OpenAI hat eine Schwachstelle behoben, mit der Sicherheitsforscher von Check Point Research den sogenannten Lockdown-Modus von ChatGPT umgehen konnten. Die Sicherheitslücke ermöglichte potenziell das unbemerkte Entwenden vollständiger Chat-Verläufe, Phishing nach Zugangsdaten, die Verbreitung von Schadsoftware sowie das Ausleiten von Daten ohne Interaktion der Nutzer.
OpenAI bestätigte die Behebung gegenüber den Forschern am 18. September 2026, nachdem ein erneuter Test bestätigt hatte, dass die Angriffsmethode nicht mehr funktionierte.
Schwachstelle in der HTML-Codeblock-Vorschau
Die Ursache des Problems lag in der Vorschau für HTML-Codeblöcke, die mit zwei verschachtelten Sandbox-Frames arbeitete. Innerhalb dieser Struktur gelang es den inneren Frames, eine unveränderte Popup-Funktion zu erreichen. Dadurch wurde die vorgesehene Sicherheitsabfangung umgangen und der Ausbruch aus der Sandbox ermöglicht.
Als Angriffsvektoren dienten speziell gestaltete Eingabeaufforderungen, manipulierte benutzerdefinierte GPT-Modelle oder geteilte Chats. Betroffen waren sowohl die Web-Version als auch die ältere Electron-Desktop-Anwendung von ChatGPT.
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In der Electron-basierten klassischen Desktop-Applikation reichte bereits das reine Chatten oder die Nutzung eines präparierten Modells aus, um Daten ohne weiteren klick zu exfiltrieren. Eine Bestätigung für einen tatsächlichen Abfluss von Kundendaten liegt nicht vor; wie viele Anwender potenziell exponiert waren, blieb unklar.
Eli Smadja, Forschungsleiter bei Check Point Research, unterstrich in diesem Kontext, dass Sicherheitskontrollen für künstliche Intelligenz nur so stark seien wie das breitere Anwendungsumfeld, in dem sie betrieben werden.
Technische Anpassung und Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen
Die Behebung der Schwachstelle durch OpenAI erfolgte über die Konfiguration des äußeren Vorschau-Frames. Das Unternehmen entfernte dort die Attribute, die Popups und deren Ausbruch aus der Sandbox gestattet hatten. Ein anschließender Retest bestätigte den Erfolg der Maßnahme.
Bereits vor diesem Schritt hatte OpenAI Forscher von Cathedral für einen Sicherheits-Sprint engagiert und die Prämien für das Auffinden von Fehlern angehoben. Hintergrund der verstärkten Sicherheitsbemühungen sind unter anderem Berichte, wonach ehemalige Mitarbeiter Bedenken hinsichtlich der internen Zugriffskontrollen und des Schutzes sensibler KI-Forschung geäußert haben sollen.
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Zusätzlich kündigte OpenAI laut einem Bericht vom 6. November 2026 eine Partnerschaft mit dem Sicherheitsunternehmen Hacktron an. Die Kooperation sieht gemeinsame Tests in Bereichen mit hoher Priorität vor, wobei der Schwerpunkt auf Schnittstellen zu Drittdiensten liegt.
Hacktron entwickelt KI-Agenten für Code-Prüfungen, Penetrationstests sowie Red Teaming und erhält im Rahmen der Zusammenarbeit erweiterten Zugang zu fortschrittlichen Basismodellen über Daybreak Red.
Zayne Zhang, Geschäftsführer von Hacktron, erklärte laut dem Bericht, dass sich die Zukunft der Cybersicherheit nicht über die Größe eines Sicherheitsteams entscheide, sondern über das Zusammenspiel von menschlicher Kreativität und den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz.

