ChatGPT Teen: OpenAI startet sichere KI für 13- bis 17-Jährige

OpenAI richtet ChatGPT auf 13- bis 17-Jährige aus und unterstützt Kaliforniens SB 1119, dessen Inkrafttreten von Newsoms Unterschrift abhängt.

Das US-Technologieunternehmen OpenAI hat eine spezialisierte Version seines KI-Chatbots ChatGPT für Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren eingeführt. Die Veröffentlichung wird von weitreichenden Sicherheitsfunktionen für Minderjährige und einer expliziten Unterstützung für neue regulatorische Vorgaben im US-Bundesstaat Kalifornien begleitet.

Nutzer in der entsprechenden Altersgruppe werden künftig automatisch in die Teen-Version eingeschrieben. OpenAI ermöglicht es Eltern zudem, ihre Konten mit denen ihrer Kinder zu verknüpfen, um die Nutzung zu begleiten.

Zu den zentralen Neuerungen gehören pädagogisch ausgerichtete Funktionen wie der sogenannte „Study Mode“, der Schüler schrittweise durch komplexe Aufgaben führt und so das kritische Denken fördern soll. Ergänzt wird das Angebot durch Hausaufgaben-Erinnerungen, Quiz-Optionen und die Festlegung von Lernzeiten („Study Hours“).

Sicherheitsvorkehrungen und elterliche Kontrolle

Um den besonderen Anforderungen im Umgang mit Minderjährigen gerecht zu werden, implementiert OpenAI strengere Inhaltsfilter. Diese sollen den Zugriff auf Darstellungen von Selbstverletzung sowie auf romantische oder sexuelle Inhalte unterbinden. Zur Identifikation der Zielgruppe setzt das Unternehmen Verfahren zur Altersschätzung ein.

Die elterlichen Kontrollmöglichkeiten umfassen zudem die Einrichtung von „Quiet Hours“ (Ruhezeiten), während derer die Nutzung eingeschränkt ist, sowie automatisierte Sicherheitswarnungen. Das Unternehmen räumte jedoch ein, dass technische Schutzmaßnahmen grundsätzlich umgangen werden können.

Pädagogische Fachkräfte wie Laura Yeager aus Oklahoma, die die neue Version vorab testeten, bezeichneten die Antworten als altersgerecht und lobten die gelieferten Denkanstöße. Gleichzeitig betonten Experten, dass die KI kein Ersatz für Lehrkräfte sei.

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Von Nutzerseite, etwa durch die Schülerin Annie aus Alabama, wurde die Nützlichkeit für Sprachübungen hervorgehoben, wenngleich bei längeren Gesprächen gelegentlich Abweichungen im Sprachstil festgestellt wurden.

Unterstützung für kalifornischen Gesetzentwurf SB 1119

Die Einführung der neuen Softwareversion fällt zeitlich mit einer politischen Positionierung des Unternehmens zusammen. OpenAI unterstützt den kalifornischen Gesetzentwurf SB 1119, auch bekannt als „Adam’s Law“.

Das Gesetz wurde am 31. August 2026 von der Legislative verabschiedet und liegt nun Gouverneur Gavin Newsom zur Unterschrift vor. Sam Altman habe laut Berichten bereits persönlich Kontakt zum Gouverneur aufgenommen, um für das Vorhaben zu werben.

Der Entwurf sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:
– Verpflichtende Altersermittlung und Risikobewertungen
– Durchführung unabhängiger Audits
– Verbot von Werbung auf Basis persönlicher Daten Minderjähriger
– Bereitstellung von Krisenunterstützung und elterlichen Kontrollen

SB 1119 baut auf dem im Oktober 2025 unterzeichneten Gesetz SB 243 auf. Bei einer Unterzeichnung durch Newsom würde das Gesetz am 1. Juli 2027 in Kraft treten. Es sieht bei vorsätzlichen Verstößen Strafzahlungen von bis zu 15.000 US-Dollar pro betroffenes Kind vor. Zudem sind standardmäßige Nutzungsbegrenzungen für Minderjährige vorgesehen, die auf eine Stunde pro Sitzung und insgesamt zwei Stunden pro Tag limitiert werden sollen.

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Markthintergrund und Nutzungsverhalten

Die Initiative von OpenAI reagiert auf eine bereits weit verbreitete Nutzung von KI-Systemen im Bildungsbereich. Branchenangaben zufolge nutzen fast neun von zehn Teenagern ChatGPT wöchentlich für schulische Zwecke.

Eine Studie von Common Sense Media aus dem Jahr 2025 belegte zudem, dass bereits über 70 Prozent der US-Jugendlichen KI-Chatbots als regelmäßige Begleiter in ihrem Alltag verwenden. Gouverneur Newsom hat nun bis zum 30. September Zeit, über die endgültige Unterzeichnung von SB 1119 zu entscheiden.