Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Staatlich gesteuerte Hacker manipulieren Hotel-WLANs, um an Unternehmensdaten zu gelangen. Die Kampagne „CaptiveCrunch“ läuft seit Mai 2026.
Russische Gruppe im Visier
Microsoft-Analysten führen die Spionageoperation auf die Gruppe Storm-2945 zurück, die auch als APT29 bekannt ist. Die Täter verschaffen sich Zugriff auf Hotel-Router und leiten Reisende per DNS-Poisoning auf gefälschte Microsoft-365-Anmeldeseiten um. Seit Mitte Juli nutzen sie verstärkt Device-Code-Phishing – eine Methode, die die Mehrfaktor-Authentifizierung umgeht.
Die Angreifer installieren dabei Schadsoftware wie den Trojaner „CornFlake“ oder den PowerShell-basierten Datendieb „ChocoShell“ auf den Geräten ihrer Opfer. Im Visier stehen vor allem Mitarbeiter aus Finanzinstituten, Kanzleien sowie Unternehmen aus Gesundheits-, Energie- und Einzelhandelssektor. Auch Aktivitäten der Gruppe „Fancy Bear“ (GRU) wurden in ähnlichen Szenarien beobachtet.
KI-gestützte Phishing-Welle
Die Bedrohungslage hat sich im ersten Halbjahr 2026 massiv verschärft. Der „Threat Hunting Report“ von CrowdStrike verzeichnet einen Anstieg KI-basierter Angriffe um 89 Prozent. Besonders Device-Code-Phishing legte innerhalb von sechs Monaten um das 15-Fache zu.
Allein in den vergangenen vier Wochen registrierten Sicherheitsdienste rund sieben Millionen Phishing-Angriffe – 86 Prozent davon mit KI-Unterstützung. Ein Fall aus dem Landkreis Rostock zeigt die konkrete Gefahr: Ein Nutzer verlor nach einem Klick auf einen manipulierten Link die Kontrolle über sein WhatsApp-Konto. Betrüger forderten von seinen Kontakten Geld für angebliche medizinische Behandlungen und erbeuteten vierstellige Beträge.
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Schwachstellen in Apples Chips
Neben den Netzwerkrisiken gibt es neue Hardware-Lücken. Sicherheitsforscher von Paradigm Shift entdeckten die Schwachstelle „usbliter8“ in den A12- und A13-Bionic-Chips von Apple. Betroffen sind Modelle wie iPhone XS und iPhone 11. Da der Fehler im BootROM des USB-Controllers liegt, lässt er sich nicht per Software-Update beheben.
Android-Nutzer erhalten Anfang August ein kritisches System-Update mit dem Sicherheitspatch-Level „2026-08-05“. Es schließt Lücken, die eine entfernte Codeausführung ermöglichen. Experten raten jedoch zur Vorsicht: Integrierte Schutzmechanismen wie Google Play Protect zeigten in Tests Schwächen – besonders beim Bezug von Apps außerhalb offizieller Stores.
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Schutz für unterwegs
Wer auf Reisen sicher surfen will, sollte VPN-Dienste oder mobile Hotspots nutzen. Eine Alternative: digitale SIM-Karten (eSIM). Die Bank Santander startete Anfang August in Spanien ein Angebot mit Datenpaketen für über 160 Länder, direkt in die Banking-App integriert – das reduziert die Abhängigkeit von unsicheren WLAN-Netzen.
Apple führte im Frühjahr mit iOS 26.4.1 einen automatischen Diebstahlschutz ein: Kritische Einstellungen außerhalb vertrauter Orte erfordern eine biometrische Prüfung und eine Wartezeit. Reisende sollten zudem auf ungewöhnliche Aufforderungen zur PIN-Eingabe oder verdächtige Device-Code-Anfragen achten. In Unternehmensumgebungen empfehlen Experten, den Device-Code-Flow nach Möglichkeit zu deaktivieren.

