ChatGPT-Umbau: OpenAI plant Super-App mit Programmier-Tools

OpenAI rüstet ChatGPT mit Programmier-Tools und KI-Agenten auf, um vor dem Börsengang Unternehmenskunden zu gewinnen.

Das KI-Unternehmen plant die größte Überarbeitung seines Chatbots seit dem Start – mit Programmier-Tools und autonomen Agenten.

OpenAI rüstet sich für den nächsten Schritt. Der ChatGPT-Betreiber bereitet eine umfassende Neugestaltung seiner Plattform vor, die den Chatbot in eine multifunktionale „Super-App“ verwandeln soll. Das berichten mit den Plänen vertraute Personen. Ziel ist es, vor einem geplanten Börsengang vor allem Unternehmenskunden zu gewinnen und neue Einnahmequellen zu erschließen.

Neue Funktionen für Profis und Privatnutzer

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Im Zentrum der Überarbeitung stehen spezielle Programmierwerkzeuge und KI-Agenten, die komplexe Aufgaben mit minimaler Nutzerintervention erledigen können. Die „Super-App“-Strategie sieht zudem eine tiefere Integration von Drittanbieterdiensten wie Canva und Booking.com vor.

Die Änderungen sollen in den kommenden Wochen sowohl auf der Web-Oberfläche als auch in den mobilen Apps erscheinen. Ein technischer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Codex-Produkts, das die wachsende Nutzerbasis von über 900 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern unterstützen soll. Der Wandel hin zu einer Multi-Funktions-App dient als Gateway zu margenstärkeren Produkten und Dienstleistungen.

Wettbewerbsdruck und Milliardenbewertungen

Die strategische Neuausrichtung erfolgt unter wachsendem Konkurrenzdruck. Der Rivale Anthropic hat kürzlich vertraulich einen Börsengang beantragt. Marktdaten zeigen einen sprunghaften Anstieg der Bewertung von Anthropic von 380 Milliarden Dollar im Februar auf 965 Milliarden Dollar im Mai. Zum Vergleich: OpenAI wird derzeit mit rund 850 Milliarden Dollar bewertet.

OpenAI-CEO Sam Altman hatte bereits früher erklärt, ein Börsengang werde dann erfolgen, wenn es für das Unternehmen sinnvoll sei. Branchenbeobachter sehen die aktuelle Transformation als entscheidenden Schritt, um potenziellen Investoren nachhaltiges Umsatzwachstum zu demonstrieren.

Technische Updates und Hardware-Pläne

Parallel zur Software-Überarbeitung hat OpenAI mehrere technische Neuerungen eingeführt. Am 6. Juni startete das Unternehmen das „Dreaming“-Speichersystem. Interne Benchmarks zeigen eine deutliche Verbesserung: Die faktenbasierte Abrufgenauigkeit stieg von 67,9 auf 82,8 Prozent. Das System verbessert zudem die Fähigkeit der KI, Nutzerpräferenzen zu merken und zeitkritische Aufgaben zu verwalten.

Um Sicherheitsbedenken bei Datenabflüssen zu begegnen, führte OpenAI einen optionalen „Lockdown-Modus“ für persönliche Konten ein. Diese Funktion erlaubt es Nutzern, webbasierte Tools wie Live-Browsing und Agentenmodi zu deaktivieren, um Prompt-Injection-Angriffe zu verhindern.

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Das Unternehmen expandiert zudem ins Hardware-Geschäft. Nach der 7 Milliarden Dollar schweren Übernahme von IO Product, einer Firma unter Leitung ehemaliger Apple-Designer, arbeiten die Teams an einem tragbaren, sprachgesteuerten KI-Gerät. Die Markteinführung wird in den kommenden Monaten erwartet. Auch Smartwatches und KI-Brillen befinden sich in der Entwicklung.

Staatliche Beteiligung im Gespräch

Die Zukunft der Unternehmensstruktur von OpenAI könnte auch von politischen Entwicklungen beeinflusst werden. Berichten zufolge erwägt die US-Regierung, im Rahmen eines geplanten „Public Wealth Fund“ staatliche Anteile an großen KI-Unternehmen wie OpenAI zu erwerben. CEO Sam Altman soll seit Anfang 2025 an entsprechenden Gesprächen beteiligt sein. Der Vorschlag fällt zusammen mit legislativen Ideen, KI-Unternehmen mit einer 50-Prozent-Steuer in Form von Eigenkapital zu belegen – um die Vorteile der KI-Entwicklung mit der amerikanischen Bevölkerung zu teilen.