Internationale Strafverfolgungsbehörden haben koordinierte Maßnahmen gegen grenzüberschreitend agierende Cyberkriminalität ergriffen. Im Fokus der Ermittlungen stehen Phishing-Banden mit Verbindungen nach Kasachstan sowie großflächige illegale Callcenter-Strukturen in Pakistan. Die jüngsten Operationen führten zu zahlreichen Festnahmen und der Sicherstellung erheblicher Schadenssummen.
Ermittlungserfolg gegen Voice-Phishing in Südkorea
Die Polizei in Busan gab bekannt, dass 19 Verdächtige einer in Kasachstan ansässigen Voice-Phishing-Bande an die Staatsanwaltschaft überstellt wurden. Die Gruppe wird beschuldigt, in den Monaten zwischen März und Juni 2026 über 100 Opfer um eine Gesamtsumme von 58 Milliarden Won betrogen zu haben. Nach Angaben der Ermittler setzten sich die Festgenommenen aus zwei Teilgruppen von 14 und fünf Personen zusammen.
Trotz dieses Fahndungserfolgs dauern die Ermittlungen an. Die Behörden suchen weiterhin nach 20 weiteren Verdächtigen sowie einem Drahtzieher mit chinesischer Staatsangehörigkeit, der hinter den Aktivitäten der Gruppe vermutet wird. Das Ausmaß des Schadens verdeutlicht die Professionalität, mit der die Täter bei ihren betrügerischen Anrufen vorgingen.
Großrazzien gegen illegale Callcenter in Pakistan
Parallel dazu führten pakistanische Sicherheitskräfte massive Einsätze in der Hauptstadt Islamabad durch. Im Bezirk I-8 wurden über 100 ausländische Staatsangehörige festgenommen, denen der Betrieb eines illegalen Callcenters vorgeworfen wird.
Dieser Zugriff steht in einer Reihe von verstärkten Kontrollen gegen kriminelle Netzwerke im Land. Bereits zuvor wurden 370 Ausländer, darunter mehr als 200 vietnamesische Staatsangehörige, nach einer Razzia im Zusammenhang mit einer Porno-Website zur Abschiebung vorgesehen.
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Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Maßnahmen lag im Gebiet Gulberg Green. Dort wurden am 17. August insgesamt 258 ausländische Staatsangehörige festgenommen. Die Gruppe setzt sich nach Behördenangaben aus 40 Chinesen, 170 Vietnamesen sowie mehreren Malaysiern zusammen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Infrastruktur vor Ort für großangelegte Scam-Aktivitäten genutzt wurde.
Internationale Kooperation und regionale Auswirkungen
Die Tragweite der Vorfälle in Pakistan hat die malaysische Polizei (PDRM) dazu veranlasst, ein Sonderteam nach Islamabad zu entsenden. Ziel der Mission ist es, die Hintergründe der Inhaftierung malaysischer Staatsbürger bei der Razzia in Gulberg Green zu untersuchen und die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden zu intensivieren.
Der Generalinspekteur der malaysischen Polizei wies in diesem Zusammenhang auf die prekäre Lage hin. Das nationale Scam-Reaktionszentrum (NSRC) in Malaysia erhalte derzeit täglich über 500 Anrufe von Betroffenen. Die grenzüberschreitende Dimension der Kriminalität zeige sich auch in den heimischen Zahlen: Im Vormonat seien in Malaysia bereits 182 ausländische Staatsangehörige im Rahmen ähnlicher Ermittlungen festgenommen worden.
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Die jüngsten Ereignisse unterstreichen den wachsenden Druck auf internationale Cyberkriminelle. Während die Behörden in Südkorea und Pakistan durch Massenfestnahmen operative Erfolge verbuchen konnten, verdeutlicht die Suche nach weiteren Hintermännern die Komplexität der global vernetzten Betrugsstrukturen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Auswertung sichergestellter Daten, um weitere Knotenpunkte der Netzwerke in Zentral- und Südostasien zu identifyieren.

