OpenAI Economic Research hat unter dem Namen „OpenAI Signals“ umfassende Daten zur beruflichen Nutzung von ChatGPT vorgelegt. Die Erhebung bildet 165 Arbeitsaktivitäten auf Grundlage des O*NET-Frameworks für fast 100 Länder ab. Die Auswertung umfasst quartalsweise Daten von Anfang 2025 bis zum dritten Quartal 2026 und gibt Einblicke, wie der Chatbot in unterschiedlichen Märkten im Arbeitsalltag eingesetzt wird.
Datenbasis stützt sich auf individuelle ChatGPT-Konten
Die Untersuchung stützt sich ausschließlich auf arbeitsbezogene Eingaben in individuellen und privaten ChatGPT-Abonnements. Interaktionen über Enterprise-Workspaces sowie Codex-Eingaben flossen nicht in die Statistik ein. Als Messgröße dient der Nachrichtenanteil und nicht die Anzahl der individuellen Nutzer. Monatlich wurden dafür eine Million Verbrauchernachrichten von Personen ab 18 Jahren klassifiziert.
Beim Datenschutz setzt OpenAI nach eigenen Angaben auf ein automatisiertes Klassifizierungsverfahren, nachdem zuvor alle identifizierenden Informationen entfernt wurden.
Wer die Potenziale von KI im Unternehmen nutzt, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der aktuellen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Die Ergebnisse werden als aggregierte Statistiken veröffentlicht, wobei bei kleinen Fallzahlen Zurückhaltung geübt und statistisches Rauschen eingesetzt wird, um Rückschlüsse auf Einzelpersonen auszuschließen. Ergänzend dazu verwies das Unternehmen auf Daten zu ChatGPT Work in 100 Ländern, die die weltweite Anwendungsreichweite des Tools verdeutlichen.
Breitere Verteilung und länderspezifische Schwerpunkte
Über den Beobachtungszeitraum hinweg zeigt sich eine wachsende Ausdifferenzierung der Nutzung. In 74 Ländern, die durchgehend beobachtet wurden, sank der Anteil der zehn am häufigsten ausgeführten Aktivitäten an den klassifizierten Arbeitsnachrichten von 56,0 Prozent im ersten Quartal 2025 auf 51,1 Prozent im dritten Quartal 2026. Arbeitsbezogene Prompts verteilten sich im Zeitverlauf somit weniger stark auf die Spitzenaufgaben. Gleichzeitig bildeten die untersuchten Länder laut OpenAI zunehmend eigene Spezialisierungen heraus.
Die zunehmende Integration von KI in den Arbeitsalltag wirft oft Fragen zur korrekten Einstufung von Systemen auf. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Anwendungen als Hochrisiko gelten und wie Sie die Einhaltung der neuen Regeln sicherstellen. Kostenlosen KI-Risikoreport herunterladen
Abweichungen vom realen Arbeitsmarkt
Die Analyse verdeutlicht zudem, dass die tatsächliche Nutzung des Chatbots in vielen Bereichen stark von den realen Beschäftigungsmustern abweicht. In den USA entfallen rund 43 Prozent des beschäftigungsgewichteten Aufgabenmixes auf sonstige Arbeitsaktivitäten, darunter Tätigkeiten wie Materialtransport, Fahrzeugbetrieb oder das Führen medizinischer Akten. Diese Aktivitäten erfüllten nicht den Schwellenwert für eine konsistente Repräsentation in den US-Daten.
Für das dritte Quartal 2026 verzeichnete der Bereich Entscheidungsfindung und Problemlösung in den USA den größten Anteil am Nachrichtenaufkommen. Auf Planung und Entscheidungsfindung entfielen 39,6 Prozent der ChatGPT-Nutzung, obwohl diese Aufgaben lediglich 9,3 Prozent der Beschäftigten betreffen.
Umgekehrt arbeiten 43,1 Prozent der Beschäftigten in sonstigen Berufen wie etwa dem Transportsektor, auf die wiederum lediglich 2,4 Prozent der beruflichen ChatGPT-Nutzung entfielen.
Auch auf Länderebene wurden Verschiebungen festgestellt. In Japan galt im ersten Quartal 2025 noch Entscheidungsfindung und Problemlösung als häufigste Anwendung, gefolgt von Computerinteraktionen. Für das dritte Quartal 2026 wurde prognostiziert, dass der Anteil von Entscheidungsfindung und Problemlösung auf 15,9 Prozent sinkt und stattdessen kreatives Denken zur meistgenutzten Kategorie aufsteigt.

