Tencent Holdings hat mit Buddy One einen einheitlichen KI-Arbeitsbereich auf den Markt gebracht, der verschiedene Produktivitätsanwendungen bündelt. Im Zentrum der neuen Plattform steht der KI-Agent WorkBuddy, der komplexe Büroaufgaben anwendungsübergreifend automatisieren soll.
Wie Fachmedien Ende Oktober berichteten, vollzieht das Unternehmen damit einen strategischen Schritt weg von isolierten Einzel-Chatbots hin zu integrierten Systemen für mehrstufige Arbeitsabläufe.
Plattformintegration und Tarifstruktur
Vorgestellt wurde Buddy One am 29. Oktober 2026 auf dem Global Digital Ecosystem Summit in Shenzhen. Das System verbindet die Anwendungen WorkBuddy, Tencent Docs, Tencent Meeting, Tencent Cloud Drive sowie ima. Die Verknüpfung der Benutzerkonten erfolgt dabei kostenlos und greift auf ein einheitliches Guthabensystem zurück.
Für professionelle Anforderungen bietet Tencent das Paket Buddy One VIP an. Dieses kombiniert WorkBuddy Flagship mit Tencent Meeting Professional und Tencent Docs Super Member Plus. Das Abonnement beinhaltet monatlich 50.000 universelle Einheiten – zusammengesetzt aus 20.000 Basiseinheiten und 30.000 Bonuspunkten – sowie einen Terabyte geteilten Speicherplatz.
Offene Architektur und Verbreitung im Markt
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Ebenfalls am 29. Oktober 2026 gab Tencent bekannt, dass die Architektur von WorkBuddy sowohl für hauseigene als auch für externe Agenten sowie fremde Kommunikationssysteme geöffnet wird. Neben den konzerneigenen Hy-Modellen bindet WorkBuddy zahlreiche Modelle von Drittanbietern ein, darunter Gemini, ChatGPT, Claude, DeepSeek, Minimax, Kimi und GLM. Auf der Konferenz wurden zudem internationale Unternehmensfunktionen für die Plattform angekündigt.
Über den bisherigen Rollout berichtete Liu Yi, Vizepräsident von Tencent Cloud und Leiter der Bereiche CodeBuddy und WorkBuddy, am 29. Oktober 2026: Bereits 50 Prozent der Top-500-Unternehmen Chinas nutzen WorkBuddy.
Insgesamt seien über 9 Milliarden Aufgaben eingereicht worden, während auf der offenen Plattform 200.000 Fähigkeiten zur Verfügung stünden. Dowson Tong, Senior-Vizepräsident von Tencent und Leiter des Bereichs Cloud and Smart Industries, nannte am selben Tag keine festen Kommerzialisierungsziele für das Entwicklerteam.
Modellentwicklung und internationaler Wettbewerb
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Auf der Konferenz präsentierte Tencent zudem die Modelle Hy4 sowie das kosteneffiziente Hy4 Flash, die vor der Veröffentlichung stehen. Für Hy4 nannte das Unternehmen bislang weder Starttermine noch Benchmark-Daten oder Preise.
Eine Verbesserung der Bruttomarge stellte Liu Yi für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren in Aussicht. Die zugrundeliegende Infrastruktur von Tencent Cloud bedient Kunden in über 150 Ländern über 25 Regionen und 70 Verfügbarkeitszonen; der Auslandskundenstamm habe sich im Vorjahr verdoppelt.
Mit der Bündelung reagiert der Konzern auf den Wettbewerb durch ByteDance und Alibaba, die ebenfalls eigene KI-Bürolösungen vorantreiben. Die engere Verzahnung entspricht einem breiteren Branchentrend.
So führte Microsoft am 20. Oktober 2026 für Work IQ das Werkzeug Retrieve ein, das unter Berücksichtigung bestehender Zugriffsrechte Suchen über E-Mails, Dateien, Besprechungsnotizen und Teams-Nachrichten hinweg durchführt. Google hatte bereits im September 2026 Workspace-Funktionen erweitert, um aus E-Mails, Drive-Dateien und Chats editierbare Dokumente über Gemini zu erstellen.

