten gehen davon aus, dass die Gesamtschäden durch den Exploit die Marke von 130 Millionen US-Dollar überschreiten könnten.
Betroffen sind unter anderem namhafte Akteure der Bitcoin-Infrastruktur. Berichten zufolge wurden die Lightning-Knoten von Foundation und Citadel21 bereits geleert. Zum Zeitpunkt der ersten Berichte über die Angriffe notierte der Bitcoin-Kurs bei etwa 64.800 US-Dollar. Die Attacken scheinen gezielt auf die Bitcoin-Community ausgerichtet zu sein, wobei insbesondere Selbst-Hoster, auch in Regionen wie Afrika und Südasien, im Visier der Angreifer stehen.
Technische Hintergründe und Schwachstelle
Die Schwachstelle betrifft spezifisch LND-Knoten (Lightning Network Daemon), während On-Chain-Wallets nach derzeitigem Kenntnisstand nicht direkt gefährdet sind. Den technischen Kern des Problems bildet eine Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (TOTP-2FA) über die sogenannte Greenfield API Basic Auth. Dieser Fehler ermöglicht es Unbefugten, Zugriff auf LND-Macaroons zu erlangen – digitale Berechtigungsnachweise, die den Zugriff auf die Funktionen eines Lightning-Knotens steuern.
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Entdeckt wurde die Sicherheitslücke vom Bitcoin Red Team. Auffällig ist, dass der Fehler zunächst nicht im offiziellen Changelog aufgeführt war. Bisher wurde für diese Schwachstelle keine spezifische CVE-Kennung veröffentlicht, was die Dringlichkeit der manuellen Prüfung durch Administratoren unterstreicht.
Dringende Handlungsempfehlungen für Server-Betreiber
Um die Sicherheit der Systeme wiederherzustellen, ist die Installation des Notfall-Patches 2.4.2 zwingend erforderlich. Zusätzlich muss die Komponente NBXplorer auf die Version 2.6.10 aktualisiert werden.
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Sicherheitsexperten raten zudem zu umfassenden Nachbereitungen nach dem Update. Da die Integrität der bestehenden Zugriffsberechtigungen nicht mehr garantiert werden kann, müssen die Macaroons rotiert beziehungsweise ersetzt werden. Dies beinhaltet die Neuerstellung der Datenbankdatei macaroons.db sowie die Aktualisierung sämtlicher Authentifizierungs-Strings. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, Gelder aus Hot-Wallets vorübergehend auf sicherere Speichermedien zu verschieben, bis die Systemumgebung vollständig bereigt und abgesichert ist.
Obwohl das genaue Ausmaß der betroffenen Nutzerschaft noch nicht abschließend beziffert werden kann, verdeutlichen die bisherigen Schadensmeldungen die Schwere des Vorfalls für das gesamte Ökosystem der Bitcoin-Zahlungsabwicklung.

