Der KI-Pionier OpenAI hat seinen Chatbot im Mai mit zahlreichen Neuerungen ausgestattet – von persönlichen Finanztools über Bilderkennung bis hin zu Unternehmenssteuerung.
Finanzdaten per Knopfdruck: ChatGPT wird zum Konto-Manager
Seit dem 30. Mai 2026 können US-amerikanische ChatGPT Pro-Abonnenten ihre Finanzen direkt über die KI verwalten. Möglich macht das eine Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Plaid. Über eine reine Leseverbindung greift ChatGPT auf mehr als 12.000 Finanzinstitute zu – von Girokonten über Kreditkarten bis hin zu Darlehen.
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Die Technologie nutzt die verbesserten Analysefähigkeiten von GPT-5.5. Nutzer erhalten ein Dashboard, das Ausgaben, Abonnements und Investmentportfolios übersichtlich darstellt. Auch Budgetplanung ist möglich. Wichtig: Die KI kann keine Transaktionen ausführen. Die Privatsphäre schützt OpenAI durch eine automatische Datenlöschung 30 Tage nach Trennung der Kontoverbindung.
Interne Tests bescheinigen dem Feature einen Wert von 82,5 von 100 Punkten. Dennoch warnen Experten des Identity Theft Resource Center vor den Risiken, sensible Finanzdaten mit KI-Systemen zu verknüpfen.
Codex übernimmt die Steuerung: KI bedient jetzt Windows-PCs
Einen Tag zuvor, am 29. Mai, erweiterte OpenAI die Fähigkeiten seines Codex-Modells. Das System kann nun Windows-Computer steuern – es sieht den Bildschirm und führt Aufgaben eigenständig aus. Die ChatGPT-App auf iOS und Android fungiert dabei als Fernbedienung. Nutzer können Tasks überwachen, Ergebnisse prüfen und Befehle freigeben. Eine sichere Vermittlungsschicht schützt die Verbindung.
OpenAI Verify: Echtheitscheck für KI-Bilder
Ebenfalls am 30. Mai brachte OpenAI OpenAI Verify an den Start. Das Tool prüft Bilder auf C2PA-Metadaten und SynthID-Wasserzeichen. Es erkennt Inhalte aus ChatGPT, der OpenAI-API oder Codex – selbst wenn die Dateien formatiert oder als Screenshot erfasst wurden. Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen KI-generierte Fälschungen.
Enterprise-Kontrolle: Governance für Unternehmen
Bereits am 27. Mai führte OpenAI Skills Governance und Compliance Logs für ChatGPT Enterprise ein. Administratoren erhalten eine zentrale Seite, um Berechtigungen für die Nutzung, das Hochladen und Teilen von Skills zu verwalten. Das System scannt Skills vor der Bereitstellung und führt Compliance-Protokolle mit spezifischen Skill-Kennungen.
Der Bedarf ist enorm: Laut IBM-Studie kosten Datenpannen in Umgebungen ohne ausreichende KI-Kontrollen durchschnittlich 670.000 Euro pro Vorfall.
Biodefense und Werbung: Neue Spezialgebiete
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Im Mai startete OpenAI zudem ein Biodefense-Programm zur Pandemie-Vorsorge. Dazu gehört eine Investition von 30 Millionen Euro in das Unternehmen Valthos sowie die Entwicklung von GPT-Rosalind – einem Spezialmodell für Wirkstoffforschung und öffentliche Gesundheit. OpenAI informierte US-Behörden und das Weiße Haus über das Programm.
Im Werbebereich rollt die OpenAI Ads Manager Beta ab Anfang Juni aus. Werbetreibende müssen bis Monatsbeginn Conversion-Tracking per JavaScript-Pixel oder Server-API implementiert haben. Erste Tests mit Partnern wie Criteo deuten auf deutlich höhere Conversion-Raten hin.
Bestätigt wurde zudem die Übernahme des Sprachklon-Startups Weights.gg. Dessen Replay-Dienst wurde Ende März 2026 eingestellt – zeitgleich mit neuen zivilrechtlichen Bestimmungen des TAKE IT DOWN Act, die im Mai in Kraft traten.

