Cerebras CS-4: Neue KI-Hardware verdoppelt Takt auf 2,8 GHz

Cerebras präsentiert das CS-4 mit doppeltem Takt und 250 PFLOPS. Das Nexus-Rack soll die Bereitstellung beschleunigen und ab Q3 2026 ausgeliefert werden.

Cerebras Systems hat sein neues System CS-4 vorgestellt, das mit einer übertakteten Variante des Wafer-Scale-Chips WSE-3 arbeitet. Der als WSE-3 Turbo bezeichnete Prozessor behält die bekannten 900.000 Kerne und 44 GB SRAM bei, verdoppelt jedoch den Taktbereich von 1,4 GHz auf 2,8 GHz.

Der Chip wird weiterhin im 5-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt. In Summe erreicht das System laut Cerebras 250 PFLOPS im sparse-FP16-Format sowie eine Speicherbandbreite von 43,2 Petabyte pro Sekunde.

Verdoppelte Leistung bei gleicher Chipbasis

Der entscheidende Unterschied zum Vorgänger CS-3 liegt nicht in einer neuen Chip-Architektur, sondern im höheren Takt. Die SRAM-Kapazität ist laut Berichten seit dem WSE-2 unverändert geblieben, was die Leistungssteigerung umso deutlicher auf die Taktrate zurückführt.

Cerebras gibt an, dass das System bis zu 30-mal schnellere Inferenz als herkömmliche GPU-Systeme erreiche und einen zehnmal höheren Durchsatz pro Watt im Vergleich zum CS-3 biete. Die Latenz zwischen den Wafern liegt laut Herstellerangaben bei 2 Mikrosekunden, für Modelle mit mehr als zehn Billionen Parametern seien mehr als 1.000 Token pro Sekunde möglich.

Für den Rackaufbau setzt Cerebras auf drei Chip-Einheiten pro Rack, wobei die thermische Verlustleistung mit 125 bis 135 Kilowatt (je nach Quelle auch 120 bis 140 Kilowatt) angegeben wird.

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Die Architektur verzichtet auf klassische Netzwerk-Switches und verbindet die Wafer stattdessen über sogenannte Direct Wafer Links, was laut Branchenanalysten Netzwerk-Hardware einspart und den Stromverbrauch um bis zu ein Drittel senken kann. Als Datenübertragungsraten werden 2,4 Terabit pro Sekunde I/O pro System sowie 7,2 Terabit pro Sekunde System-I/O genannt, zudem wird RoCE v2 unterstützt.

Neues Nexus-Rack und verteilte Inferenz

Neben dem eigentlichen Chip stellt Cerebras mit dem sogenannten Nexus-Rack ein modulares Systemdesign vor, das aus drei sogenannten Backpacks besteht. Laut Unternehmensangaben reduziert dieser Aufbau die Anzahl der Komponenten um 50 Prozent und ermöglicht eine bis zu dreifach schnellere Bereitstellung sowie eine um 60 Prozent höhere Automatisierung.

Die Installation soll sich dadurch auf wenige Stunden verkürzen lassen. Erste Auslieferungen des Nexus-Racks sind für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.

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Ein weiterer Baustein der Strategie ist die sogenannte Disaggregated Inference, bei der Cerebras mit AMD und AWS zusammenarbeitet: Während das CS-4 als dedizierter Decode-Beschleuniger fungiert, übernehmen AMD-Helios-Systeme oder AWS-Trainium-Chips den vorgeschalteten Prefill-Schritt.

Für dieses Zusammenspiel nennt das Analysehaus SemiAnalysis eine erwartete Rate von 4.000 Token pro Sekunde und Nutzer, während Artificial Analysis für das Modell GPT-OSS-120B einen Durchsatz von 4.400 Token pro Sekunde angibt. Laut einem Bericht nutzt OpenAI mit dem Modell GPT-5.6 Sol bereits eine Konfiguration, die 750 Token pro Sekunde erreicht.

Einordnung

Mit dem CS-4 positioniert sich Cerebras weiterhin als Spezialanbieter für hochperformante Inferenz-Hardware, die klassische GPU-Cluster bei bestimmten Kennzahlen wie Latenz und Durchsatz pro Watt übertreffen soll.

Die enge Verzahnung mit Partnern wie AMD und AWS im Rahmen der disaggregierten Inferenz-Architektur zeigt zudem, dass Cerebras zunehmend auf Kooperationsmodelle setzt, anstatt ausschließlich in Konkurrenz zu etablierten Chipherstellern zu treten.

Ob sich die angekündigten Leistungswerte in der Praxis bestätigen, dürfte sich mit den für das dritte Quartal 2026 angekündigten ersten Auslieferungen des Nexus-Racks zeigen.