ChatGPT macOS: OpenAI protokolliert Tastatureingaben live

ChatGPT erhält auf macOS mit „Computer History“ eine neue Kontextfunktion, die Aktivitäten über Accessibility-APIs erfasst. Die Funktion startet ohne EU-Verfügbarkeit.

Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI hat eine neue Funktion für seine ChatGPT-Anwendung unter macOS vorgestellt. Mit der Einführung von „Computer History“ am 17. August 2026 erweitert das Unternehmen die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, Nutzeraktivitäten auf dem Betriebssystem zu erfassen und zu verarbeiten. Das neue Feature ersetzt die bisherige, auf Bildschirmfotos basierende Funktion namens „Chronicle“ und setzt stattdessen auf eine tiefere Integration in das System.

Technischer Wechsel zu Accessibility-Schnittstellen

Die Funktion „Computer History“ markiert einen technologischen Wandel in der Art und Weise, wie ChatGPT Informationen über den Kontext des Nutzers sammelt. Anstatt wie bisher Screenshots anzufertigen, nutzt die Anwendung nun die sogenannten Accessibility-APIs (Schnittstellen für Bedienungshilfen) von Apple. Durch diesen Zugriff ist die Software in der Lage, eine Vielzahl von Interaktionen im Hintergrund zu protokollieren.

Dazu gehören laut Unternehmensangaben unter anderem Mausklicks, Tastatureingaben sowie die Verwendung von Tastenkürzeln. Zudem erfasst das System, wann und wie häufig ein Nutzer zwischen verschiedenen Applikationen wechselt. Ziel dieser umfassenden Protokollierung ist es, der KI einen detaillierten Kontext über die aktuelle Arbeit des Anwenders zu liefern, um präzisere Hilfestellungen geben zu können.

Verfügbarkeit und regionale Einschränkungen

OpenAI rollt das neue Feature für einen begrenzten Nutzerkreis aus. Zugang erhalten Abonnenten der Versionen Pro, Business und Enterprise. Dabei gelten für Unternehmenskunden zusätzliche Hürden: In den Varianten Business und Enterprise ist die Aktivierung der Funktion an die Zustimmung eines Administrators gebunden.

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Ein wesentlicher Aspekt der Veröffentlichung ist die geografische Eingrenzung. Wie OpenAI am 17. August 2026 verdeutlichte, wird „Computer History“ vorerst nicht im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), in der Schweiz und im Vereinigten Königreich angeboten. Damit bleibt die Funktion für Nutzer in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten bis auf Weiteres nicht verfügbar.

Datenschutz und Sicherheitsaspekte

Hinsichtlich der Privatsphäre betont der Entwickler, dass „Computer History“ standardmäßig deaktiviert ist. Nutzer müssen sich aktiv für die Verwendung entscheiden (Opt-in). Die Speicherung der sogenannten Memory-Dateien erfolgt lokal, wird jedoch von Fachleuten kritisch betrachtet, da die Daten als unverschlüsselter Klartext auf dem Endgerät abgelegt werden.

Die Aufbewahrungsfrist für die rohen Ereignisdateien ist kurz bemessen; diese werden nach Angaben von OpenAI nach einem Zeitraum von 48 Stunden automatisch gelöscht.

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Zur Verwendung der Daten für die Weiterentwicklung der eigenen Modelle erklärte das Unternehmen, dass die durch „Computer History“ erfassten Aktivitätsdaten nicht für das Training der KI genutzt werden. Davon ausgenommen ist jedoch der Chat-Kontext, der weiterhin in den Trainingsprozess einfließen kann.

Sicherheitsforscher haben im Zuge der Veröffentlichung bereits auf potenzielle Risiken hingewiesen. Sie warnen insbesondere vor der Gefahr von Prompt-Injection-Angriffen. Da die KI durch die neue Funktion Zugriff auf eine Vielzahl von Systeminformationen erhält, könnten bösartige Eingaben theoretisch dazu genutzt werden, die Kontrolle über die protokollierten Daten zu erlangen oder die Integrität der Interaktion zu gefährden.