ChatGPhish: Neue Sicherheitslücke ermöglicht Phishing in ChatGPT

Ein schwerer KI-Irrtum zu Charlie Kirk erschüttert das Nutzervertrauen. Zugleich decken Forscher eine neue Sicherheitslücke bei OpenAI auf.

ChatGPT behauptete fälschlicherweise, der vor Monaten ermordete Aktivist Charlie Kirk lebe noch.

KI-Irrtum sorgt für Aufsehen im Netz

Die Affäre begann mit einem Screenshot auf der Plattform X. Katie Miller veröffentlichte dort eine ChatGPT-Antwort auf die Frage, ob Charlie Kirk ermordet worden sei. Die KI antwortete: Kirk lebe und sei nicht ermordet worden. Eine eklatante Falschinformation – der Gründer von Turning Point USA wurde am 10. September 2025 bei einer Veranstaltung in Utah erschossen.

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Elon Musk, Eigentümer von X, reagierte auf den Beitrag mit einem Emoji und lenkte damit zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Fehler. Interessant: Ein separater Test am selben Tag lieferte offenbar die korrekte Antwort. Die Halluzination trat also nicht bei allen Nutzern auf.

Der Fall Charlie Kirk: Ein Rückblick

Der Tod des Aktivisten beschäftigt die Justiz bis heute. Ein Scharfschütze tötete Kirk im September 2025 in Utah. Der 22-jährige Tyler Robinson wurde wegen Mordes angeklagt – das Verfahren läuft noch.

Der Fall sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Suzanne Swierc, eine ehemalige Direktorin der Ball State University, einigte sich im Frühjahr auf eine Zahlung von 225.000 Euro, nachdem sie wegen eines Social-Media-Posts zu Kirks Tod entlassen worden war. Kirks Witwe Erika dementierte kürzlich Gerüchte über eine neue Beziehung und stellte klar, dass sie am 14. Mai auf dem Geburtstag ihres Sohnes in Arizona war.

Neue Sicherheitslücke: ChatGPhish entdeckt

Der Vorfall mit den Falschinformationen überschattet eine weitere Hiobsbotschaft für OpenAI. Am 30. Mai entdeckten Forscher von Permiso Security eine Sicherheitslücke, die sie „ChatGPhish“ tauften. Angreifer können den Markdown-Renderer der KI manipulieren, um automatisch Bilder zu laden und Links zu aktivieren, sobald die KI Webinhalte zusammenfasst.

Die Sicherheitsexperten warnen: Kriminelle könnten Tracking-Pixel, QR-Codes oder gefälschte Sicherheitswarnungen direkt in die ChatGPT-Oberfläche einschleusen. Da diese Elemente in der vertrauenswürdigen Umgebung der KI erscheinen, sind Phishing-Angriffe besonders schwer zu erkennen. OpenAI arbeitet bereits an einem Fix, doch Experten raten Unternehmen, KI-generierte Zusammenfassungen mit der gleichen Vorsicht zu behandeln wie unerwünschte E-Mails.

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Plattformen im Kampf gegen Desinformation

Die Debatte um KI-Genauigkeit fällt in eine Zeit, in der soziale Netzwerke neue Maßnahmen gegen Falschinformationen ergreifen. Eine neue Transparenzfunktion auf X half dabei, ein Netzwerk von Zehntausenden Fake-Accounts zu identifizieren. Diese gaben vor, Augenzeugen in Konfliktgebieten zu sein, stammten aber tatsächlich aus Pakistan, Russland und Großbritannien.

Auch die katholische Kirche meldete sich zu Wort: Papst Leo XIV. veröffentlichte am 31. Mai die Enzyklika „Magnifica humanitas“. Das Dokument warnt davor, dass künstliche Intelligenz wirtschaftliche und demokratische Strukturen dominieren könnte. Besonders besorgt zeigt sich der Papst über den Einsatz von KI zur Senkung der Gewaltschwelle in Kriegen und zur Verbreitung von Desinformation.