BYD baut humanoide Roboter: 20.000 Einheiten ab sofort

Chinesischer Autobauer will humanoide Roboter in Verkaufsräumen einsetzen. Eigenentwicklung mit 400 Forschern und 150 Prototypen vorangetrieben.

Schon in ein bis zwei Jahren könnten die Maschinen die Kundenberatung unterstützen.

BYD-Vizepräsidentin Stella Li stellte die Pläne am Montag auf dem Werbefestival Cannes Lions vor. Demnach sollen in jedem BYD-Showroom künftig zwei bis drei humanoide Roboter zum Einsatz kommen. Die Maschinen sollen das Verkaufspersonal entlasten, nicht ersetzen. „Die emotionale Verbindung, die echte Menschen bieten, bleibt unverzichtbar“, betonte Li. Die Roboter sollen vor allem Routinefragen beantworten und den Verkaufsprozess unterstützen.

Der Schritt kommt nicht überraschend: BYD baut sein Filialnetz weltweit aus. Erst am Dienstag eröffnete das Unternehmen in Karachi, Pakistan, die dritte autorisierte Niederlassung – landesweit sind es nun sieben Standorte.

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Eigenentwicklung unter dem Codenamen Yao Shun Yu

Seit 2022 arbeitet BYD intern an der Robotik-Technologie. Das Projekt mit dem Codenamen Yao Shun Yu wird in der 15. Geschäftseinheit des Konzerns vorangetrieben. Ein Kernteam von über 400 Forschern und Entwicklern arbeitet daran, unterstützt von rund 4.000 Ingenieuren.

Bereits 150 Prototypen der siebten Generation sind im Einsatz. Sie werden in den eigenen Produktionsstätten getestet. Die Roboter sind 1,70 Meter groß, bewegen sich mit 1,5 Metern pro Sekunde fort und können bis zu 50 Kilogramm tragen. Noch in diesem Jahr will BYD 20.000 dieser Einheiten intern einsetzen, vor allem in der Fertigung.

Um die Massenproduktion zu ermöglichen, hat das Unternehmen einen Robotik-Park in Xi’an errichtet. Die jährliche Kapazität liegt bei 50.000 Einheiten. Der angestrebte Stückpreis: unter 200.000 Renminbi – umgerechnet rund 25.000 Euro.

Die Konkurrenz schläft nicht

BYD ist nicht der einzige Autobauer, der auf humanoide Roboter setzt. Analysten von Bernstein sehen die Automobilindustrie sogar in einer strukturellen Vorreiterrolle. Grund sind die vorhandene Produktionserfahrung und das Know-how im Bereich autonomes Fahren.

Die wichtigsten Wettbewerber im Überblick:

  • Tesla will den Optimus-Roboter noch 2026 in begrenzter Stückzahl kommerziell einführen. Die Massenproduktion ist für 2027 geplant.
  • Hyundai hat erst Anfang der Woche die restlichen Anteile an Boston Dynamics übernommen. Der südkoreanische Konzern plant, bis 2028 jährlich 30.000 Einheiten zu produzieren – 25.000 davon für den internen Einsatz.
  • XPeng peilt die Serienproduktion seines humanoiden Roboters IRON bis Ende 2026 an.
  • BMW setzt bereits humanoide Roboter im Werk Spartanburg ein. Dort haben sie bei der Produktion von über 30.000 Fahrzeugen geholfen.

Markt mit enormem Wachstumspotenzial

Die Analysten von CLSA rechnen mit einem rasanten Wachstum: Wurden 2025 weltweit rund 50.000 humanoide Roboter produziert, sollen es 2028 bereits 400.000 sein. Die Finanzexperten von Morgan Stanley gehen noch weiter: Der globale Markt für humanoide Roboter könnte von drei Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 28 Milliarden Euro im Jahr 2030 wachsen.

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Auch außerhalb der Autobranche tut sich etwas. Ein 24-Stunden-Supermarkt in Hongkong bereitet sich auf den Einsatz des Roboters Xiao Gai vor, der Regale auffüllen und Zahlungen abwickeln soll. Das Liefer-Start-up Robot.com brachte am Montag einen rollenden Humanoiden für Industrie und Gastronomie auf den Markt – erste Einsätze laufen bereits auf einem Golfplatz in New York.

BYD auf Rekordkurs

Der Vorstoß in die Robotik fällt in eine Zeit des rasanten Wachstums für BYD. Allein im Mai 2026 verkaufte der Konzern über 160.000 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Ausland. Beim Goodwood Festival of Speed, das am 9. Juli beginnt, will BYD acht neue Modelle präsentieren.