Der Schritt markiert einen weiteren Vorstoß in den Bereich des Conversational Commerce – und könnte den Online-Handel nachhaltig verändern.
Seit der Einstellung der Instant-Checkout-Funktion im Frühjahr setzt der KI-Konzern nun verstärkt auf Werbung als Umsatzbringer. Mit der neuen Integration können Händler ihre gesamten Produktbestände in die KI-gesteuerten Dialoge einbringen. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten: Statt starrer Suchergebnisse präsentiert ChatGPT künftig Produkte direkt im Gesprächsverlauf – passend zum Thema der Unterhaltung.
Bis zu eine Million Produkte pro Katalog
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Die technischen Anforderungen sind ambitioniert. Bis zu eine Million verschiedene Artikel (SKUs) können Händler in einem Katalog hinterlegen. Vor der Freischaltung müssen neue Partner jedoch eine Stichprobe von 100 Produkten zur Qualitätsprüfung einreichen.
Praktisch für bestehende Werbetreibende: Der Import von Google-Shopping-Kampagnen ist direkt möglich. Die Werbestruktur im OpenAI Ads Manager Beta organisiert Kampagnen nach Budget, Zielen und geografischer Ausrichtung – verfeinerbar bis auf Metropolregionen.
Anders als bei klassischer Suchwerbung setzt OpenAI auf sogenannte „Context Hints“ statt exakter Keywords. Die Werbung erscheint thematisch passend zum Gesprächsinhalt, nicht aufgrund einzelner Suchbegriffe.
Criteo als erster Partner – Agenturgruppen an Bord
OpenAI hat mit Criteo den ersten spezialisierten Ad-Tech-Partner gewonnen. Rund 17.000 Kunden des Unternehmens erhalten dadurch Zugang zum ChatGPT-Ökosystem. Auch die großen Agenturnetzwerke Dentsu, Omnicom, Publicis und WPP sind als Partner dabei.
Die Softwarebranche reagiert bereits: Der deutsche E-Commerce-Anbieter Shopware veröffentlichte im Mai die Version 6.7.10.0 mit einem speziellen Vertriebskanal namens „Agentic Commerce“. Händler können dort Produkte für KI-Plattformen wie ChatGPT über spezielle JSONL-Feeds bereitstellen – inklusive Tracking der KI-Vermittlungen.
Preise sinken – Mindestausgaben gestrichen
OpenAI hat die Hürden für Werbetreibende deutlich gesenkt. Waren im Februar noch 250.000 Dollar Mindestausgaben nötig, im April immerhin 50.000 Dollar, entfielen diese Beschränkungen Anfang Mai komplett.
Die aktuellen Preise der Pilotphase:
– Cost-per-Click (CPC): zwischen 3 und 5 Dollar
– Cost-per-Mille (CPM): 60 Dollar
Das Geschäft läuft vielversprechend: In den ersten sechs Wochen spülte die Werbesparte 100 Millionen Dollar in die Kassen. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert OpenAI Erlöse von 2,5 Milliarden Dollar – bei über 800 Millionen monatlich aktiven Nutzern.
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Neue Richtlinien und kommende Funktionen
Eine bemerkenswerte Änderung: OpenAI schließt Werbung in Gesprächen zu medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Themen nicht mehr automatisch aus. Die bisherige Sperre wurde aufgehoben.
Für den 5. Juni 2026 ist der Start konversionsoptimierter Kampagnen geplant. Cost-per-Acquisition-Modelle (CPA) und eine Conversions-API befinden sich in Entwicklung. Während die Self-Serve-Beta zunächst nur in den USA startete, kündigte OpenAI bereits die Expansion nach Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea an. Europa? Bisher Fehlanzeige – für deutsche Händler bleibt die Plattform vorerst nur über internationale Partner zugänglich.

