Calishing: Über 300.000 Phishing-Mails treffen mehr als 40.000 Organisationen

Check Point registrierte über 300.000 betrügerische Einladungs-Mails; Angriffe zielen auf Microsoft-Konten und private iCloud-Nutzer.

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Bösartige Kalendereinladungen stellen ein wachsendes Risiko für die Sicherheit digitaler Terminkalender dar. Bei dieser Angriffsmethode, im IT-Sicherheitsbereich auch als Calishing bekannt, schleusen Kriminelle manipulierte Termine direkt in die Kalender von Smartphones und Rechnern ein, um Phishing-Angriffe durchzuführen.

Da Termineinträge häufig automatisch synchronisiert werden, umgehen die Angreifer dabei oft herkömmliche Schutzfilter und nutzen das Vertrauen der Nutzer in ihre Terminerinnerungen gezielt aus.

Angriffe auf Microsoft-Dienste und Unternehmensnetzwerke

Wie die IT-Sicherheitsfirma Check Point feststellte, kam es seit dem 25. September zu einem deutlichen Anstieg von Phishing-Mails mit gefälschten Kalendereinladungen. Das Unternehmen erkannte in der Folge über 300.000 derartiger E-Mails bei Kunden in mehr als 40.000 Organisationen.

Die Vorgehensweise folgt dabei einem präzisen Muster: Die Calishing-Nachrichten enthalten eine angehängte Datei im Kalenderformat .ics oder einen direkten Besprechungslink, beispielsweise zu einem vorgeblichen Teams-Meeting. Klickt der Empfänger darauf, wird er auf eine gefälschte Microsoft-Anmeldeseite geleitet, über die Zugangsdaten abgefangen werden sollen.

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Nach Angaben der Sicherheitsanalysten geraten vor allem Anwender von Microsoft Outlook und Teams in den Fokus. Laut der Verbraucherzentrale können jedoch auch Programme wie Thunderbird sowie die Kalenderdienste von Apple und Google betroffen sein. Bereits im Jahr 2021 war eine vergleichbare Angriffswelle registriert worden.

Gefälschte Warnmeldungen auf Mobilgeräten

Neben Angriffen auf Büroanwendungen zielen Kriminelle auch auf private Geräte und Smartphone-Nutzer ab. Dabei kommen gefälschte Kalendereinladungen für iPhone-Nutzer zum Einsatz, die vorgeben, das persönliche iCloud-Konto sei gesperrt worden.

In den Termindetails wird behauptet, dass gespeicherte Fotos und Videos an einem konkreten Stichtag unwiderruflich gelöscht würden. Um dies abzuwenden, werden die Betroffenen aufgefordert, ihr Abonnement umgehend zu verlängern oder Zahlungen zu leisten.

Hinter diesen Termineinträgen steht die Absicht, gezielt Panik zu erzeugen. Die Täter versuchen durch die Androhung eines Datenverlusts Klicks auf manipulierte Links, Anrufe bei unbekannten Rufnummern sowie die Herausgabe sensibler Informationen zu erzwingen. Dazu zählen neben der Apple-ID und dem zugehörigen Passwort auch Verifizierungscodes sowie Bankdaten.

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Empfohlene Schutzmaßnahmen und Gegenstrategien

Die Verbraucherzentrale und das Sicherheitsunternehmen Check Point raten dringend dazu, auf derartige Kalendereinladungen nicht zu reagieren und in den Terminen enthaltene Links keinesfalls anzuklicken oder dort genannte Nummern anzurufen.

Wurden bereits Zugangsdaten auf einer fremden Seite eingegeben, sollte das Kennwort umgehend direkt beim betreffenden Dienst geändert werden. Im geschäftlichen Umfeld empfiehlt sich zudem eine sofortige Meldung an die interne IT-Abteilung.

Um das Risiko von vornherein zu verringern, sollten Nutzer auf iPhones und Android-Geräten die automatische Übernahme fremder Termineinladungen in den Kalendereinstellungen abschalten. Bösartige Kalendereinträge sollten manuell entfernt und als Spam gemeldet werden.

Bei vermeintlichen Kontowarnungen zum iCloud-Speicher empfiehlt sich eine Überprüfung des tatsächlichen Status direkt in den iOS-Systemeinstellungen, anstatt Links aus Mitteilungen zu folgen. Zudem sollten auch ältere Angehörige auf diese Betrugsmasche hingewiesen werden.