Cerebras CS-4: Neuer KI-Chip bringt 750 PFLOPS Rechenpower

Cerebras präsentiert das CS-4-Rack-System mit 750 PFLOPS Rechenleistung und kündigt Partnerschaften mit AWS und AMD an.

Cerebras Systems hat ein neues Rack-Scale-System namens CS-4 vorgestellt, das gleich drei der überarbeiteten Wafer-Scale-Chips WSE-3 Turbo in einem einzigen Gehäuse bündelt.

Nach Angaben des Unternehmens liefert das System 750 PFLOPS an sparse FP16-Rechenleistung, verfügt über 132 GB SRAM und erreicht eine Speicherbandbreite von 129,6 PB/s. Die I/O-Anbindung liegt bei 7,2 Tbps, die Latenz bei 2 Mikrosekunden. Der Stromverbrauch des Gesamtsystems bewegt sich zwischen 125 und 135 kW.

Neuer Chip als Basis

Kern des CS-4 ist der WSE-3 Turbo, eine überarbeitete Version des bisherigen Wafer-Scale-Chips. Die Taktrate wurde von 1,4 auf 2,8 GHz verdoppelt. Pro Wafer stehen 250 PFLOPS sparse FP16-Leistung, 44 GB SRAM und eine Speicherbandbreite von 43,2 PB/s zur Verfügung, bei einer I/O-Rate von 2,4 Tbps. Die Leistungsaufnahme pro Wafer liegt laut Angaben bei rund 33 kW, ein einzelnes „Backpack“-Modul kommt auf 46 kW.

Das CS-4-Rack besteht aus drei solcher Backpacks und damit aus dreifacher Rechenkapazität gegenüber einer Einzeleinheit. Cerebras verweist darauf, dass die modulare Bauweise die Zahl der Komponenten um die Hälfte reduziert und ein bis zu dreimal schnelleres Deployment ermöglicht. Die Rack-Gesamtleistung wird mit 120 bis 140 kW angegeben.

Switchless-Netzwerk und Leistungsvergleich

Technisch setzt das System auf eine sogenannte Switchless-Architektur mit direkten Wafer-Verbindungen, RoCE v2 und einem 2D-Torus-Netzwerk. Damit sollen sich laut Cerebras Modelle mit bis zu 50 Billionen Parametern betreiben lassen. Im Vergleich zum Vorgängersystem CS-3 soll das CS-4 bis zu doppelt so schnell arbeiten.

Bei der Inferenz mit dem Modell GPT-OSS-120B gibt Cerebras eine bis zu 30-fach höhere Geschwindigkeit pro Nutzer an, konkret 4.400 Token pro Sekunde und Nutzer. Für Modelle mit mehr als 10 Milliarden Parametern nennt das Unternehmen einen Durchsatz von über 1.000 Token pro Sekunde. Insgesamt soll der Durchsatz pro Watt gegenüber bisherigen Systemen um das Zehnfache steigen.

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Partnerschaften und Verfügbarkeit

Cerebras kündigte zudem eine Zusammenarbeit mit AWS und AMD an, die auf disaggregierte Inferenz- und Prefill-Verfahren zielt. Das CS-4-System soll im dritten Quartal 2026 verfügbar sein. Firmenchef Andrew Feldman begründete die Entwicklung damit, dass KI-Fortschritte inzwischen so schnell erfolgten, dass sie ganze Produkterlebnisse neu definierten.

Cerebras plant nach eigenen Angaben, die installierte Rechenleistung bis Ende 2027 auf 600 MW auszubauen. Feldman kündigte zudem an, dass die Systeme bis Ende 2027 viermal schneller werden sollen als heute.

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Geschäftszahlen

Zu den technischen Ankündigungen legte Cerebras auch Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vor: Der Umsatz belief sich auf 180,1 Millionen US-Dollar, während das Unternehmen einen Verlust von 6,9 Millionen US-Dollar auswies.