Zwischen dem 14. und 18. Juli 2026 haben die großen Bürosoftware-Anbieter eine neue Generation KI-gestützter Tools vorgestellt. Der Trend: Lokale Verarbeitung, plattformübergreifende Kompatibilität und automatisierte Dokumentenverwaltung.
Die Branche bewegt sich weg von reinen Cloud-Lösungen hin zu hybriden Modellen. Diese kombinieren die Intelligenz der Cloud mit lokaler Ausführung – ein Gewinn für Sicherheit und Effizienz. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: mehr Kontrolle über sensible Daten bei gleichzeitigem Zugriff auf modernste KI-Funktionen.
Kingsoft Office: Nächste Generation mit smarten Agenten
Am 17. Juli 2026 präsentierte Kingsoft Office die nächste Generation seiner WPS-Office-Suite. Die integrierten KI-Funktionen erledigen Aufgaben wie Dokumentenzusammenfassung, Datenanalyse und die automatische Erstellung von Präsentationen. Neu sind „Smart Documents“, „Smart Tables“ und „Smart Forms“ – bei voller Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten auf Windows, macOS, Linux, Android und iOS.
Bereits zwei Tage zuvor stellte das Unternehmen seine KI-Agenten-Strategie vor. Lingxi Professional fungiert als persönlicher KI-Assistent für End-to-End-Aufgaben in nativen Office-Dateien. WPS Comate richtet sich an Organisationen und kann Vertragsprüfungen von mehreren Tagen auf rund 48 Stunden verkürzen – bei einer Risikoerkennungsrate von 92 Prozent.
Auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz 2026 am 17. Juli zeigte Kingsoft den WPS AI Table Agent. Dieser erreichte bei technischen Benchmarks für Tabellenkalkulation beeindruckende 98,25 Prozent.
Microsoft: Outlook-Update und SharePoint-Archivierung
Microsoft hat sein Produktivitäts-Ökosystem ebenfalls grundlegend überarbeitet. Seit dem 14. Juli 2026 erlaubt das Update auf Outlook für Mac Version 16.111 das Bearbeiten von Nachrichten im Postausgang und bietet eine aktualisierte Navigationsleiste. Die Copilot-Integration unterstützt nun über 30 Dateitypen bis zu einer Größe von 50 Megabyte.
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Eine wichtige Änderung: Die Meeting Insights-Funktion wird im September 2026 eingestellt. Copilot übernimmt dann die Aufgabe, Zusammenfassungen vor Besprechungen zu liefern.
Im SharePoint-Umfeld wurden am 15. Juli neue Archivierungsfunktionen für einzelne Dateien eingeführt – inklusive einer 30-tägigen Aufbewahrungssperre. Ende Juli sollen weitere Updates folgen: Dann lassen sich mit Copilot direkt aus bestehenden SharePoint-Inhalten Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien erstellen, begleitet von neuen Automatisierungsvorlagen.
Interessant für preisbewusste Nutzer: Microsoft Office 2024 Professional Plus ist weiterhin als Einmalkauf für rund 55 Euro erhältlich. Das steht im deutlichen Kontrast zum Abo-Modell von Microsoft 365, das bei etwa zehn Euro pro Monat beginnt.
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Eigenständige KI-Assistenten im Kommen
Mehrere Anbieter haben kürzlich eigenständige KI-Agenten auf den Markt gebracht, die neben klassischer Bürosoftware arbeiten. Am 18. Juli veröffentlichte iFlytek den Desktop-Assistenten Loomy. Er integriert sich in Plattformen wie WeChat, QQ und DingTalk und nutzt ein hybrides Verarbeitungsmodell: Einfache Befehle werden lokal ausgeführt, komplexe Aufgaben wandern in die iFlytek-Spark-V4-Cloud. Die CPU-Auslastung bleibt dabei auf handelsüblichen Laptop-Prozessoren unter zwölf Prozent.
Ebenfalls zwischen dem 16. und 18. Juli launchte LM Studio den Agenten Bionic. Er ist für Codierung und Dokumentenbearbeitung konzipiert und lässt Nutzer zwischen lokaler und Cloud-Ausführung wählen. Bionic bietet Offline-Sprachtranskription und bearbeitet Dokumente in einer Sandbox-Umgebung. Das Tool unterstützt mehrere Open-Weight-Modelle wie GLM 5.2 und Qwen 3.6. Für Cloud-Aufgaben gilt eine Zero-Data-Retention-Policy – ein klares Signal für Datenschutzbedenken.
Infrastruktur und Integration: Die Basis für morgen
Auch im Hintergrund tut sich einiges. Tencent aktualisierte am 18. Juli seine WorkBuddy-Plattform. Nutzer können diese nun per WeChat-Text- und Sprachbefehlen vom Smartphone aus steuern. Ein Startangebot von 5.000 kostenlosen Credits gilt bis zum 31. März 2026.
Smartsheet gab am 17. Juli bekannt, einen Remote-MCP-Server (Model Context Protocol) auf AWS aufgesetzt zu haben. Diese Architektur gibt KI-Agenten strukturierten Zugriff auf Smartsheet-Daten – realisiert mit AWS-Diensten wie Fargate und Bedrock. Das Unternehmen spricht von Einsparungen von über drei Milliarden Tokens durch Optimierungsmaßnahmen.
Für Freunde quelloffener Software: LibreOffice 25.2 wurde kürzlich von der Document Foundation hervorgehoben. Die Version unterstützt nun ODF 1.4 und verbessert die Interoperabilität mit OOXML-Formaten. Neue Funktionen für die Duplikatsverwaltung in Tabellen und eine optimierte Änderungsverfolgung in der Textverarbeitung runden das Update ab.

