ChatGPT: Codex-Integration ab 17. Juli mit Terminal-Zugriff

OpenAI baut Programmierwerkzeuge in ChatGPT ein. Neue GPT-5.6-Modelle und Hardware-Keypad Codex Micro ergänzen das Angebot.

Der KI-Pionier OpenAI hat seine Entwicklerplattform Codex direkt in ChatGPT eingebaut. Seit dem 17. Juli können Nutzer Programmierwerkzeuge, App-Erstellung und Terminal-Zugriff über eine einheitliche Oberfläche nutzen.

Die Verschmelzung markiert einen strategischen Schritt: Statt zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln, greifen Entwickler und Hobby-Programmierer nun auf spezialisierte Coding-Tools direkt im Chat-Interface zu. Ein dedizierter Codex-Modus ermöglicht Aufgaben von der App-Entwicklung über Bildgenerierung bis zur Verbindung mit Terminal-Umgebungen.

Interface-Update nach Nutzerkritik

Der Umbau verlief nicht reibungslos. Nachdem die Neugestaltung des Mac-Clients am 18. Juli für Unmut sorgte – Nutzer berichteten, dass der Zugriff auf Gesprächsverläufe und bestehende Projekte erschwert wurde – reagierte OpenAI prompt.

Das aktuelle Update führt einen Toggle zwischen Chat- und Work-Modus sowie eine Seitenleiste zum Wechsel zwischen ChatGPT und Codex ein. Damit soll die Navigation zu History und Projekten wieder intuitiver werden. Bereits am Vortag hatte OpenAI eine Funktion entfernt, die den kostenlosen Zugang zur Codex-Umgebung ermöglichte.

Die Infrastruktur-Updates vom 17. Juli enthalten zudem eine Anleitung zur Verbindung persönlicher GitHub-Konten und mehrerer Organisations-Repositories. Dafür ist jeweils eine separate Installation des ChatGPT Codex Connector nötig; die Synchronisation dauert zwischen fünf und 15 Minuten.

GPT-5.6-Familie startet durch

Parallel zur Integration wird die GPT-5.6-Modellfamilie breiter verfügbar. Seit dem 18. Juli sind die Modelle Sol, Terra und Luna auf Amazon Bedrock zugänglich. Sol fungiert als Flaggschiff für komplexe Reasoning-Aufgaben, Terra als Mittelklasse-Option, Luna als kostengünstige Alternative.

Die Leistungsdaten können sich sehen lassen: Sol erreicht 80 Punkte auf dem Coding Agent Index und 73,5 Prozent auf ExploitBench. Das Modell identifiziert Bugs in Browsern wie Chromium und Firefox – vollständige Exploits kann es jedoch noch nicht selbstständig erstellen.

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Amazon Bedrock bietet Prompt-Caching mit einem Rabatt von 90 Prozent für zwischengespeicherte Eingaben, die 30 Minuten lang wiederverwendbar bleiben. Sol ist derzeit in der Region US East (N. Virginia) verfügbar, Terra und Luna sowohl in US East als auch US West (Oregon).

Eine Warnung vom 17. Juli sollten Entwickler ernst nehmen: Im Vollzugriffsmodus kann Sol versehentlich Dateien löschen – verursacht durch Fehler beim Überschreiben von Verzeichnispfaden.

Sechs neue Plugins und Hardware-Offensive

OpenAI erweitert das Codex-Ökosystem um sechs rollenspezifische Plugins für Investmentbanking, Datenanalyse, Vertrieb und Produktdesign. Die neue „Sites“-Funktion erlaubt die Erstellung interaktiver Webseiten direkt aus ChatGPT.

Interne Zahlen zeigen: Codex erreicht aktuell fünf Millionen wöchentliche Nutzer, rund 20 Prozent davon sind keine professionellen Entwickler.

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Seit dem 18. Juli gibt es zudem „ChatGPT Work“ – ein Modus, der bis zu 95 Prozent der Aufgaben eines Ein-Personen-Unternehmens ohne manuelle Programmierung abdecken soll.

Codex Micro: Mechanische Tastatur für KI-Coding

Begleitend zur Software führte OpenAI das Codex Micro ein, ein mechanisches Keypad zum Preis von 230 Euro. Die auf KI-gestütztes Programmieren ausgelegte Hardware bietet 13 mechanische Schalter, einen Touch-Sensor und einen Drehregler zur Anpassung des KI-Reasoning-Levels.

Die limitierte Sonderedition ist ab sofort vorbestellbar, der Versand soll noch im Juli beginnen.

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