ChatGPT Work: OpenAI startet autonome KI-Assistenten

OpenAI startet ChatGPT Work, Microsoft integriert Sales-Agenten und IBM modernisiert Altsysteme mit KI.

Die großen Technologiekonzerne haben diese Woche eine neue Ära der digitalen Produktivität eingeläutet. Gleich mehrere Unternehmen stellten KI-Plattformen vor, die weit über einfache Chat-Funktionen hinausgehen. Im Zentrum steht OpenAIs GPT-5.6-Familie mit dem neuen „ChatGPT Work“ – einem Agenten, der eigenständig komplexe Projekte über verschiedene Unternehmensanwendungen hinweg ausführen kann.

OpenAI setzt neue Maßstäbe

Am Mittwoch dieser Woche brachte OpenAI ChatGPT Work an den Start. Der KI-Agent erledigt Aufgaben über mehrere Stunden hinweg eigenständig – und das plattformübergreifend. Integriert sind Dienste wie Slack, Microsoft Teams, Google Drive und SharePoint. Möglich macht das die neue GPT-5.6-Modellfamilie in Kombination mit der Codex-Technologie.

Die Veröffentlichung erfolgte nach einer regulatorischen Verzögerung durch die US-Behörden. Die Modellreihe umfasst drei Varianten:

  • Sol: Das Flaggschiff-Modell mit besonderer Stärke bei agentischem Programmieren
  • Terra: Eine ausgewogene Option für den allgemeinen Einsatz
  • Luna: Die Hochgeschwindigkeitsvariante

Interne Benchmarks bescheinigen dem Sol-Modell Spitzenwerte im „Agents‘ Last Exam“ und im „Coding Agent Index“. Die Preise liegen bei umgerechnet etwa 4,60 Euro pro Million Input-Tokens und 27,60 Euro pro Million Output-Tokens für die Top-Version.

Zusätzlich führte OpenAI „Scheduled Tasks“ für Hintergrundautomatisierung und die Funktion „Sites“ für webbasierte Anwendungen ein. Der Rollout begann am Mittwoch für Pro-, Enterprise- und Education-Kunden. Plus- und Business-Nutzer sollen in Kürze folgen.

No-Code-Revolution für Unternehmen

Doch nicht nur OpenAI macht von sich reden. Gleich mehrere Anbieter erweiterten am Mittwoch ihr Portfolio um No-Code-KI-Agenten.

Wrike präsentierte seinen „Conversational AI Agent Builder“. Das Tool erlaubt es Nutzern, Arbeitsabläufe per natürlicher Sprache zu automatisieren – ohne eine einzige Zeile Code. Das Unternehmen meldet, dass sich die KI-Nutzung in Unternehmen seit Juni 2025 verdreifacht hat. Über 5,5 Millionen Agenten-Aktionen wurden bereits ausgeführt. Die Automatisierungen verkürzen Prozesszeiten demnach um bis zu 93 Prozent.

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Alteryx zog auf seiner Inspire-2026-Konferenz nach und stellte „Agent Studio“ sowie den „MCP Server“ vor. Analysten können damit bestehende Daten-Workflows in autonome Agenten verwandeln – ebenfalls ohne spezielle Programmierkenntnisse.

Corvic AI veröffentlichte seine V5-Plattform, die einmalige Eingabeaufforderungen in wiederholbare Workflows für Finanz- und Betriebsabläufe umwandelt.

Microsoft setzt auf Copilot-Integration

Bereits am Dienstag gab Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit seiner Sales Agent und Service Agent bekannt. Die in Microsoft 365 Copilot und Dynamics 365 integrierten Agenten nutzen Work-IQ- und CRM-Daten, um automatisch Kontoübersichten und Antwort-E-Mails zu erstellen.

Die Marktforscher von IDC sehen einen Return on Investment von 3,70 Euro für jeden in generative KI investierten Euro. Gartner prognostiziert, dass agentische KI bis 2029 rund 80 Prozent aller häufigen Service-Anfragen eigenständig lösen wird.

IBM und NVIDIA: Modernisierung im Eiltempo

Auch die Schwergewichte aus der IT-Infrastruktur mischen kräftig mit. IBM kündigte am Mittwoch umfassende Updates für seine „Bob“-Plattform an. Neu sind Multi-Agent-Funktionen und spezialisierte Workflows für die Modernisierung von Altsystemen.

Ein Kunde namens Blue Pearl nutzte das Tool, um ein neunjähriges Modernisierungsprojekt in nur drei Tagen abzuschließen. Der Hintergrund: 85 Prozent der DevSecOps-Experten berichten, dass KI den Engpass in der Softwareentwicklung vom Codieren hin zum Review-Prozess verschoben hat.

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LangChain und NVIDIA veröffentlichten am Dienstag den „NemoClaw Deep Agents“-Bauplan. Das System kombiniert LangChain Deep Agents mit NVIDIAs Nemotron 3 Ultra und der OpenShell-Technologie. Benchmarks zeigen: Der Nemotron 3 Ultra erreicht einen Gesamtwert von 0,86 – bei deutlich niedrigeren Kosten als vergleichbare High-End-Modelle. Zu den Partnern zählen EY, Baseten sowie Infrastrukturanbieter wie Nebius und Together AI.

Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt? Die aktuellen Entwicklungen deuten auf einen grundlegenden Wandel hin: KI-Agenten werden zunehmend zu eigenständigen Mitarbeitern, die rund um die Uhr komplexe Aufgaben erledigen. Für Unternehmen eröffnen sich enorme Effizienzpotenziale – doch die Frage nach der Kontrolle solcher Systeme bleibt vorerst unbeantwortet.