Bundesnetzagentur warnt vor KI-gestütztem Telefonbetrug

Die Bundesnetzagentur warnt vor ausgefeilten Betrugsmethoden mit künstlicher Intelligenz. Kriminelle nutzen Deepfake-Technologien und Stimmenklonung, um sich als Bankmitarbeiter auszugeben und Kontodaten zu erbeuten.

Die Bundesnetzagentur schlägt Alarm: Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz für täuschend echte Anrufe und SMS-Betrug. Im Visier stehen vor allem Kunden von Finanzdienstleistern und Online-Trading-Plattformen – die Masche wird immer raffinierter.

Eine aktuelle Warnung der Behörde dokumentiert eine alarmierende Entwicklung. Betrüger setzen verstärkt auf KI-gestützte Deepfake-Technologien, um ihre Opfer zu täuschen. Besonders tückisch: Sie geben sich als Bankmitarbeiter, Polizisten oder Support-Techniker aus und erzeugen psychologischen Druck durch künstliche Dringlichkeit.

So funktioniert der Betrug heute

Die neuen Maschen sind deutlich ausgefeilter als frühere Varianten. Kriminelle versenden SMS, die angeblich unautorisierte Auszahlungen oder Video-Ident-Verfahren ankündigen – und fordern zum Rückruf einer betrügerischen Nummer auf. Am Telefon kommt dann die nächste Stufe: Real-Time Voice Cloning. Mit dieser Technik klonen Betrüger Stimmen echter Personen und passen sie flexibel während des Gesprächs an.

Das Ergebnis wirkt überzeugend echt. Ein Fall aus Ludwigshafen zeigt das Ausmaß: Täter zwangen ihr Opfer unter Vorwänden zur Herausgabe von PIN und Bankkarte. Die Polizei warnt, dass die Täter äußerst professionell agieren und gezielt unter Druck setzen – schnelle, unüberlegte Entscheidungen sind ihr Ziel.

Die Zahlen sind beunruhigend

Die Bundesnetzagentur verzeichnete 2025 insgesamt 85.158 Meldungen über Rufnummernmissbrauch. Das ist ein Rückgang vom Rekordhoch des Vorjahres – doch das Problem bleibt virulent. Die Behörde sperrte daraufhin rund 6.200 Rufnummern und verhängte über 2.000 Verbote für unrechtmäßige Forderungen.

So schützen Sie sich effektiv

Vertrauen Sie Ihrem Instinkt: Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor – auflegen, fertig. Keine Bank der Welt fordert Sie am Telefon zu PIN oder Passwort auf.

Nutzen Sie praktische Maßnahmen:
* Blockieren Sie verdächtige Nummern über Ihren Telefonanbieter oder spezielle Apps
* Rufen Sie Institutionen immer unter bekannten, offiziellen Nummern zurück
* Informieren Sie ältere Familienmitglieder über aktuelle Betrugsmaschen
* Geben Sie niemals persönliche Daten am Telefon preis

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Besonders wichtig: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Echte Institutionen haben immer Zeit für eine Rückfrage.

KI macht den Kampf schwerer

Der technologische Rüstungswettlauf zwischen Betrügern und Sicherheitsexperten verschärft sich. Je zugänglicher KI-Werkzeuge werden, desto leichter entstehen täuschend echte Deepfakes und geklonte Stimmen. Netzbetreiber und App-Entwickler arbeiten an intelligenten Filtersystemen – doch das Katz-und-Maus-Spiel wird weitergehen.

Für Verbraucher bleibt gesundes Misstrauen das beste Werkzeug. Wachsamkeit und das Wissen um die Methoden der Täter sind entscheidend, um nicht in die immer perfider werdenden Fallen zu tappen.