Das deutsche Steuerberatungsnetzwerk HSP Gruppe hat durch die Integration von ChatGPT Enterprise in seine Kernprozesse eine erhebliche Steigerung der Arbeitseffizienz erzielt.
Wie aus Berichten vom Anfang September 2026 hervorgeht, rechnet das Unternehmen durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) mit einer jährlichen Zeitersparnis von insgesamt 40.000 Stunden innerhalb seines Netzwerks aus unabhängigen Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Anwaltskanzleien.
Detaillierte Evaluierung bestätigt hohe Akzeptanz und Produktivität
Der Entscheidung zur vollständigen Integration ging eine sechsmonatige Evaluierungsphase voraus, die sich von Februar bis Juli 2026 erstreckte. In diesem Zeitraum wurden über 500.000 Nachrichten über das System verarbeitet. Die Auswertung ergab eine wöchentliche Aktivitätsrate der Nutzer von 84 Prozent, was auf eine hohe Akzeptanz innerhalb der Belegschaft hindeutet.
Die HSP Gruppe bezifferte die durch die Technologie erreichte Produktivitätssteigerung auf 98,6 Prozent. Unter der Leitung von CEO Carsten Schulz wurden im Zuge der Implementierung insgesamt 88 spezifische Möglichkeiten zur Automatisierung von Arbeitsabläufen identifiziert.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel lieferte die Partnerin Magdalene Posnak: Durch die KI-Unterstützung habe sich der zeitliche Aufwand für die Bewertung von Immobilieninvestitionen von ursprünglich neun auf nunmehr zwei Stunden reduziert.
Marktweite Expansion und Konsolidierung von KI-Lösungen
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Die Entwicklung bei der HSP Gruppe ist Teil eines breiteren Trends zur Digitalisierung professioneller Dienstleistungen. Zeitgleich wurde bekannt, dass das in Barcelona ansässige Unternehmen Factorial das Berliner KI-Start-up Empion übernommen hat.
Factorial, das im Jahr 2026 eine Series-D-Finanzierung über 150 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar abschloss, beabsichtigt damit, seine Präsenz auf dem deutschen Markt auszuweiten.
Empion, gegründet von Dr. Annika von Mutius, ist auf KI-basierte Talent-Assessments spezialisiert und betreut Kunden wie die Deutsche Telekom und Procter & Gamble. Im Zuge der Übernahme wird Dr. Annika von Mutius Teil des Führungsteams von Factorial.
Auch andere Akteure im Bereich People-Management verstärken ihre Bemühungen; so erhielt die Plattform HiBob eine Investition unter der Führung von Salesforce, um die Entwicklung von „Organizational Intelligence“ für KI-gestützte Unternehmen voranzutreiben.
Automatisierung in der IT- und Personalverwaltung
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Neben spezialisierten Kanzleien setzen auch große Softwareanbieter auf eine tiefgreifende KI-Integration. Der HR-Software-Anbieter UKG hat unter der Leitung von CIO Prakash Kota seit April 2025 insgesamt 387 interne KI-Anwendungen und über 12.000 KI-Agenten eingeführt.
Diese Maßnahmen führen laut Unternehmensangaben zu einer monatlichen Produktivitätssteigerung von 8.500 Stunden. Zudem würden mittlerweile 27 Prozent der Kundenanfragen bei UKG autonom bearbeitet.
Im Bereich der agentischen KI-Mitarbeiter meldete die Plattform Ema Fortschritte durch die Automatisierung von Workflows in den Bereichen HR, IT und Finanzen. Beim IT-Dienstleister Wipro, der rund 240.000 Mitarbeiter beschäftigt, automatisiert Ema über 100 Workflows und unterstützt jährlich etwa 2,9 Millionen Anfragen. Dies habe die Antwortzeiten drastisch gesenkt und die Mitarbeiterzufriedenheit um 20 Prozent gesteigert.
Internationale Investitionen und strategische Partnerschaften
Die Dynamik im Sektor spiegelt sich zudem in hohen Finanzierungsrunden und strategischen Allianzen wider. Das japanische Start-up PeopleX sicherte sich in einer Series-A-Finanzierung 34 Millionen US-Dollar (5,45 Milliarden Yen). Das Unternehmen, das ein 17-faches Umsatzwachstum verzeichnet, plant die Expansion in den asiatisch-pazifischen Raum und Australien.
Im Bereich der strategischen Beratung kündigten Tata Consultancy Services (TCS) und die Porsche AG eine Partnerschaft für KI-Services an. TCS wird ein „AI Mobility Centre of Excellence“ einrichten und übernimmt im Rahmen eines Fün-Jahres-Vertrags vollständig die MHP Management- und IT-Beratung GmbH, sofern die behördlichen Genehmigungen erteilt werden. Diese Kooperation unterstreicht die wachsende Bedeutung spezialisierter KI-Infrastrukturen für die Industrie.

