Chatbots und Empathie: 52% Jugendlicher bevorzugen KI statt Menschen

Neue KI-Richtlinien für Schulen und Studien belegen tiefgreifende Veränderungen im Umgang mit digitalen Assistenten.

Internationale Organisationen, Regierungen und Religionsführer haben Ende Mai neue Rahmenwerke für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Bildung und Alltag vorgelegt. Der Vorstoß kommt zeitgleich mit Studien, die einen grundlegenden Wandel im menschlichen Umgang mit digitalen Entitäten belegen – besonders bei jungen Menschen.

US-Bundesstaaten ziehen bei KI-Regeln nach

Am 28. Mai tagte das Bildungsausschuss des Bundesstaates New Mexico, um Richtlinien für den Einsatz Künstlicher Intelligenz an Schulen zu erarbeiten. Abgeordnete Debra Sariñana betonte die Notwendigkeit von Schulungen und kritischem Denken: Schüler dürften KI-Ergebnisse nicht ungeprüft übernehmen. Der Ausschuss will noch vor der nächsten Legislaturperiode einen umfassenden Leitfaden vorlegen.

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Forscher der Teesside University veröffentlichten zeitgleich eine Studie, die ethische KI-Nutzung in der Hochschulbildung mit spieltheoretischen Modellen untersucht. Ihr Fazit: Kleine Anpassungen in der Prüfungsgestaltung – etwa reflexive Anreize – könnten eine verantwortungsvolle Nutzung fördern. Reine Verbote reichten nicht aus, um das Verhalten der Studierenden nachhaltig zu ändern.

In Pennsylvania setzen Einrichtungen wie die Community Day School und die Hillel Academy of Pittsburgh auf eigene KI-Richtlinien. Während einige Schulen die Technologie als Werkzeug für ethische Nutzung sehen, setzen andere verstärkt auf handschriftliche Arbeiten. Ein Umfrage des Portals BestColleges zeigt, dass 54 Prozent der Studierenden noch keine formelle Ansprache zum Thema KI erhalten haben.

Chatbots als emotionale Ansprechpartner

Eine am 28. Mai in Nature Machine Intelligence veröffentlichte Studie belegt, dass große Sprachmodelle (LLMs) als reziproke Gesprächspartner fungieren und menschliches Verhalten sowie psychisches Wohlbefinden beeinflussen. Die Effekte beschränken sich nicht auf Bildschirme, sondern wirken zunehmend auf reale soziale Beziehungen.

Besonders deutlich wird dies in Israel: Eine Umfrage der Israel Internet Association unter 502 Jugendlichen ergab, dass 52 Prozent Chatbots für emotionale Unterstützung bevorzugen. Bei Mädchen lag der Anteil bei 59 Prozent, bei Jungen bei 44 Prozent. Anonymität und die Abwesenheit von Wertung wurden als Hauptgründe genannt. Eine Studie der Pronova BKK mit über 3.400 Teilnehmern zeigt zudem: 40 Prozent der unter 30-Jährigen sprechen lieber mit einer KI als mit Familienmitgliedern.

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Papst Leo XIV. reagierte auf diese Entwicklung mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas vom 28. Mai. Er warnte davor, KI mit menschlicher Intelligenz zu verwechseln: Maschinen besäßen keinen Körper, keine Gefühle und kein moralisches Gewissen. Simulierte Empathie sei gefährlich. Bildung müsse Charakter und Urteilsvermögen formen – nicht nur Daten verarbeiten.

Personalisierte Lernangebote für Indien

Ein Meilenstein in der Bildungsintegration gelang Google: Am 28. Mai startete Gemini KI-gestützte Probeklausuren und Nachhilfe für die indischen Hochschulaufnahmeprüfungen JEE und NEET. In Kooperation mit PhysicsWallah und Careers360 soll personalisiertes Lernen auch in kleineren Städten möglich werden. Der traditionelle Nachhilfemarkt, der auf umgerechnet rund 58.000 Crore Rupien geschätzt wird, gerät damit unter Druck.

Auch die Barrierefreiheit bleibt im Fokus. Kai’s Education brachte am 28. Mai den KaiBot auf den US-Markt – einen taktilen Programmierroboter mit Braille-Karten und Audio-Feedback. Entwickelt wurde er für blinde, sehbehinderte und neurodiverse Schüler. Allein in den USA leben mehr als 600.000 Kinder mit Sehbehinderung. Eine Studie der National Science Foundation stellte zudem ein neues Sprachausgabesystem für naturwissenschaftliche Simulationen vor, das Lernenden mit Sehschwäche oder Legasthenie durch kontextabhängige Audiobeschreibungen hilft.

Chatbots gegen Verschwörungsmythen

Eine Ende Mai veröffentlichte Studie der Anti-Defamation League (ADL) mit über 1.200 Teilnehmern zeigt: Ein spezialisierter Chatbot kann den Glauben an antisemitische Verschwörungstheorien reduzieren. Die Wirkung faktengestützter Gegenargumente hielt mindestens einen Monat an. David Rand von der Cornell University, Seniorautor der Studie, betont: Faktische Widerlegung sei ein wirksames Mittel – Forscher betrachten solche Vorurteile zunehmend als Desinformationsproblem.

Im Bereich des immersiven Lernens wurden am 28. Mai zwei australische Projekte vorgestellt, die Empathie fördern sollen. Die VR-Erfahrung The World Came Flooding In lässt Nutzer Umwelt- und Kulturthemen erkunden. Sie zeigt, wie Gamification-Technologie genutzt werden kann, um indigene Kulturen und Umweltbewusstsein zu vermitteln.