Nach erfolgreichen Tests in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland startet die kommerzielle Vermarktung nun im Vereinigten Königreich.
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Erster europäischer Markt für KI-Werbung
Benji Shomair, Vice President of Monetization bei OpenAI, gab den Startschuss für die britische Testphase auf der Plattform X. Das Unternehmen treibt damit seine Pläne zur Diversifizierung der Einnahmequellen konsequent voran. Der erste Werbe-Pilot in den USA startete am 9. Februar 2026 – und soll bereits in den ersten sechs Wochen einen annualisierten Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar erzielt haben.
Nach dem UK-Launch plant OpenAI die Ausweitung auf Japan, Südkorea, Brasilien und Mexiko. Rund 20 neue Stellen im Werbegeschäft wurden in London, Tokio, Seoul und São Paulo ausgeschrieben.
Große Marken machen mit
Namhafte Unternehmen haben sich für die britische Testphase verpflichtet: Tesco, Hilton, Next und Hiscox UK sind dabei. Auch der deutsche Modehändler Zalando gehört zu den ersten europäischen Firmen, die das Pilotprojekt erkunden.
Die Koordination läuft über die großen Werbenetzwerke WPP, Omnicom, Publicis und Dentsu sowie die unabhängige Agentur the7stars. Branchenkreisen zufolge musste jeder der vier Hauptpartner mindestens zehn Kunden für den Test gewinnen – mit einem Mindestbudget von 25.000 Pfund pro Marke.
Hiscox UK betont, der Pilot sei entscheidend, um zu verstehen, wie sich das Nutzerverhalten von klassischen Keyword-Suchen hin zu Conversational AI verlagert. Hilton will testen, wie sich Hotels in KI-gesteuerten Suchumgebungen optimal präsentieren lassen.
Werbeformate und Targeting
Die Anzeigen erscheinen als klar gekennzeichnete „Sponsored Cards“ am Ende einer ChatGPT-Antwort – mit Text und Bildern. OpenAI versichert, dass die Anzeigen keinen Einfluss auf die KI-generierten Inhalte haben.
Aktuell sehen nur Nutzer der kostenlosen Version und des „Go“-Tarifs (acht US-Dollar monatlich) Werbung. Plus-, Pro- und Enterprise-Kunden bleiben werbefrei.
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Statt klassischem Keyword-Targeting setzt OpenAI auf sogenannte „Context Hints“. Das System unterstützt derzeit CPM- und CPC-Modelle, empfohlene CPC-Gebote liegen zwischen drei und fünf US-Dollar. Conversion-basiertes Bidding soll im Juni 2026 folgen. Technologiepartner sind unter anderem Adobe, Criteo, Kargo, Pacvue und StackAdapt.
Finanzielle Ziele und Ausblick
OpenAI peilt bis Ende 2026 rund eine Milliarde US-Dollar Werbeumsatz an – langfristig sogar 25 Milliarden US-Dollar bis 2029. Der UK-Pilot läuft zunächst als geschlossene Beta für ausgewählte Agenturpartner. Ein Self-Service-Ads-Manager, der in den USA seit dem 5. Mai 2026 verfügbar ist, soll britischen Werbekunden im vierten Quartal 2026 zugänglich sein.
Parallel zur Werbeoffensive brachte OpenAI am 4. Juni 2026 die „Dreaming V3“ -Speicherarchitektur an den Start, die die Kontextspeicherung für Nutzer verbessert. Trotz der Kommerzialisierung betont OpenAI: Eine Umsatzbeteiligung für Nachrichtenverlage sei derzeit nicht geplant – das Unternehmen unterstütze jedoch weiterhin über 160 Redaktionen durch separate Accelerator-Programme.

