CalyxOS 7.2.2.0: Android-ROM mit Hardware-Sicherheitsmodul zurück

CalyxOS kehrt mit Android 16 und Hardware-Sicherheit zurück, während LineageOS sich gegen Googles neue Verifizierungsregeln stellt.

Während das datenschutzorientierte CalyxOS nach fast einjähriger Pause mit einem großen Update zurückkehrt, stellt sich LineageOS offen gegen kommende Google-Regularien. Ein Überblick über die wichtigsten Neuigkeiten.

CalyxOS: Comeback mit Sicherheits-Update

Das CalyxOS-Projekt hat am 6. Juli 2026 die Version 7.2.2.0 veröffentlicht – der erste stabile Build des benutzerdefinierten Android-ROMs seit der Entwicklungspause im August 2025. Die neue Version basiert auf Android 16 und bringt eine modernisierte Sicherheitsinfrastruktur mit.

Herzstück ist ein Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) auf Basis des YubiHSM 2. Hinzu kommt ein Backup-System, das auf Shamir’s Secret Sharing setzt: Für die Wiederherstellung werden drei von fünf Teilen benötigt. Das macht die Daten deutlich sicherer vor unbefugtem Zugriff.

Unterstützt werden Google Pixel 4 bis 9, Fairphone 4 und 5, mehrere Motorola Moto G Modelle – und erstmals offiziell das SHIFTphone 8. Nutzer der Version 7.2.1.0 können per Over-the-Air (OTA) aktualisieren. Wer eine ältere Version fährt, muss neu installieren. Das Team arbeitet bereits an CalyxOS 8 auf Basis von Android 17.

LineageOS: Keine Unterwerfung unter Google-Regeln

Während Google für September 2026 seine Android Developer Verification einführen will, hat LineageOS klargestellt: Man werde sich nicht beugen. Die neue Richtlinie verlangt eine verifizierte Identität für die Installation von Apps auf zertifizierten Geräten.

Da LineageOS ohne Google-Dienste ausgeliefert wird, sehen sich die Entwickler nicht betroffen. Sie betonen, weiterhin auf ein offenes Ökosystem zu setzen. Die Electronic Frontier Foundation und der F-Droid-Appstore zeigen sich besorgt. F-Droid spricht gar von einer existenziellen Bedrohung für unabhängige Software-Verteilung.

Als Reaktion auf Googles Vorstoß hat sich die Koalition „Keep Android Open“ formiert. Ihr Ziel: uneingeschränktes Sideloading – also die Installation von Apps außerhalb offizieller Stores – zu verteidigen.

Linux-Kernel und mobile Shell: Neue Meilensteine

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Der Hauptentwicklungszweig von Linux hat am 6. Juli 2026 mit Kernel 7.2-rc2 einen neuen Meilenstein erreicht. Die Release-Candidate erhöht das Standard-Core-Limit für RISC-V-64-Bit-Architekturen auf 256 Kerne. Zudem wurde der Berkeley Packet Filter (BPF) gehärtet, um JIT-Spraying-Angriffe zu erschweren. Die stabile Version von Linux 7.2 wird für August 2026 erwartet.

Einen Tag zuvor, am 5. Juli 2026, erreichte die mobile Shell Phosh die Version 0.56.0. Phosh wird häufig auf Linux-basierten Smartphones eingesetzt. Das Update richtet sich speziell an unveränderliche Betriebssysteme (Immutable OS). Neue Funktionen: App-Ausblenden, ein dediziertes OS-Update-Panel, pro-App-Tastaturlayouts und verbesserte Unterstützung für Tablet-Rotation.

ReactOS und Zorin OS: Desktop-Alternativen im Aufwind

Im Bereich der Windows-Alternativen gelang ReactOS ein technischer Durchbruch. Am 5. Juli 2026 startete das quelloffene, Windows-kompatible System erfolgreich das Spiel Half-Life 2. Möglich machten dies die ersten NT6-Systemaufrufe. Zwar sind Audio- und Grafikleistung noch instabil, doch das Projekt arbeitet an breiterer Windows-10-Kompatibilität bis Ende 2026.

Zorin OS erweiterte am 6. Juli 2026 mit Version 18.1 sein Angebot. Die Lite-Edition kehrt zurück – basierend auf der Xfce-Desktop-Umgebung. Sie richtet sich an Umsteiger von Windows, die eine vertraute Oberfläche suchen. Allerdings kündigten die Entwickler an, dass künftige Hauptversionen die Lite-Edition zugunsten einer GNOME-basierten Erfahrung einstellen könnten.

Sicherheitslücke und Markttrends

Sicherheitsforscher haben eine Use-After-Free-Schwachstelle im Linux-Kernel entdeckt. Die als CVE-2026-46242 geführte Lücke trägt den Namen „Bad Epoll“ und betrifft Linux-Versionen ab 6.4. Nicht privilegierte Nutzer könnten damit Root-Zugriff erlangen. Auch Android ist betroffen. Ein Fix wurde bereits in den Kernel-Quellcode eingespielt.

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Diese Software-Entwicklungen fallen in eine Zeit massiver Hardware-Preissprünge. Laut aktueller Steam-Hardware-Umfrage vom Juni 2026 erreicht Windows 11 mit 70,44 Prozent einen Rekordanteil unter Spielern. Linux liegt bei 3,69 Prozent.

Die Preise für Arbeitsspeicher sind explodiert: 32 Gigabyte DDR5-6000 RAM kosten inzwischen rund 432 Euro – ein Anstieg von 400 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Branchenanalysten erwarten, dass DRAM- und SSD-Preise bis Ende 2026 um weitere 130 Prozent steigen könnten.