Gleich mehrere Branchengrößen und Start-ups haben in dieser Woche neue KI-Werkzeuge vorgestellt, die Designprozesse grundlegend verändern sollen. Im Fokus: markenkonforme, produktionsreife Ergebnisse – von 2D über 3D bis hin zur virtuellen Mode.
Canva übernimmt Leonardo.AI – Milliarden-Bildermaschine wird Teil von Magic Studio
Am 21. Juni gab Canva die Übernahme von Leonardo.AI bekannt. Die generative KI-Plattform zählt über 19 Millionen registrierte Nutzer und hat mehr als eine Milliarde Bilder erzeugt. Mit dem Deal integriert Canva das leistungsstarke Phoenix-Modell sowie das 120-köpfige Team in sein bestehendes Magic Studio. Canva selbst kommt aktuell auf über 190 Millionen monatlich aktive Nutzer – ein Zusammenschluss, der die Marktmacht des australischen Unternehmens weiter ausbaut.
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Adobe Firefly: KI-Assistent zieht in Premiere Pro und Photoshop ein
Parallel dazu erweiterte Adobe am selben Tag seinen Firefly AI Assistant. Das Tool ist nun direkt in Premiere Pro, Photoshop, Illustrator, InDesign und Frame.io integriert. Besonders spannend: Die neue Funktion „Elements“ erlaubt es, bestimmte Charaktere, Objekte oder Orte zu speichern und projektübergreifend wiederzuverwenden. Das sorgt für visuelle Konsistenz – ein häufiges Problem bei KI-generierten Inhalten. Der Assistent kann zudem aus Videoclips Rohschnitte erstellen oder auf Basis von Storyboards Videomaterial generieren.
Anthropic Claude Design: Markenrichtlinien als KI-Korsett
Einen Tag zuvor, am 20. Juni, präsentierte Anthropic bedeutende Updates für Claude Design. Die Plattform erlaubt es nun, Designsysteme direkt aus GitHub oder lokalen Dateien zu importieren. Die KI-generierten Mockups folgen dann exakt den unternehmenseigenen Markenrichtlinien – statt auf generische Vorlagen zurückzugreifen. Ein überarbeiteter Editor mit Drag-and-Resize-Funktionen und eine neue Schnittstelle zu Claude Code runden das Update ab.
3D-Modellierung: Neue Werkzeuge für Profis und Hobbyisten
Im 3D-Sektor tut sich ebenfalls einiges. Am 21. Juni kamen gleich drei neue KI-Tools auf den Markt: Formy3D erzeugt texturierte Modelle aus Text- oder Bildvorgaben, Copilot 3D rekonstruiert Geometrie aus Fotografien, und Trellis 2 liefert physikalisch basiertes Rendering (PBR) für realistische Darstellungen.
Für kommerzielle Anwendungen bietet die V2Fun-Plattform seit dem 20. Juni einen produktionsorientierten Workflow. Das Tool beherrscht Multi-View-Modellierung, automatisches Rigging und Retopologie – und stellt sicher, dass KI-generierte Modelle professionellen Standards für Silhouettengenauigkeit und saubere Topologie entsprechen. Exportformate wie FBX, GLB und USDZ sind an Bord.
Im Raum San Francisco veranstaltete die TRIPO DONUT-Workshop-Reihe am 20. Juni eine Live-Demonstration von Tripo Studio. Im Fokus: die Generierung von 3D-Charakteren und Architektur aus Textvorgaben für eine kollaborative virtuelle Welt.
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Digitale Mode: Milliardenmarkt mit rasantem Wachstum
Marktdaten von Style3D vom 20. Juni zeigen: Der Markt für digitale Mode wird von rund 3,5 Milliarden Dollar (ca. 3,3 Milliarden Euro) im Jahr 2024 auf voraussichtlich 8,5 Milliarden Dollar (ca. 8 Milliarden Euro) bis 2033 wachsen. Bereits 2023 hatten über 45 Prozent der Modeunternehmen 3D-Design-Tools eingeführt – mit messbarem Erfolg: Die Prototypkosten sanken um 30 Prozent, die Retourenquoten gingen durch AR-Anproben um bis zu 40 Prozent zurück.
Gaming und VFX: Unreal Engine 6 angekündigt
Autodesk stellte am 21. Juni die neuesten Features von 3ds Max vor, darunter NVIDIA-RTX-beschleunigte GPU-Performance und KI-gestütztes generatives Design. Noch weiter in die Zukunft blickt Epic Games: Auf der Unreal Fest 2026 wurde Unreal Engine 6 angekündigt. Die neue Engine vereint den Unreal Editor und UEFN auf Basis der Programmiersprache Verse. Early Access ist für 2027 geplant, die stabile Version soll 2029 erscheinen.
Weitere Tools und Plattform-Updates
Mehrere Anbieter haben zudem neue Werkzeuge für Marketing und Social Media vorgestellt:
Colabz AI Studio startete am 21. Juni in den VAE. Die Plattform nutzt eine „Visual Bible“ zur Kodifizierung der Marken-DNA für Produktbilder. Zielgruppe sind E-Commerce-Marken mit einem monatlichen Bedarf von 60 bis 120 visuellen Inhalten. Das SaaS-Modell beginnt bei umgerechnet rund 18 Euro pro Monat.
Blender-Add-ons: Zwischen dem 16. und 17. Juni veröffentlichten Entwickler „Cloud Paint“ für stilisierte 3D-Umgebungen sowie eine Sammlung von 50 Geometrie-Knoten-Generatoren für Städtebau und Fluideffekte.
Google Project Genie 3: Am 20. Juni demonstrierte Google ein „World Model“, das aus Textvorgaben interaktive 60-Sekunden-3D-Umgebungen erzeugt. Verfügbar ist das Tool derzeit für AI-Ultra-Abonnenten in den USA.
Social-Media-Tools: Aktualisierte Anleitungen für Facebook-Fotocollagen vom 20. Juni klären über die aktuellen Plattformlimits auf: 5 GB Speicher pro Konto und maximal 2.000 Mitglieder in geteilten Alben.

