ChatGPT-Plugin: OpenAI gibt KI Zugriff auf iMessage und SMS

Das neue Mac-Plugin von OpenAI durchsucht Nachrichten lokal, verlangt weitreichende Rechte und stößt wegen möglicher Datenschutzrisiken auf Kritik.

Der US-Softwareentwickler OpenAI hat ein neues Plugin für die Mac-Version von ChatGPT veröffentlicht, das der Künstlichen Intelligenz (KI) den Zugriff auf Apple Messages ermöglicht.

In den letzten Tagen berichteten erste Nutzer über ihre Erfahrungen mit dieser Integration, die es der Anwendung erlaubt, iMessage-Verläufe sowie SMS- und RCS-Nachrichten zu durchsuchen und zu verarbeiten. Während die Neuerung praktische Vorteile im Alltag verspricht, warnen Sicherheitsexperten vor den weitreichenden Befugnissen, die für den Betrieb der Software erforderlich sind.

Weitreichende Berechtigungen für lokale Verarbeitung

Um die Integration nutzen zu können, verlangt das Plugin tiefgreifende Zugriffsrechte auf das Betriebssystem. Dazu gehören die Freigabe für AppleScript, der Zugriff auf Bedienungshilfen sowie der Vollfestplattenzugriff auf dem Mac.

OpenAI betont in diesem Zusammenhang, dass das Plugin standardmäßig lokal auf dem Endgerät ausgeführt wird. Ein automatischer Upload der gesamten Nachrichten-Historie findet laut dem Unternehmen nicht statt. Die Software lese Nachrichten nur auf ausdrückliche Anfrage des Nutzers und erstelle keinen permanenten Index der Konversationen.

Bereits im Laufe des Augusts wurde bekannt, dass spezifische Versionen wie ChatGPT Work und Codex auf Apple-Silicon-Macs in der Lage sind, Nachrichten mit der ausdrücklichen Freigabe der Anwender nicht nur zu lesen und zu durchsuchen, sondern auch zusammenzufassen. Darüber hinaus können Entwürfe für Antworten erstellt und direkt über die Schnittstelle versendet werden.

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Massive Kritik von Sicherheitsexperten

Trotz der versprochenen lokalen Verarbeitung stößt die Integration bei Fachleuten auf erheblichen Widerstand. Ein Sicherheitsexperte bezeichnete das Plugin als eines der gefährlichsten Instrumente der letzten Zeit und zog Vergleiche zu Spionagesoftware. Auch der Technikchef eines IT-Sicherheitsunternehmens sieht in der Verknüpfung ein erhebliches Risiko für die Integrität persönlicher Daten.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft den Schutz von Personen, die ChatGPT selbst nicht nutzen, deren Nachrichten aber in den Verläufen der Anwender auftauchen. Der VPN- und E-Mail-Anbieter Proton äußerte diesbezüglich Bedenken, dass die Privatsphäre von Nicht-Nutzern verletzt werden könnte, wenn deren Nachrichten durch die KI analysiert werden.

Erschwerend komme hinzu, dass diese betroffenen Personen nicht darüber benachrichtigt werden, wenn ihre Kommunikationsdaten Gegenstand einer KI-gestützten Suche oder Zusammenfassung sind.

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Sicherheitsvorkehrungen und ausstehende Reaktionen

OpenAI ist sich der potenziellen Gefahren bewusst und hat Warnungen bezüglich sogenannter Prompt-Injections herausgegeben. Dabei könnten Angreifer versuchen, die KI über manipulierte Nachrichteninhalte zu unerwünschten Handlungen zu bewegen. Das Unternehmen empfiehlt daher dringend, jeden einzelnen Sendevorgang manuell durch den Nutzer freigeben zu lassen, anstatt den Prozess vollständig zu automatisieren.

Der Technologiekonzern Apple, dessen Betriebssystem und Nachrichtendienst die Grundlage für das Plugin bilden, hat sich bislang nicht offiziell zu der neuen ChatGPT-Integration geäußert. Nutzer stehen somit vor der Entscheidung, ob der Komfortgewinn durch automatisierte Nachrichtenzusammenfassungen und Suchfunktionen die Preisgabe sensibler Systemberechtigungen aufwiegt.

Während die lokale Ausführung einen ersten Schutzmechanismus darstellt, bleibt die Debatte über die langfristigen Auswirkungen auf die Privatsphäre in der digitalen Kommunikation bestehen.