Capital IQ Pro: S&P Global bündelt Recherche und Analysen in ChatIQ

Die Plattform erhält dialogbasierte Recherche und neue Finanzwerkzeuge; Portfolio Insights wird derzeit als Beta getestet.

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S&P Global hat umfassende Aktualisierungen für seine Finanz- und Analyseplattform Capital IQ Pro angekündigt. Kern der Neuerungen ist ChatIQ, eine Funktion, die dialogbasierte Recherche, Screening und Diagrammerstellung über Unternehmens-, Markt-, Kredit- und Konjunkturdaten hinweg bündelt. Ergänzend bezieht das System relevante Dokumente, Nachrichten und Research-Berichte in die Abfragen ein, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht.

Neue Analysewerkzeuge und KI-Assistenten im Arbeitsalltag

Die Plattformerweiterung umfasst eine Reihe spezialisierter Arbeitswerkzeuge für Finanzanalysten und Wissensarbeiter. Dazu gehört ein KI-Assistent für Excel-Modelle sowie die Funktion ChatIQ Presentations in Labs. Zudem führt S&P Global Werkzeuge für die DCF-Analyse, anpassbare Berechnungen für den Gesamtwert von Unternehmen (TEV) und zeitpunktbezogene Trading-Vergleiche ein.

Ergänzt wird das Portfolio durch Private-Market-Benchmarking, globale Sektorkurven und ZinsprofExpressionen von Markit sowie überarbeitete Profile in RatingsDirect und einen Credit Memo Builder. Eine KI-gestützte Funktion namens Portfolio Insights befindet sich laut dem Anbieter derzeit in einer Beta-Phase.

Produktivitätsgewinne und Wandel in Büro- und Verwaltungsberufen

Die Integration solcher generativer Werkzeuge in Unternehmensprozesse spiegelt einen breiteren Branchentrend wider, bei dem spezialisierte Büroaufgaben zunehmend automatisiert werden. Einem Bericht von Brookings zufolge fördern 43 % der Arbeitgeber in elf untersuchten Berufen die Chatbot-Nutzung, während 6 % sie verbieten.

Bei gezielter Förderung, flankiert von Unternehmenssoftware und Schulungen, nutzten 93 % der Beschäftigten Chatbots bei der Arbeit und 28 % täglich. Dabei gaben 19 % an, täglich über eine Stunde Arbeitszeit einzusparen.

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Zudem wechselten Nutzer häufiger in andere, besser bezahlte Berufe; Rückgänge bei Einstiegsjobs in KI-exponierten Feldern wurden laut Brookings nicht von Firmen verursacht, die KI einführten.

In der Praxis zeigen spezialisierte Workflows bereits erhebliche Beschleunigungen. Wie Euronews berichtete, sank bei einem griechischen Versicherer die Bearbeitungszeit eines Krankenversicherungsfalls durch AI Flows von durchschnittlich 14 Tagen auf rund eine Minute, wobei die Auszahlung am Folgetag erfolgt.

Das System verarbeitet täglich rund 1.500 Fälle und prüft sämtliche Vorgänge statt einer Stichprobe. Das Unternehmen Archeiothiki setzt AI Flows bei rund 100 Abläufen für zehn Kunden ein. Gleichzeitig erledigt KI komplexe ESG-Prüfungen mit rund 300 Fragen, die zuvor etwa 16 Arbeitsstunden erforderten, in einem Bruchteil der Zeit.

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Arbeitsmarkt im Spannungsfeld von Verschiebung und Qualifikation

Internationale Erhebungen verdeutlichen das Ausmaß dieser Transformation auf die Arbeitswelt. Laut ILO und NASK sind Verwaltungs- und Büroberufe am stärksten generativer KI ausgesetzt; in Hochlohnländern betrifft dies etwa jeden dritten Job.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind Berufe mit Frauenmehrheit fast doppelt so häufig exponiert wie Berufe mit Männermehrheit, nämlich zu 29 % gegenüber 16 %, wobei Exposition nicht automatisch Stellenverlust bedeute. Zudem nutzten laut dem Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission im Jahr 2025 rund 30 % der EU-Beschäftigten KI am Arbeitsplatz.

Auf Unternehmensebene erwarten laut einem Bericht von Workday 40 % der befragten Führungskräfte, dass KI mehr aus der bestehenden Belegschaft herausholt, während 28 % Stellenabbau erwarten.

Bei 57 % der Arbeitgeber gingen interne Wechsel zurück. Während die Nachfrage nach grundlegenden KI-Kenntnissen in Stellenanzeigen sank, stieg der Bedarf an Kenntnissen zur Erstellung und Automatisierung von KI deutlich.

Daten von Robert Half vom Oktober 2026 zeigen, dass 72 % der Manager planen, Bewerbern mit relevanten KI-Kenntnissen höhere Gehälter zu zahlen, wobei 42 % von einem höheren Aufschlag als bei anderen technischen Qualifikationen sprechen.