Mit der Veröffentlichung von CalyxOS 8.0 stellen die Entwickler eine neue Version ihres mobilen Betriebssystems bereit, die auf Android 17 basiert. Die Firmware zeichnet sich durch den Verzicht auf integrierte Google-Dienste aus und legt den Fokus stattdessen auf Datensparsamkeit und erweiterte Sicherheitsfunktionen.
Wie aus einem Bericht vom 2. Oktober 2026 hervorgeht, unterstützt die neue Version eine breite Palette an Hardware-Modellen und führt zusätzliche Werkzeuge zur Absicherung der Nutzerdaten ein.
Erweiterte Geräteunterstützung und vereinfachte Installation
Die aktuelle Version von CalyxOS steht für eine Vielzahl von Endgeräten zur Verfügung. Dazu gehören die Google-Pixel-Modelle von der Generation 5 bis zur aktuellen Serie 10. Neu in die Liste der offiziell unterstützten Geräte wurde zudem das Pixel 10a aufgenommen.
Neben der Hardware von Google werden auch die Modelle Fairphone 4, 5 und 6 sowie die Motorola-Smartphones Moto G32 bis G84 unterstützt. Auch für das SHIFTphone 8 liegen entsprechende Builds vor.
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Für den Installationsprozess bietet das Projekt einen sogenannten „device-flasher“ an, der nun auch die installation unter macOS ermöglicht. Das Werkzeug ist mit einem speziellen Schutz versehen, der das Risiko eines dauerhaften Defekts am Gerät (Brick-Schutz) während des Flash-Vorgangs minimieren soll.
Alternativen zu Google-Diensten und Standortbestimmung
Um die Abhängigkeit von Google zu reduzieren, setzt CalyxOS 8.0 auf die Software-Suite microG in der Version 0.3.17.252432. Diese stellt Ersatz-Schnittstellen für die Google-Play-API, Cloud Messaging und Kartendienste bereit, sodass viele herkömmliche Anwendungen trotz fehlender Google-Frameworks funktionsfähig bleiben.
Bei der Standortbestimmung verzichtet das System auf den Google Network Location Provider. Stattdessen erfolgt die Positionsbestimmung über BeaconDB und lokale Dienste. Für das Geocoding, also die Umwandlung von Koordinaten in Adressen, wird der Dienst Nominatim genutzt, der auf Daten von OpenStreetMap basiert.
Sicherheitsfunktionen und Netzwerksteuerung
Ein zentrales Merkmal der neuen Version ist die Firewall Datura. Sie ermöglicht eine granulare Steuerung des Netzwerkzugriffs pro App. Nutzer können den Internetzugang abhängig von der Verbindungsart – etwa Wi-Fi, Mobilfunk oder VPN – einschränken oder basierend auf der App-Aktivität kontrollieren. Neue Anwendungen unterliegen zudem standardmäßig einem Netzwerk-Lockdown.
Zusätzliche Sicherheitsmechanismen blockieren im gesperrten Zustand unbekannte USB-Geräte. Funktionen zur automatischen Abschaltung von Wi-Fi, Bluetooth sowie von Mikrofon und Kamera greifen nach einer definierten Zeit der Inaktivität.
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Für Notfälle ist ein „Panic-Button“ integriert, der eine schnelle Löschung sensibler Daten ermöglicht. Die Firmware unterstützt zudem monatliche Over-the-Air-Updates (OTA) und führt bei jedem Systemstart eine Signaturprüfung durch.
Software-Ökosystem und Benutzeroberfläche
Als Standard-Browser ist Calyx Chromium in der Version 155.0.8059.16 vorinstalliert, der DuckDuckGo als Suchmaschine nutzt. Ergänzend kann der Tor Browser verwendet werden. Zur Software-Ausstattung gehören zudem der E-Mail-Client Thunderbird, der Kalender Etar (Version 1.0.57) sowie die Anwendungen CoMaps und OnionShare. Apps werden primär über den F-Droid-Store oder den Aurora Store bezogen.
Die Benutzeroberfläche wurde teilweise überarbeitet; so präsentiert sich der Dateimanager nun im Material-Design-3-Look. Für das Pixel Tablet wurde ein Desktop-Modus implementiert, der direkt über den Homescreen aufgerufen werden kann. Für die Datensicherung steht eine Backup-Lösung zur Verfügung, die Client-seitig verschlüsselte Sicherungen auf USB-Speichermedien oder in die Nextcloud erlaubt.

