OpenAI rüstet seinen Chatbot mit automatischen Aufgaben und einer optimierten Medizin-KI auf. Das Unternehmen meldet zudem Rekordzahlen bei den Nutzern.
Der KI-Pionier aus San Francisco hat zwei bedeutende Neuerungen vorgestellt. Ab sofort können zahlende Abonnenten dem Sprachmodell wiederkehrende Aufgaben übertragen – etwa tägliche Recherchen oder regelmäßige Erinnerungen. Parallel dazu rollt OpenAI eine verbesserte Version seiner Gesundheits-KI aus, die nun auch kostenlosen Nutzern zur Verfügung steht.
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Automatisierung für den Arbeitsalltag
Die neue Funktion namens „Scheduled Tasks“ erlaubt es, ChatGPT für bestimmte Zeiten zu programmieren. Ob morgendliche Nachrichtenzusammenfassung oder wöchentliche Marktanalyse – das System arbeitet selbstständig im Hintergrund und meldet sich nur bei relevanten Änderungen. Verfügbar ist das Feature für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Kunden auf dem Desktop sowie unter iOS und Android.
Ein neuer Reiter namens „Geplant“ in der Seitenleiste dient als Kommandozentrale. Dort lassen sich aktive Aufgaben überwachen, pausieren oder löschen. Die aktuelle Beschränkung erlaubt maximal einen automatischen Durchlauf pro Stunde.
Mit der Einführung stellt OpenAI sein älteres „Pulse“-Tool ein. Pro-Kunden wurden am 17. Juni informiert, dass sie 14 Tage Zeit haben, ihre bestehenden Arbeitsabläufe zu migrieren. Danach wird der alte Dienst abgeschaltet.
Medizin-KI mit deutlich weniger Fehlern
Noch weitreichender ist das Update für den Gesundheitsbereich. Die neue Modellversion GPT-5.5 Instant wurde speziell für medizinische Anfragen optimiert und steht nun allen Nutzern offen – auch denen ohne Abo.
Die internen Tests von OpenAI zeigen eine beeindruckende Verbesserung: Die Fehlerrate bei Gesundheitsantworten sank innerhalb von zwei Monaten um 71 Prozent. Mehr als 230 Millionen Menschen nutzen ChatGPT mittlerweile wöchentlich für Gesundheitsthemen. In einer internen Studie mit über 260 Ärzten aus 60 Ländern schnitten die KI-Antworten häufig besser ab als Texte menschlicher Mediziner.
Unabhängige Studien mahnen zur Vorsicht
Doch die Euphorie bekommt Risse. Eine Studie des Mass General Brigham vom April 2026 ergab, dass KI-Modelle in weniger als 20 Prozent der Fälle korrekte Differenzialdiagnosen lieferten. Aktuellere Forschung der Penn State University vom Juni zeigt: Für alltägliche Gesundheitsfragen erreicht die KI etwa 76 Prozent Genauigkeit – bei komplexen medizinischen Aufgaben bleibt sie unzuverlässig.
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Der HealthBench Professional-Test bestätigt das Bild: GPT-5.5 Instant erreicht 38,4 Prozent – deutlich hinter Anthropics Claude Opus 4.8 mit 55,8 Prozent. Mediziner sind gespalten. Während einige vor „Halluzinationen“ warnen, bei denen die KI falsche Statistiken oder erfundene Daten liefert, sehen andere die Technologie als Lösung für den weltweiten Mangel an Hausärzten.
Milliardenumsätze bei hohen Verlusten
Die Produktneuheiten kommen in einer phase rasanten Wachstums. OpenAI meldet für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro – bei einem Nettoverlust von über 21 Milliarden Euro. Der Cash-Burn bleibt also enorm.
Um den steigenden Rechenbedarf zu decken, schloss das Unternehmen einen chip-Deal mit Cerebras im Wert von über 20 Milliarden Euro. ChatGPT hat mittlerweile die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer geknackt.
Der Wettbewerb bleibt indes hart. Am 16. Juni übertraf Anthropic OpenAI erstmals bei den Geschäftsausgaben für KI. Und schon kursieren Gerüchte über einen Start des leistungsstärkeren Modells GPT-5.6 Pro am 25. Juni – mit verbesserten Fähigkeiten in 3D-Design und Backend-Programmierung.

