ChatGPT: OpenAI integriert Googles SynthID-Wasserzeichen

OpenAI rüstet ChatGPT und API mit Googles SynthID-Wasserzeichen aus, um KI-Bilder vor dem EU AI Act zu kennzeichnen.

In einem Vorstoß zur Erhöhung der Transparenz digitaler Inhalte hat OpenAI die Integration der SynthID-Wasserzeichen-Technologie von Google abgeschlossen. Das System kommt ab sofort bei Bildern zum Einsatz, die über den Chatbot ChatGPT sowie über die Codex-Plattform und die entsprechende Programmierschnittstelle (API) erstellt werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Identifizierung von KI-generierten Inhalten signifikant zu verbessern und damit den steigenden Anforderungen an die Kennzeichnungspflicht gerecht zu werden.

Erweiterte Sicherheitsmaßnahmen für Metadaten

Die Implementierung von SynthID ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Absicherung digitaler Herkunftsnachweise. OpenAI gab bekannt, in diesem Zuge auch die sogenannten C2PA-Content-Credentials zu stärken. Dabei handelt es sich um einen Industriestandard, der technische Metadaten nutzt, um die Entstehungsgeschichte von Mediendateien nachvollziehbar zu machen.

Um die Überprüfung dieser Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, stellt das Unternehmen zudem eine Verifikationsplattform für KI-Metadaten als Vorschau bereit. Über dieses Portal sollen Nutzer künftig prüfen können, ob ein Bild mit den Werkzeugen von OpenAI erstellt wurde. Die Kombination aus sichtbaren oder eingebetteten Wasserzeichen wie SynthID und robusten Metadaten-Standards soll eine mehrstufige Absicherung gegen Desinformation und Deepfakes bieten.

Kooperation im Rahmen regulatorischer Anforderungen

Die Bereitstellung der Technologie durch Google erfolgt vor dem Hintergrund einer breiteren Brancheninitiative. Google hat SynthID kürzlich als Open-Source-Software verfügbar gemacht und den Kreis der Partner, die diese Technologie einsetzen, deutlich erweitert. Neben OpenAI zählen nun auch Unternehmen wie Apple, ElevenLabs, Kakao und NVIDIA zu den Akteuren, die das Wasserzeichen-System nutzen.

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Dieser Schritt steht in engem Zusammenhang mit den regulatorischen Entwicklungen in Europa. Google unterzeichnete erst kürzlich den „EU AI Act Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content“. Dieser Verhaltenskodex baut auf dem bereits im Jahr 2025 unterzeichneten GPAI-Kodex auf. Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich das Unternehmen zur Einhaltung strenger Transparenzregeln, äußert jedoch gleichzeitig Bedenken hinsichtlich der regulatorischen Komplexität der neuen Vorgaben. Neben SynthID unterstützt Google auch den C2PA-Standard, um eine plattformübergreifende Kompatibilität zu gewährleisten.

Druck durch den EU AI Act nimmt zu

Die Dringlichkeit für die Branche ergibt sich aus dem knappen Zeitplan der europäischen Gesetzgebung. Der „EU AI Act Code of Practice“ wird bereits zum 2. August 2026 anwendbar. Die darin festgelegten Regeln sehen vor, dass Anbieter von KI-Systemen eindeutig kennzeichnen müssen, wenn Inhalte künstlich erzeugt wurden.

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Die wirtschaftlichen Risiken bei Nichteinhaltung dieser Transparenzvorschriften sind erheblich. Bei Verstößen gegen den Kodex drohen Unternehmen empfindliche Geldstrafen. Diese können sich auf bis zu 15 Mio. € oder 3 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes belaufen, je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt. Mit der nun erfolgten Integration von SynthID positioniert sich OpenAI rechtzeitig vor dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen als konform mit den europäischen Sicherheits- und Transparenzstandards.