Viele Beschäftigte im Vereinigten Königreich kämpfen im Berufsalltag mit Standardanwendungen wie Präsentationsprogrammen, PDF-Dateien und Tabellenkalkulationen.
Wie das Fachportal itbrief.co.uk in einem Bericht vom 06.11.2026 meldete, ergab eine Umfrage von Adobe Acrobat unter 2.000 britischen Erwachsenen erhebliche Wissenslücken bei weit verbreiteten Softwarewerkzeugen. Demnach fühlen sich 32 Prozent der Beschäftigten in Großbritannien unsicher bei der Erstellung von PowerPoint-Präsentationen.
Ähnlich hoch liegen die Werte beim Umgang mit PDF-Inhalten mit 30 Prozent sowie bei Tabellenkalkulationen mit 29 Prozent. Letztere besitzen zugleich einen besonders hohen Stellenwert: 42 Prozent der befragten Arbeitnehmer bezeichnen Tabellen als wichtigste digitale Fähigkeit für ihre berufliche Tätigkeit.
Ausgeprägte Unterschiede nach Alter und Branche
Die Befragung von Adobe Acrobat macht deutlich, dass die Unsicherheiten auch über klassische Dateiformate hinausreichen. So gaben 30 Prozent der Erwerbstätigen an, sich bei der Nutzung von Kollaborationswerkzeugen wie Teams, Slack oder Google Docs unsicher zu fühlen. Zudem äußerten 28 Prozent Bedenken bei der Konvertierung von Dateiformaten, 27 Prozent beim Einsatz digitaler Signaturen und 26 Prozent bei der Bearbeitung von PDF-Dokumenten.
Zwischen den Altersgruppen zeigen sich deutliche Diskrepanzen. In der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen bezeichnen sich 77 Prozent als sicher beim Bearbeiten von Dokumenten, 76 Prozent bei der Dateikonvertierung und 73 Prozent bei der Extraktion von Daten aus PDF-Dokumenten.
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Bei den Beschäftigten über 55 Jahren sinken diese Werte merklich: Hier sind es 47 Prozent bei Dokumenten, 45 Prozent bei Tabellen und 43 Prozent im weiteren Umgang mit entsprechenden Dateifunktionen.
Auch die Arbeitsbereiche weisen spezifische Defizite auf. In der Konsumgüterindustrie (FMCG) erklärten 50 Prozent der Befragten, unsicher beim Bearbeiten und Formatieren von Dokumenten zu sein. Im Kultur- und Kunstsektor äußerten jeweils 39 Prozent der Beschäftigten Unsicherheiten bei Tabellenkalkulationen sowie bei der Konvertierung von Dokumenten.
Parallel dazu verzeichnen Suchmaschinen einen gesteigerten Hilfebedarf bei simplen Arbeitsabläufen: Suchanfragen zum Ausfüllen von PDFs stiegen innerhalb von drei Monaten um 23 Prozent, während Anfragen zum Signieren um 23,5 Prozent zulegten. Das monatliche Suchvolumen für die PDF-Bearbeitung liegt bei 60.000 und für das Entfernen von Seiten aus Dokumenten bei 37.000 Anfragen.
Das Missverständnis der Digital Natives im Unternehmen
Ergänzende Analysen bestätigen, dass eine scheinbare Technikaffinität jüngerer Generationen nicht zwangsläufig mit beruflicher Handlungskompetenz einhergeht. Wie das Portal pqmagazine.com am 04.11.2026 berichtete, beleuchtet ein Whitepaper des Bildungsanbieters Kaplan diese Problematik.
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Michael Lafferty, Leiter für Daten- und Technologiebildung bei Kaplan und Autor des Berichts, weist darauf hin, dass Berufseinsteiger und Auszubildende zwar routiniert mit alltäglichen Kommunikationstools umgehen, aber verdeckte operative Risiken in Bereichen wie Datenschutz, Informationssicherheit und fortgeschrittener Datenmanipulation mit sich bringen.
In praktischen Tests von Kaplan scheiterten unangeleitete Nachwuchskräfte regelmäßig an den rechtlichen, kommerziellen und technischen Komplexitäten von Unternehmenssoftware sowie an anspruchsvollen analytischen Datenmodellen. So sei vielen Einsteigern die Datenschutz-Grundverordnung namentlich vertraut, die direkten geschäftlichen Folgen und Risiken einer tatsächlichen Datenpanne würden sie hingegen oft nicht erfassen.
Lafferty bezeichnet die Annahme, junge Arbeitnehmer seien automatisch kompetente digitale Allrounder, als Illusion. Diese Sichtweise verdecke grundlegende Haftungsrisiken bei Compliance-Vorgaben, der Tabellenmodellierung und dem unternehmensweiten Risikomanagement.
Gleichzeitig verweist die Untersuchung von Kaplan darauf, dass sich diese betrieblichen Risiken durch gezielte betriebliche Schulungsmaßnahmen bereits innerhalb kurzer Evaluierungszeiträume in operative Stärken umwandeln lassen.

