OpenAI, Zig.ai und Corvic AI haben am 9. Juli 2026 eine neue Generation von KI-Assistenten vorgestellt. Die intelligenten Software-Agenten können komplexe Arbeitsabläufe eigenständig über mehrere Stunden hinweg ausführen – und das über verschiedene Anwendungen hinweg.
ChatGPT Work: Der virtuelle Mitarbeiter
Mit ChatGPT Work bringt OpenAI einen KI-Agenten auf den Markt, der Projekte über verschiedene Programme und Dateien hinweg selbstständig bearbeitet. Angetrieben wird das Tool vom neuen GPT-5.6-Modell und dem Codex-System. Der Agent bleibt stundenlang an einem Projekt aktiv und liefert fertige Ergebnisse.
Die Integration umfasst gängige Büroanwendungen wie Slack, Gmail, Google Drive, Microsoft Teams und Salesforce. Ein einheitliches Plugin-Verzeichnis und eine Funktion für planbare Aufgaben runden das Angebot ab. So kann der Agent wiederkehrende Hintergrundjobs automatisch erledigen.
OpenAI hat zudem die Codex-Anwendung in die ChatGPT-Desktop-App für Mac und Windows integriert. Die bisherige Version heißt nun ChatGPT Classic.
Ersten Zugang zu ChatGPT Work erhalten Nutzer der Pro-, Enterprise- und Education-Tarife. Desktop-Nutzer – auch mit kostenlosen Konten – können ebenfalls darauf zugreifen. Plus- und Business-Abonnenten sollen in den kommenden Tagen folgen.
Die interne Nutzung des Agenten bei OpenAI selbst zeigt das Potenzial: Die monatliche Prognoseerstellung, die zuvor mehrere Tage dauerte, erledigt das Tool nun in wenigen Stunden.
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Drei Varianten für unterschiedliche Anforderungen
Mit GPT-5.6 bringt OpenAI drei Modellvarianten:
- Sol: Das Flaggschiff-Modell, optimiert für Programmierung und Cybersicherheit
- Terra: Ausgewogen für den allgemeinen Gebrauch
- Luna: Die kosteneffiziente Version
CEO Sam Altman zufolge zeigt GPT-5.6 eine 54-prozentige Verbesserung der Token-Effizienz gegenüber dem Vorgänger GPT-5.5. In Benchmarks erreicht das Sol-Modell 91,9 Prozent auf Terminal-Bench 2.1 – zum Vergleich: Claude Mythos 5 kommt auf 88,0 Prozent.
Vor der Veröffentlichung durchlief das Modell eine Prüfung durch die US-Regierung. OpenAI setzt auf nutzungsbasierte Abrechnung: Monatspläne kosten bis zu 100 Euro. Für das Spitzenmodell Sol liegen die Preise bei 5 Euro pro Million Input-Token und 30 Euro pro Million Output-Token.
Ein automatisches Prüfsystem blockierte bei internen Tests sämtliche Datenextraktionsversuche – ein klares Signal für die Sicherheitsvorkehrungen.
Mobil und workflow-orientiert: Zig.ai und Corvic AI
Auch auf mobilen Plattformen tut sich etwas: Zig.ai launchte am 9. Juli ZigMobile – eine Kommandozentrale für Vertriebsmitarbeiter. Die App erfasst Leads, bereitet Meetings vor und unterstützt bei der Nachverfolgung. Per Smartphone-Kamera scannt sie Visitenkarten direkt in die Lead-Datenbank. Sprachsteuerung ermöglicht die freihändige Bedienung auf iOS und Android.
Parallel dazu veröffentlichte Corvic AI die Plattform Corvic V5. Sie verwandelt einzelne Eingabeaufforderungen in wiederholbare, strukturierte Arbeitsabläufe. Neue Datenverbindungen und vorgefertigte Automatisierungsvorlagen erweitern das Angebot. Das Unternehmen hatte im April 2025 eine Startfinanzierung von 11 Millionen Euro erhalten.
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Erste Unternehmen steigen ein
Die neuen Tools finden bereits praktische Anwendung. Virgin Atlantic nutzte den OpenAI-Agenten, um mehrere Wochen Datenanalyse auf wenige Stunden zu verkürzen.
Im Rahmen des Rollouts startet zudem eine öffentliche Beta für Sites – eine Funktion, mit der Nutzer Web-Apps auf der OpenAI-Infrastruktur erstellen und hosten können. Allerdings kündigte OpenAI an, dass das Atlas-Tool am 9. August eingestellt wird.
Die neue Desktop-Anwendung bietet erweiterte Computer-Steuerungsmöglichkeiten: Sie kann den Cursor in Drittanbieter-Anwendungen wie Apple Notes bedienen und so bei der Dokumentenerstellung und Recherche helfen.

