Carvolix startet mit KI-Mini-Robotern an der Börse

Das französische Medizintechnik-Unternehmen Carvolix ist nach einer strategischen Fusion an die Börse gegangen und fokussiert sich auf KI-gesteuerte Mini-Roboter für komplexe Herz- und Gehirnoperationen.

Ein neuer Akteur betritt die Börse und will die Chirurgie revolutionieren. Das französische Medizintechnik-Unternehmen Carvolix hat seinen Börsengang auf Euronext Growth vollzogen. Der Fokus: KI-gesteuerte Mini-Roboter für hochkomplexe Herz- und Gehirn-Operationen. Hinter dem neuen Namen steht die strategische Fusion dreier innovativer Firmen.

Aus drei Spezialisten wird ein integrierter Konzern

Die Gründung von Carvolix ist kein Start-up, sondern eine gezielte Bündelung von Kompetenzen. Das Unternehmen entstand aus der Fusion von Affluent Medical, Caranx Medical und Artedrone. Diese Konsolidierung schafft einen vertikal integrierten Anbieter, dessen Expertise von biomimetischen Implantaten bis zu fortschrittlicher Robotik reicht.

Caranx Medical, 2019 vom Venture-Capital-Geber Truffle Capital gegründet, brachte entscheidendes Know-how für intelligente, autonome Operationsroboter ein. Die Fusion soll die Entwicklung und Vermarktung einer neuen Geräteklasse beschleunigen. Die einheitliche Vision: Therapien, die innovative Implantate mit KI-gesteuerten Mini-Robotern kombinieren. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Aix-en-Provence.

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Die AiiR-Plattform: KI, Bildgebung und Robotik vereint

Herzstück der Strategie ist die proprietäre AiiR-Plattform. Die Abkürzung steht für Artificial Intelligence, Imaging and Robotics. Diese Technologie bildet die Grundlage für chirurgische Werkzeuge einer neuen Generation. Ihr Ziel: komplexe endoluminale Eingriffe zu vereinfachen, zu standardisieren und breiter verfügbar zu machen.

Das System nutzt Künstliche Intelligenz, um umfangreiche Bilddaten zu analysieren. So erstellt es für jede individuelle Patienten-Anatomie den optimalen Operationsweg. Angeleitet durch diesen KI-Plan führen die Mini-Roboter dann technische Prozeduren mit hoher Präzision durch.

Die erste darauf basierende Lösung heißt TAVIPILOT. Sie soll Aortenklappen-Ersatz-Operationen optimieren – eine häufige Behandlung bei Herzklappenerkrankungen. Durch die Automatisierung zentraler Schritte will die Technologie Chirurgen unterstützen, Komplikationsrisiken minimieren und die lebensrettenden Eingriffe für mehr Patienten zugänglich machen.

Ein Milliardenmarkt mit dringendem Bedarf

Carvolix adressiert einen gewaltigen und wachsenden Markt. Die Zielgebiete strukturelle Herzerkrankungen und Schlaganfall-Behandlung repräsentieren zusammen ein adressierbares Marktvolumen von über 25 Milliarden Euro bis 2030. Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache und Hauptgrund für erworbene Behinderungen bei Erwachsenen.

Die Technologie könnte ein Feld aufmischen, das derzeit von größeren, generalistischeren Robotersystemen dominiert wird. Während Konzerne wie Intuitive Surgical mit Plattformen wie dem da-Vinci-System roboterassistierte Chirurgie prägten, setzt Carvolix auf hochspezialisierte, autonome Mini-Roboter für kardiovaskuläre Eingriffe. Dieser fokussierte Ansatz könnte in einem schnelllebigen Sektor einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten.

Auf dem Weg in die klinische Praxis

Der Börsengang erfolgt in einer Phase rascher Innovation in der chirurgischen Robotik. Große Medizintechnik-Konzerne integrieren zunehmend KI und maschinelles Lernen, um chirurgische Leistung zu verbessern. Carvolix‘ Fokus auf KI-gesteuerte, autonome Robotik positioniert das Unternehmen an der Spitze dieses Trends.

Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf klinische Studien und regulatorische Zulassungen in Schlüsselmärkten. Erste Erfolge gibt es bereits: Die TAVIPILOT-Software hat in den USA die Freigabe für die Echtzeit-Navigation bei transkathetergestützten Herzklappen-Implantationen erhalten. Ein erfolgreicher Tierversuch für eine roboterassistierte Herzklappen-Implantation 2024 markierte einen wichtigen Meilenstein. Die Medizinbranche wird die weitere Entwicklung dieses einzigartigen Fusionsexperiments aus KI und Miniatur-Robotik genau verfolgen.

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PS: Wenn Unternehmen wie Carvolix KI‑gestützte Roboter in Klinikstudien bringen, sind regulatorische Fallstricke kaum zu vermeiden. Der kompakte EU‑Guide zur KI‑Verordnung erklärt konkret, welche Risikoklassen für chirurgische Systeme gelten, welche Nachweise Zulassungsstellen erwarten und welche Fristen Sie jetzt beachten müssen. Laden Sie den Gratis‑Leitfaden als PDF herunter und bereiten Sie Ihre Zulassungsunterlagen rechtssicher vor. Jetzt kostenlosen KI-Compliance-Guide sichern