CGM bei Typ-2-Diabetes: Beobachtungsstudie findet 44 Prozent weniger Todesfälle

Eine US-Beobachtungsanalyse verknüpft CGM mit geringerer Sterblichkeit und weniger Komplikationen; ein kausaler Zusammenhang ist nicht belegt.

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Auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) 2026 in Mailand haben Forscher des Medizintechnikunternehmens Abbott neue Daten zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) vorgestellt.

Einer Beobachtungsstudie an rund 28.000 US-amerikanischen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes unter Basalinsulintherapie zufolge ging der Beginn einer sensorbasierten Glukoseüberwachung mit einem signifikant geringeren Sterberisiko einher. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne CGM sank die Gesamtmortalität innerhalb eines Jahres um 44 Prozent.

Die Untersuchung stützt sich auf die elektronische Patientendatenbank Truveta mit mehr als 140 Millionen Datensätzen aus den USA. Das mittlere Alter der erfassten Patienten lag bei 58 Jahren. Für die Analyse wurden 13.935 CGM-Nutzer mit 13.935 Nichtnutzern verglichen, die anhand von 29 Merkmalen wie Alter, Diabetesdauer und HbA1c-Wert gematcht worden waren.

Nach einem Jahr belief sich die absolute Sterberate in der CGM-Gruppe auf 1,16 Prozent gegenüber 2,09 Prozent bei den Patienten ohne Sensormessung. Nach zwei Jahren betrug die Sterberate 2,12 Prozent im Vergleich zu 3,26 Prozent, was einer Reduktion um 35 Prozent entspricht.

Zusätzlich berichteten die Studienautoren über geringere kardiovaskuläre Komplikationen: Nach einem Jahr zeigte sich bei CGM-Nutzern ein um 26 Prozent verringertes Risiko für neue schwerwiegende vaskuläre Ereignisse, nach zwei Jahren lag der Unterschied bei 24 Prozent. Die Zahl der Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz halbierte sich nach einem Jahr um 54 Prozent und wies nach zwei Jahren einen Rückgang um 47 Prozent auf.

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Methodische Einschränkungen und Richtlinien

Fachleute weisen jedoch auf die Grenzen der Daten hin. Professor Jochen Seufert vom Universitätsklinikum Freiburg betonte, dass es sich um eine Target-Trial-Emulation auf Basis von Beobachtungsdaten handele und nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie.

Mögliche Störfaktoren seien daher nicht vollständig auszuschließen. Da die Arbeit bislang lediglich als Kongressabstract und noch nicht im Peer-Review-Verfahren publiziert vorliege, lasse sich kein kausaler Nachweis ableiten.

Ungeachtet dessen wird die Technologie in Fachkreisen gestützt: Die Standards of Care 2026 der American Diabetes Association (ADA) empfehlen den Einsatz von CGM bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes unter Insulinbehandlung mit der höchsten Evidenzstufe. In den USA erfordert die Kostenübernahme über Medicare Part B nach dem jährlichen Selbstbehalt eine Zuzahlung von 20 Prozent.

Hürden bei Erstattung und Implementierung

Auf dem 62. EASD-Kongress sprach sich Abbott für einen gleichmäßigeren Versorgungszugang bei Typ-2-Diabetes aus. Eine in Mailand präsentierte italienische Untersuchung an 88 Patienten unter Basalinsulin zeigte nach dreimonatiger Nutzung des herstellereigenen Libre-Systems eine verbesserte Blutzuckereinstellung, eine höhere Verweildauer im Glukosezielbereich sowie eine gesteigerte Lebensqualität, was frühere Resultate der FREEDM2-Studie stützt.

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Regional gibt es dabei bereits Fortschritte: In der Lombardei ermöglicht das staatliche Gesundheitssystem SSN mittlerweile die Erstattung von CGM-Systemen für Betroffene mit Typ-2-Diabetes unter Basalinsulin.

Die Herausforderungen beim weltweiten Zugang thematisierte auf der Konferenz auch der Mitbewerber Dexcom. Im „State of Type 2 Report: Global Access and Attitudes to Diabetes Technology“ (2026), für den mehr als 800 medizinische Fachkräfte und 2.500 Betroffene in acht Ländern befragt wurden, gaben 89 Prozent der Behandler an, dass CGM die Beurteilung der Therapietreue erleichtere.

Über 50 Prozent der Patienten folgten ihrem Behandlungsplan aufmerksamer. Gleichzeitig sahen 90 Prozent der Fachkräfte in den USA und 53 Prozent in den anderen sieben Ländern unzureichende Kostendeckung und Erstattung weiterhin als zentrale Barrieren für einen breiteren Einsatz.