ChatGPT 5.6 Pro: Update mit Web-Automation am 25. Juni

OpenAI treibt Werbeexpansion voran und baut ChatGPT zur Super-App aus. Trotz Milliardenverlusten und sinkendem Marktanteil peilt das Unternehmen den Börsengang an.

Der KI-Pionier OpenAI will bis 2030 rund 100 Milliarden Euro mit Werbung verdienen und treibt die Transformation zu einer umfassenden Super-App voran. Das gab Werbechef David Dugan am Montag auf dem Cannes Lions Festival bekannt.

Vom Chatbot zur Werbeplattform

Der Einstieg ins Werbegeschäft begann im Februar 2026 mit Tests in sieben Märkten. Seit dem 22. Juni ist Werbung nun auch für Nutzer in Japan und Südkorea auf den kostenlosen und „Go“-Tarifen von ChatGPT vollständig aktiv. In Großbritannien hat OpenAI zudem eine Beta-Version eines Self-Service-Werbetools gestartet. Vermarkter können dort kontextbezogene Anzeigen am Ende von Chatbot-Antworten platzieren – ohne Mindestausgaben.

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Die anfänglich hohen Kosten sind inzwischen gesunken. Lag der Tausend-Kontakt-Preis (CPM) im Februar noch bei 60 Euro, beträgt er aktuell nur noch rund 14 Euro. Auch die Abbruchrate durch Werbung sei zurückgegangen, heißt es intern. Als nächste Märkte plant OpenAI den Einstieg in Brasilien, Mexiko und Indien.

Umbau zur Super-App

OpenAI stellt seine Produktstruktur grundlegend um, um Investoren für den geplanten Börsengang ein breites Geschäftsmodell zu bieten. Thibault Sottiaux, bisher Chef des Coding-Tools Codex, übernimmt die Leitung der Kernproduktplattform. Sein Auftrag: ChatGPT zu einer „Super-App“ ausbauen, die E-Commerce, Finanztransaktionen und mehr vereint.

Mehrere Partnerschaften treiben diesen Wandel voran:

  • E-Commerce: Die Shopee-Plattform von Sea ist in Südostasien, Taiwan und Brasilien in ChatGPT integriert. Nutzer können Produkte per Sprachdialog entdecken.
  • Beauty: Mit L’Oréal kamen virtuelle Make-up-Tools und Produktempfehlungen von Marken wie Lancôme und Garnier ins System.
  • Zahlungen: Seit dem 10. Juni ermöglicht Visa integrierte Zahlungen über das KI-Netzwerk – an 175 Millionen Händlerstandorten weltweit.
  • Medien: Ein mehrjähriger Vertrag mit Getty Images erlaubt ChatGPT die Anzeige lizenzierter Fotos in Suchergebnissen.

Milliardenverluste trotz rasantem Wachstum

Der Expansionskurs findet unter scharfer Beobachtung der Finanzmärkte statt. Am 8. Juni reichte OpenAI einen vertraulichen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Goldman Sachs und Morgan Stanley begleiten den Gang an die Börse. Analysten schätzen den Unternehmenswert derzeit auf rund 852 Milliarden Euro.

Die Zahlen für 2025 zeigen ein Jahr massiven Wachstums bei hohen Kosten. OpenAI erzielte 13,1 Milliarden Euro Umsatz – ein sprunghafter Anstieg von 3,7 Milliarden im Vorjahr. Dem stand ein Verlust von 39 Milliarden Euro gegenüber. Grund waren 19 Milliarden Euro Forschungs- und Entwicklungskosten sowie rund 30 Milliarden Euro einmalige Restrukturierungsaufwendungen.

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Im ersten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro. Zwar weist die Bilanz zum 31. März keine Schulden aus, doch bestehen außerbilanzielle Kaufverpflichtungen von 665 Milliarden Euro für Rechenzentren und Spezialchips. Besonders bemerkenswert: 72 Prozent aller Kosten fließen an verbundene Unternehmen – vor allem an Microsoft.

Enterprise-Geschäft und Produkt-Update

OpenAI stärkt zudem seine Position im Firmenkundengeschäft. Samsung Electronics hat ChatGPT Enterprise und Codex für seine globalen Aktivitäten in Softwareentwicklung, Fertigung und Marketing eingeführt. Die Nutzung des Coding-Tools Codex in Südkorea stieg seit Februar um 800 Prozent.

Für den 25. Juni ist die Veröffentlichung von ChatGPT 5.6 Pro geplant. Das Update verspricht verbesserte logische Fähigkeiten und die Integration von Web-Automation-Tools. Der Zeitpunkt ist kritisch: Der Marktanteil von OpenAI im KI-Assistenten-Sektor fiel von über 50 Prozent im Januar auf 46,4 Prozent im Mai 2026. Konkurrenten wie Gemini und Claude holen auf.