Das KI-Unternehmen OpenAI erweitert die Einsatzmöglichkeiten seines Chatbots direkt im Webbrowser. Wie das Unternehmen am 15. Oktober 2026 über die Plattform X ankündigte, kann ChatGPT über eine offizielle Chrome-Erweiterung geöffnete Tabs einsehen, deren Inhalte analysieren und mehrere Webseiten miteinander vergleichen. Die Neuerung erlaubt es dem System, Informationen aus aktiven Browsersitzungen unmittelbar in Unterhaltungen einzubeziehen.
Funktionsumfang im Chat- und Arbeitsmodus
Die Integration gliedert sich in verschiedene Nutzungsarten. Im regulären Chat liest ChatGPT die geöffneten Tabs aus und leitet daraus Antworten ab. Als Anwendungsbereich nennt OpenAI unter anderem den Vergleich verschiedener Produktseiten nach Kriterien wie Größe, Preis, Lieferzeit und Rückgabepolitik. Nutzer können zudem Artikel zusammenfassen, Abonnement-Optionen prüfen oder Daten für Tabellen extrahieren.
Für komplexere Abläufe steht der Modus ChatGPT Work bereit, der mehrstufige Aktionen im Web eigenständig ausführt. Dazu zählen das Versenden von Nachrichten, das Ausfüllen von Formularen, das Herunterladen von Dateien sowie das Gruppieren und Sortieren von Tabs.
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Als konkretes Beispiel dient das Ausfüllen eines Formulars für eine neue Zahnarztpraxis samt anschließendem Eintragen des Termins in den Kalender. Zudem lassen sich in diesem Arbeitsmodus Vergleichsdokumente erstellen und Entwürfe für E-Mails anfertigen.
Gesteuert wird die Anwendung über eine Seitenleiste, die den gesamten Chatverlauf anzeigt, Zugriff auf die Browser-Historie nimmt und gestalterisch an Gemini in Chrome erinnert.
Systemanforderungen und Datenschutz
Für den Betrieb der Funktion gelten technische Vorgaben: Erforderlich sind die Installation der Erweiterung sowie die parallele Nutzung der ChatGPT-Desktop-App. Die Neuerung ist für alle Tarifstufen vorgesehen und wird schrittweise bereitgestellt, wobei der Zugriff in Unternehmen von den jeweiligen Workspace-Einstellungen abhängt.
Neben Google Chrome werden weitere Chromium-basierte Browser wie Microsoft Edge, Brave und Opera unterstützt. In Opera steht die Seitenleiste allerdings nicht zur Verfügung.
Beim Datenschutz setzt OpenAI auf manuelle Nutzerfreigaben. Standardmäßig bittet das System vor jedem Zugriff auf eine neue Website um Erlaubnis, wobei sich Ausnahmen über Positiv- und Blockierlisten festlegen lassen. Zwar speichert das System laut Quellangaben kein vollständiges Protokoll der Browser-Aktionen, Seiteninhalte und Bildschirmfotos können jedoch als Kontext im jeweiligen Chat gesichert werden.
Strategischer Schwenk nach dem Aus für Atlas
Die Veröffentlichung der Erweiterung ist Teil einer veränderten Produktstrategie. Am 9. August 2026 hatte OpenAI seinen experimentellen Eigenbrowser ChatGPT Atlas eingestellt. Statt einer eigenständigen Browser-Software setzt das Unternehmen nun auf Erweiterungen für bestehende Webbrowser.
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Mit der tiefen Integration in den Browser gehen auch Sicherheitsfragen einher. Da geöffnete Tabs vertrauliche Inhalte wie Arbeitsdokumente, Finanzdaten oder private E-Mails enthalten können, besteht zudem das Risiko von Prompt-Injection-Angriffen über manipulierte Webseiten. Es wird daher geraten, zunächst mit risikoarmen Aufgaben zu beginnen, Resultate regelmäßig zu kontrollieren und bei Transaktionen, Downloads, Nachrichten sowie Kontenänderungen besondere Vorsicht walten zu lassen.

