Apples Fahrzeugschnittstelle CarPlay entwickelt sich zunehmend zu einem Sammelbecken konkurrierender KI-Chatbots. Mit der Aufnahme von Anthropics Claude-App in CarPlay ist mittlerweile die fünfte große Chatbot-Anwendung neben Apples eigener Siri AI verfügbar – nach ChatGPT, Perplexity, Grok und Meta AI.
Claude kommt in die Fahrzeugumgebung
Anthropic hat CarPlay-Unterstützung für die Claude-iPhone-App eingeführt. Nutzer können dadurch freihändig Sprachgespräche mit dem Assistenten starten und auf ihre zuletzt geführten Chats zugreifen, während sie am Steuer sitzen.
Anthropic unterliegt dabei den technischen Vorgaben, die Apple für Chatbot-Integrationen in CarPlay festgelegt hat: Die Anwendung darf weder Fahrzeugfunktionen noch das iPhone selbst steuern, und eigene Weckwörter von Drittanbietern sind nicht zugelassen.
Die Integration nutzt stattdessen Apples eigenes CarPlay-Template und erfordert eine explizite Nutzerfreigabe. Damit reiht sich Claude in eine Woche ein, in der bereits ein weiterer Chatbot-Anbieter CarPlay-Unterstützung erhalten hatte – ein Zeichen dafür, wie schnell sich der Wettbewerb um die Sprachassistenz im Auto derzeit verdichtet.
Fünf Chatbots, ein Fahrzeugbildschirm
Mit ChatGPT, Perplexity, Grok, Meta AI und nun Claude stehen CarPlay-Nutzern gleich fünf externe KI-Chatbots zur Verfügung, die parallel zu Apples systemeigenem Siri betrieben werden können. CarPlay selbst unterstützt inzwischen über 120 iPhone-Apps verschiedenster Kategorien.
Dass Apple mehreren konkurrierenden Sprachmodell-Anbietern gleichzeitig Zugang zur eigenen Fahrzeugschnittstelle gewährt, unterscheidet sich deutlich vom bisherigen Ansatz, bei dem Siri die zentrale und meist einzige Sprachsteuerung im Fahrzeug war.
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Für Autofahrer bedeutet das mehr Auswahl, aber auch eine gewisse Fragmentierung: Je nach bevorzugtem Anbieter lassen sich unterschiedliche Assistenten für Navigation, Recherche oder allgemeine Gespräche aktivieren, während grundlegende Systemfunktionen weiterhin Siri vorbehalten bleiben.
Siris eigener Sprung mit iOS 27
Parallel dazu bereitet Apple eine grundlegende Überarbeitung der eigenen Sprachassistenz in CarPlay vor. Mit iOS 27 soll eine deutlich leistungsfähigere Siri AI Einzug halten, die kontextuelle Gespräche, Echtzeit-Navigation und eine erweiterte Mediensteuerung ermöglichen soll.
Berichten zufolge soll das Update zudem ein neues „Liquid Glass“-Design, zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten, Video-Unterhaltung im geparkten Fahrzeug, einen dauerhaft eingeblendeten Mini-Player, neue Wallpaper sowie Vorschläge für das Laden von Elektrofahrzeugen mitbringen.
Die neue Siri-Funktionalität in CarPlay soll dabei eng mit dem iPhone synchronisiert werden und natürliche Sprachsuche unterstützen. Voraussetzung für die erweiterte Siri AI in CarPlay soll allerdings ein iPhone 15 Pro oder neuer sein – ältere Geräte dürften von den KI-gestützten Neuerungen ausgeschlossen bleiben.
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Offene Baustellen vor dem Rollout
Der Weg zur finalen Version ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Eine im September veröffentlichte Beta-Version (Build 24A5430a) behob zwar mehrere Fehler, doch bestehen weiterhin Probleme fort: RCS-Nachrichten schlagen bei AT&T fehl, es gibt Schwierigkeiten mit der Geräuschunterdrückung von AirPods, CarPlay zeigt Verzögerungen, zudem hakt es beim Scrollen in der Plattform X sowie bei der Universal Clipboard- und der Genmoji-Funktion.
Ein Release Candidate wurde im Anschluss an eine Apple-Veranstaltung erwartet, die offizielle Veröffentlichung von iOS 27 wurde Berichten zufolge für Mitte September in Aussicht gestellt.
Für Nutzer bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem eines: CarPlay wird zunehmend zum Schauplatz eines Wettbewerbs zwischen Apples eigener KI-Strategie und den Angeboten externer Anbieter – mit noch offenem Ausgang, welcher Assistent sich im Alltag am Steuer durchsetzt.

