ChatGPT-Ads ab Ende August: Europa mit Opt-in-Datenschutz

OpenAI führt personalisierte Werbung in ChatGPT ein und passt Datenschutzrichtlinien an. In der EU gelten strengere Opt-in-Regeln, der Start ist für Ende August geplant.

Der KI-Entwickler OpenAI hat seine Datenschutzbestimmungen angepasst, um die rechtliche Grundlage für personalisierte Werbeanzeigen innerhalb seines Chatbots ChatGPT zu schaffen. Die aktualisierte Richtlinie umfasst neue Bestimmungen zur Anzeigenpersonalisierung und markiert einen wichtigen Schritt in der Monetarisierungsstrategie des Unternehmens.

Während OpenAI Werbeanzeigen in den USA bereits seit dem 9. Februar 2026 testet, wurde das System am 11. August 2026 auf weitere internationale Märkte wie Japan, Südkorea, Mexiko, Brasilien und das Vereinigte Königreich ausgeweitet.

Regionale Unterschiede beim Datenschutz und Rollout

Bei der Umsetzung der Werbestrategie differenziert OpenAI stark zwischen verschiedenen Rechtsräumen. In den USA setzt das Unternehmen auf ein Opt-out-Modell, bei dem Nutzer der Personalisierung aktiv widersprechen müssen. Für Anwender in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich gilt hingegen ein Opt-in-Modell: Eine Personalisierung erfolgt hier nur, wenn die Nutzer explizit ihre Zustimmung erteilen.

Für den europäischen Markt ist die Einführung der Anzeigen für Ende August 2026 geplant. In der Anfangsphase sollen diese in Europa jedoch nicht personalisiert, sondern ausschließlich kontextbezogen ausgespielt werden. Dabei dienen Faktoren wie das aktuell behandelte Thema im Chat, der Standort des Nutzers sowie der verwendete Gerätetyp als Signale für die Anzeigenauswahl. Die irische Datenschutzbehörde DPC fungiert dabei als federführende Aufsichtsinstanz für den Bereich der EU und des Vereinigten Königreichs.

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Datennutzung und Schutz der Privatsphäre

Für die Personalisierung der Werbeinhalte greift OpenAI auf verschiedene Datenquellen zurück. Dazu gehören der Kontext der laufenden Konversation, bisherige Interaktionen mit Anzeigen sowie im System gespeicherte Erinnerungen der Nutzer. Das Unternehmen betont jedoch, dass Werbetreibende keinen direkten Zugriff auf die individuellen Gesprächsverläufe erhalten. Stattdessen werden lediglich aggregierte Statistiken an die Anzeigenkunden übermittelt.

Zudem hat OpenAI bestimmte Sicherheitsvorkehrungen implementiert. Anzeigen werden unterhalb der Antworten des Chatbots platziert und als solche klar gekennzeichnet. Werbung soll die generierten Antworten der KI inhaltlich nicht beeinflussen. Nutzer unter 18 Jahren sowie sensible Themenbereiche sind von der Schaltung von Werbung generell ausgeschlossen.

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Zielgruppen und wirtschaftliche Kennzahlen

Das Werbeformat beschränkt sich auf die kostenfreien Angebote sowie den „Go“-Tarif. Die kostenpflichtigen Abonnements Plus und Pro sowie die Angebote für Unternehmen und Bildungseinrichtungen (Enterprise, Business, Education) bleiben nach Angaben des Unternehmens werbefrei. Aktuellen Zahlen zufolge trägt das Werbegeschäft bereits mit rund 1 Milliarde US-Dollar zum jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von OpenAI bei.

Für Werbetreibende bietet OpenAI einen Ads Manager in einer Beta-Version an. Dieser unterstützt neben dem CPM-Modell (Tausender-Kontakt-Preis) auch CPC-Gebote (Cost-per-Click). Während die CPM-Preise anfangs bei etwa 60 US-Dollar lagen und sich später bei zirka 25 US-Dollar einpendelten, werden für CPC-Kampagnen Maximalgebote zwischen 3 und 5 US-Dollar pro Klick empfohlen.

Statt auf klassisches Keyword-Targeting setzt OpenAI auf Kontextsignale aus der Konversation. Technisch unterstützt das System zudem eine Conversions API sowie Pixel-Tracking zur Erfolgsmessung.