Microsoft, Canva und ByteDance erweitern ihre Angebote mit spezialisierten Profi-Funktionen und setzen zunehmend auf eigene KI-Modelle. Der Wettlauf um die zahlungskräftige Kundschaft ist eröffnet.
Canva Code 2.0: Webdesign ohne Vorkenntnisse
Canva hat am 14. Juli 2026 die zweite Generation seines Webdesign-Tools vorgestellt. Canva Code 2.0 richtet sich gezielt an Nutzer ohne Programmiererfahrung. Die Plattform generiert Code 75 Prozent schneller als die Vorgängerversion, der Weg vom Entwurf zur Veröffentlichung verkürzt sich um 30 Prozent.
Mehr als 50 neue Vorlagen und ein Drag-and-Drop-Editor machen den Einstieg einfach. Nutzer können HTML importieren und interaktive Elemente direkt in ihre Projekte einbetten. Das Tool steht allen 265 Millionen monatlichen Nutzern zur Verfügung – auch denen mit kostenlosem Account. Höhere Abostufen erhalten zusätzliche KI-Guthaben.
Danny Wu, KI-Chef bei Canva, betont: „Wir holen die Nicht-Techniker ab.“ Der Markt für sogenanntes „Vibe Coding“ – das Erstellen von Webseiten durch Beschreibung der gewünschten Stimmung – wird in diesem Jahr auf umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro geschätzt.
ByteDance vermarktet Doubao als Büro-Assistent
Der chinesische TikTok-Mutterkonzern ByteDance hat seinen KI-Assistenten Doubao Anfang des Sommers auf Profitkurs gebracht. Seit dem 24. Juni 2026 gibt es eine professionelle Version des Sprachassistenten, der zuletzt über 200 Millionen tägliche Nutzer zählte.
Moderne KI-Tools automatisieren heute bereits die Erstellung ganzer Präsentationen und Berichte. Wer im Büroalltag Zeit sparen möchte, kann mit diesen 14 professionellen Business-Vorlagen für PowerPoint sofort beeindruckende Ergebnisse erzielen. 14 kostenlose Business-Vorlagen jetzt herunterladen
Die Preise liegen zwischen 68 und 500 Yuan monatlich – umgerechnet etwa 8 bis 60 Euro. Dafür erhalten Kunden Zugriff auf die Doubao 2.1-Modellreihe, die einen speziellen Büromodus steuert. Der Assistent kann den Desktop des Computers fernsteuern, Browser-Aufgaben automatisieren und eine integrierte Office-Suite bedienen.
Automatische PowerPoint-Erstellung, Analyse von Finanzberichten und professionelle Bild- und Videobearbeitung gehören zum Leistungsumfang. Studenten zahlen einen ermäßigten Preis von umgerechnet rund 4,50 Euro pro Monat.
Microsoft setzt auf eigene KI-Modelle
Parallel dazu verfolgt Microsoft eine strategische Neuausrichtung. Wie am 14. Juli 2026 bekannt wurde, verlagert der Konzern Teile seiner KI-Aufgaben für Microsoft 365 von externen Partnern wie OpenAI und Anthropic auf hauseigene Modelle. Die neue MAI-Modellreihe umfasst sieben Varianten, darunter MAI-Code-1, das in Tests die Leistung von Anthropics Opus 4.6 erreicht – bei geringeren Betriebskosten.
Bereits am 13. Juli 2026 erweiterte Microsoft die Fähigkeiten seines KI-Assistenten Copilot. Neue spezialisierte Agenten für Vertrieb und Service nutzen Dynamics-365-Daten und die sogenannte „Work IQ“, um Arbeitsabläufe zu automatisieren.
Microsoft treibt die Automatisierung in Outlook massiv voran, doch viele Nutzer schöpfen das Potenzial ihrer E-Mail-Zentrale noch nicht voll aus. Dieser kostenlose Spezialkurs zeigt Ihnen, wie Sie mit Profi-Tricks Zeit sparen und die Synchronisation perfekt einrichten. 7 Outlook-Zeitspar-Tricks kostenlos entdecken
Für das Outlook-Ökosystem sind weitere Neuerungen geplant: Eine integrierte Planner-Funktion für das neue Outlook unter Windows sowie eine funktionsübergreifende Nachrichtenrückruf-Funktion, die zwischen Mitte August und Anfang September 2026 ausgerollt werden soll.
Sicherheitsupdates und Abschied von Office 2019
Der Juli-Patch-Day von Microsoft brachte Korrekturen für rund 570 Sicherheitslücken. Darunter drei Zero-Day-Schwachstellen in SharePoint, Active Directory Federation Services (AD FS) und BitLocker. Zwei kritische Schwachstellen für Remote-Code-Ausführung betrafen SharePoint und den Print Spooler.
Gleichzeitig erreicht die Unterstützung für ältere Software ihr Ende: Microsoft Office 2019 funktioniert auf Apple-Geräten nur noch eingeschränkt. Ein abgelaufenes Zertifikat erlaubt lediglich das Anzeigen und Drucken von Dokumenten. Microsoft empfiehlt betroffenen Nutzern den Umstieg auf ein Microsoft-365-Abo oder den einmaligen Kauf von Office 2024. Für Unternehmen steht seit dem 10. Juni 2026 ein aktualisiertes Office-Bereitstellungstool zur Verfügung, das Windows-Versionen bis Server 2025 unterstützt.

