Werbeanzeigen auf ChatGPT bleiben bei den Erlösen für Werbetreibende bislang deutlich hinter den Ergebnissen klassischer Google-Suchanzeigen zurück. Dies geht aus Berichten vom 2. November 2026 über ein Working Paper der Wirtschaftsuniversität Wien und der Frankfurt School hervor.
Den Forschern Kaiser und Schulze zufolge generierten ChatGPT-Anzeigen in den USA im Untersuchungszeitraum einen Umsatz von 0,89 US-Dollar pro Sitzung. Bei Google-Search-Anzeigen lag dieser Wert bei 2,45 US-Dollar, was einem Erlösnachteil von 64 Prozent pro Besuch entspricht.
Niedrigere Konversionsraten und ungleiche Erfolgsverteilung
Auch bei der Conversion-Rate zeigten sich in der im Oktober 2026 vorgelegten Studie erhebliche Unterschiede: Während Google Paid Search einen Wert von 1,17 Prozent erreichte, kamen Anzeigen auf ChatGPT lediglich auf 0,37 Prozent.
Von den 87 untersuchten Werbetreibenden, die beide Werbekanäle parallel nutzten, erzielten 84 geringere Einnahmen pro Besuch über ChatGPT. Dies entspricht einer Quote von 97 Prozent. Bei der Mehrheit der Akteure blieben Transaktionen über die Plattform vollständig aus: 73 der 87 Werbetreibenden verzeichneten über 18.726 Besuche hinweg null Verkäufe.
Die verbleibenden 14 Werbetreibenden machten sämtliche 570 registrierten Käufe unter sich aus. Dabei entfielen allein auf einen einzelnen Anbieter 66 Prozent aller Käufe über die 102 erfassten Sites.
Diskrepanz bei Klickpreisen und organische Einbußen
Um mit Google Search bei der Rendite gleichzuziehen, müsste ein Klick auf eine ChatGPT-Anzeige nach Berechnungen der Forscher rund 0,26 US-Dollar kosten. Als Spanne für diesen Parity-Preis ermittelte das Team 0,05 bis 0,57 US-Dollar. Die tatsächlichen Werbepreise lagen in der Praxis jedoch höher: Für den Werbetreibenden Opascope ist über einen Zeitraum von 15 Tagen ein Klickpreis von 1,72 US-Dollar belegt.
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Neben den bezahlten Kampagnen beleuchtet die Untersuchung auch unbezahlte Zugriffe. In den ersten 13 Wochen nach dem Anzeigenstart sanken die organischen Verweise von ChatGPT geschätzt um 5,9 Prozent bei einer Spanne von -12,6 Prozent bis +1,2 Prozent, was statistisch nicht signifikant war.
Nach einer Bereinigung um regionale Wachstumsunterschiede von ChatGPT lag das Minus jedoch bei signifikanten 7,2 Prozent bis 8,4 Prozent. Die Conversion-Rate der verbleibenden organischen ChatGPT-Besucher zeigte sich dagegen stabil und veränderte sich mit einem Rückgang um 0,02 Prozentpunkte gegenüber dem Basiswert von 2,21 Prozent kaum.
Datenbasis und wirtschaftliche Herausforderungen
Die Untersuchung stützt sich auf Daten des Anbieters Grips Intelligence. Die Stichprobe umfasst fast 10 Milliarden Sitzungen auf 1.898 Onlineshops (fast 1.900 Websites) über einen Zeitraum von 60 Wochen zwischen dem 29. Juni 2025 und dem 22. August 2026.
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Der Anzeigenstart von ChatGPT erfolgte schrittweise: Nach dem US-Start am 9. Februar 2026 folgten Australien, Kanada und Neuseeland am 16. April sowie das Vereinigte Königreich am 4. Juni. Am 19. Juni kamen Japan und Korea hinzu, Anfang August Brasilien (4. August) und Mexiko (6. August). In der Europäischen Union startete das Anzeigenformat am 24. August 2026, zwei Tage nach Ende des im Paper analysierten Datenfensters.
Wirtschaftlich deckt das Modell die Kosten für die Plattform bisher nicht: Laut dem Papier erbringt Werbung derzeit rund 1 US-Dollar pro Gratisnutzer und Jahr, während ein Gratisnutzer rund 5 US-Dollar an Inferenzkosten verursacht. Einer Projektion von OpenAI zufolge sollen bis zum Jahr 2030 rund 40 US-Dollar pro Gratisnutzer erzielt werden.

