Callback 8020: Commodore kehrt mit Anti-Sucht-Handy zurück

Commodore präsentiert mit dem Callback 8020 ein Klapphandy ohne Webbrowser und soziale Medien, das bewusst auf Digital Detox setzt.

Der legendäre Computer-Hersteller, 2025 vom YouTuber Peri Fractic übernommen, präsentierte am Dienstag das Callback 8020 – ein Klapphandy, das bewusst auf moderne Webdienste verzichtet. Ziel: der Kampf gegen die Bildschirmsucht.

Technik mit Verzicht

Das Herzstück des Callback 8020 ist Sailfish OS von Jolla – ein Betriebssystem, das radikal entschlackt wurde. Google-Dienste? Fehlanzeige. Webbrowser und soziale Medien? Blockiert. Zwar könnte das System theoretisch Android-Apps ausführen, doch die Philosophie des Geräts zielt bewusst aufs Wesentliche: Telefonieren, Nachrichten schreiben, offline sein.

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Die Hardware überrascht mit einem Dual-Display-Design: Ein 1,77-Zoll-Außendisplay zeigt Uhrzeit und Benachrichtigungen, das 3,25-Zoll-Innendisplay löst mit 480×640 Pixeln auf. Wer mag, schaltet den Touchscreen einfach ab und genießt die taktile Bedienung. Angetrieben wird das Gerät von einem MediaTek-Helio-Prozessor, 4 Gigabyte RAM und 64 Gigabyte internem Speicher – per MicroSD auf bis zu 256 Gigabyte erweiterbar.

Weitere Details:
48-Megapixel-Sony-Kamera für gelegentliche Schnappschüsse
1.550-mAh-Akku – verspricht rund eine Woche Laufzeit
3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und integriertes FM-Radio
– Vorinstallierte Commodore-64-Spiele als Hommage an die eigene Geschichte

Preis und Verfügbarkeit

Der Vorverkauf startet am 30. Juni 2026, die Auslieferung soll im Laufe des zweiten Halbjahres beginnen. Die Preise: 500 Euro für die Varianten BASIC Beige, ProtoPET und SX Silver, 550 Euro für die Starlight-Edition und 640 Euro für die Founders Edition.

CEO Christian Simpson betont, dass es sich nicht um ein bloßes Retro-Projekt handle: „Das Callback 8020 ist ein zukunftsorientiertes Gerät.“ Der Vorgänger, der C64 Ultimate, verkaufte sich immerhin über 30.000 Mal und spülte in der ersten Woche mehr als zwei Millionen Euro in die Kassen.

Branche im Umbruch: Weitere Neuheiten im Juni 2026

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Der Commodore-Launch fällt in eine Woche voller Hardware-Ankündigungen. Auf der AWE 2026 in Long Beach (16. bis 18. Juni) zeigte Raven Resonance die Raven Prism – eine Datenbrille, die als eigenständiger Computer fungiert. Das Gerät läuft auf einem Linux-basierten RavenOS, steuert sich per Augenbewegung und Sprache und verfügt über physische Kameraklappen für den Datenschutz. Die Akkus („Raven Wings“) sind hot-swappable.

Auch andere Hersteller legten vor:
Flipper kündigte das Flipper One an – ein Linux-Cyberdeck im Taschenformat mit 5G, Wi-Fi 6E und zwei Gigabit-Ethernet-Ports
OneXPlayer startete eine Crowdfunding-Kampagne für das X2 Mini Pro (8,8 Zoll OLED, 144 Hertz, ab 2.399 Euro)
Keychron teaserte die V6 TMR – eine Gaming-Tastatur mit hybriden mechanisch-magnetischen Schaltern
AYANEO präsentierte das Pocket MICRO 2 als leistungsstarken Nachfolger seiner Retro-Handhelds

Ob Commodore mit seinem bewussten Verzicht tatsächlich einen Nerv trifft, wird sich zeigen. Der Markt für Digital-Detox-Geräte wächst – und die Sehnsucht nach weniger Bildschirmzeit ist in Zeiten permanenter Erreichbarkeit größer denn je.